Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Ostholsteins Grüne unterstützen Habecks Berlin-Pläne
Lokales Ostholstein Ostholsteins Grüne unterstützen Habecks Berlin-Pläne
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:14 11.03.2016
Grüne unter sich: Kreisvorsitzende Gaby Braune (v. l.), Minister Robert Habeck und Landtagsabgeordnete Marlies Fritzen. Quelle: Düvell-Veen

Ostholsteins Grüne unterstützen Robert Habeck auf seinem Weg in die Bundespolitik nach Berlin. Mit überwältigender Mehrheit forderten sie den 46-Jährigen während einer Versammlung in Scharbeutz auf, sich zur Spitzenkandidatur allen Mitgliedern bundesweit zur Urwahl zu stellen. Schleswig-Holsteins Energieminister und stellvertretender Ministerpräsident Habeck hatte den 26 Mitgliedern, aber auch zahlreichen Gästen zuvor seine Beweggründe erläutert, warum er sich bereits im Mai 2015 zur Kandidatur für die Bundestagswahl im Herbst 2017 bereit erklärt hatte.

Mit seinem Ministeramt in Kiel sei er „sehr eins geworden“, erklärte Habeck. Allerdings merke er auch immer wieder, dass die wahrhaft wichtigen Dinge in Berlin oder auf EU-Ebene geklärt werden. „Ich will mehr. Ich will Grenzen überspringen. Ich will, dass sich die grüne Politik auf Bundesebene etabliert“, sagte er. Gerade in heutiger Zeit sei eine „gute und humane“ Gesellschaft wichtig. „Die Grünen müssen da eine zentrale Rolle spielen und Lösungen erarbeiten. Wir müssen ins Zentrum der wirklichen Debatten vorstoßen“, gab Habeck die Richtung vor.

„Das grüne Haus in Berlin ist ein bisschen zugestellt. Jemand muss von außen die Fenster aufmachen“, formulierte er, und weiter: „Ich möchte gerne die erfolgreiche grüne Geschichte aus Schleswig-Holstein nach Berlin tragen.“ Im Moment seien die Grünen aber eine Volkspartei ohne Volk. „Lasst uns das Volk holen“, forderte Habeck seine Zuhörer auf.

Wie andere Grüne auch habe er keine Angst vor Entscheidungen. „Härte und Freiheit müssen wir uns einfach zumuten. Ich fange an zu glühen, wenn ich davon erzähle, und ich gehe volles Risiko“, ließ

Habeck wissen.

Durch seine Kandidatur für den Bundestag stehe er für die Landtagswahlen im Mai 2017 nicht mehr zur Verfügung. Während eines Grünen-Parteitages will er Schleswig-Holsteins Grüne in geheimer Abstimmung um ein Votum bitten. Obwohl es den Statuten zufolge ausreiche, wenn nur ein Kreisverband ihn vorschlage, wolle er „breit getragen“ werden. „51 Prozent reichen dann nicht aus“, so Habeck. Indirekt werde es eine Abstimmung zwischen ihm und seinem Freund Konstantin von Notz, dem jetzigen grünen Bundestagsabgeordneten aus Mölln, geben. Habeck ergänzte: „Und er ist wirklich mein Freund.“ Sein Plan: „Ich hoffe, dass wir diese schwierige Frage in Gemeinsamkeit entscheiden.“

In der sich an Habecks Bewerbungsrede anschließenden Diskussion gab es Äußerungen des Bedauerns über seinen Weggang, großes Lob für seine Politik, aber auch viel Verständnis für seine Pläne. Die Grünen in Schleswig-Holstein seien sehr stark, so dass die Lücke, die Habeck hinterlasse, schnell geschlossen werden könne, waren sich die Versammlungsteilnehmer einig.

In der Abstimmung votierten 24 Mitglieder für Habecks Kandidatur, eine Person war dagegen und ein Stimmzettel ungültig. Ostholsteins Grünen-Kreisvorsitzende Gaby Braune sieht in Habeck „ein Ausnahmetalent“. Auch sie ist hin- und hergerissen: „Es ist zwar schade, dass er geht. Andererseits finde ich es gut, denn er hat es verdient.“

Schriftsteller und Vater

Robert Habeck ist Schriftsteller, Doktor der Philosophie und Politiker. Von 2002 bis 2004 war er Kreisvorsitzender in Schleswig-Flensburg. 2004 wurde er Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein. Zusammen mit Monika Heinold wurde er 2009 zum Spitzenkandidaten bei der schleswig-holsteinischen Landtagswahl gewählt. Nach der Wahl wurde er Fraktionsvorsitzender im Landtag. Bei der vorgezogenen Landtagswahl 2012 wurde er erneut Spitzenkandidat. Derzeit ist er Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume sowie stellvertretender Ministerpräsident.

Habeck ist verheiratet. Das Paar hat vier Söhne.

Von Christina Düvell-Veen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kritik vom Eutiner Bauausschuss / Barrierefreiheit beeinträchtigt / Große Treppe ist machbar, bedeutet aber Mehrkosten.

11.03.2016

Auf einer Sondersitzung sind weitere Fragen zur Gestaltung des Marktes und der Königstraße zu klären / Möglicherweise ist auch die Stadtvertretung gefragt.

11.03.2016

Wettbewerb „Mein Team macht das Sportabzeichen“ ist in Ostholstein entschieden.

11.03.2016
Anzeige