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Ostholstein Ostholsteins Retter sind wieder im Dienst
Lokales Ostholstein Ostholsteins Retter sind wieder im Dienst
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18:23 14.05.2016
Rettungsschwimmerin Clarissa Brechtken hat die Badegäste am Strand im Blick. Quelle: dpa

Sommerzeit ist DLRG- Zeit. 1600 Ehrenamtler der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft werden in den kommenden Monaten ihren Dienst an einer der 22 Stationen zwischen Weissenhaus und Timmendorfer Strand leisten. Jeden Tag werden 250 Retter im Einsatz sein, erschöpfte Schwimmer aus der Ostsee holen, Schnittwunden am Strand versorgen und verzweifelte Kinder zurück zu ihren Eltern bringen.

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1600 Kräfte der DLRG werden in den kommenden Monaten die Strände entlang der Küste im Blick haben – 2015 retteten sie 68 Menschen aus der Ostsee – Der Komfort der Unterkunft spielt eine besondere Rolle.

Wie wichtig die Rettungskräfte sind, verdeutlicht ein Blick zurück. In der Saison 2015 gab es mindestens 1650 Erste-Hilfe-Einsätze, sagt DLRG-Landesgeschäftsführer Thies Wolfhagen. Allein in Ostholstein seien 68 Menschen aus der Ostsee gerettet worden, darunter 41 Kinder. Sieben Personen hätten sich in akuter Lebensgefahr befunden. „Tödliche Badeunfälle gab es während DLRG-Wachzeiten beziehungsweise an den entsprechenden Stränden nach meiner Kenntnis keine“, so Thies Wolfhagen weiter.

Damit dies auch in den kommenden Monaten so bleibt, haben bereits die ersten DLRG-Kräfte ihre Quartiere bezogen. Die Stationen in Dahme, Pelzerhaken und Timmendorfer Strand sind besetzt. Weitere sollen an diesem Wochenende folgen. Einige Quartiere, wie die in der Gemeinde Schashagen, werden allerdings erst am 26. Juni vollständig belegt sein, andere folgen sogar noch später.

Um Rettungsschwimmer anzuwerben, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Aus diesem Grund wurde in Pelzerhaken 2012 ein DLRG-Gebäude für rund 750000 Euro gebaut. „Auch Grömitz ist am Ball, was die Ausrüstung angeht; für die Unterkunft sollen zukunftsweisende Ideen entwickelt werden“, betont der Landesgeschäftsführer. „Ein modernes, zeitgemäßes und professionelles Umfeld ist enorm wichtig, um die Ehrenamtlichen zu begeistern, opfern sie doch ihren Urlaub für den Wachdienst. Daher gehen sie am liebsten dort in den Dienst, wo Umfeld, Ausstattung und ,Gesamtpaket’ stimmen.“ Die Gemeinde Grömitz plant aktuell einen Neubau im Bereich „Dünenpark“. Einigen anderen Strandbetreibern empfiehlt Wolfhagen jedoch nachzurüsten, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Schwierigkeiten, ausreichend Freiwillige zu finden, hat die DLRG während der Vorsaison. Zwischen den Pfingstferien und dem Beginn der Sommerferien würden weitere Kräfte benötigt, da viele Ehrenamtler auf die Schul- und Semesterferien angewiesen seien. „Hier suchen wir stets nach engagierten neuen Rettungsschwimmern, die von den Ferien unabhängig eingesetzt werden können“, so Thies Wolfhagen.

Ebenfalls negative Auswirkungen habe die Verdichtung von Anforderungen in Schule, Studium und Beruf. Der Freizeitanteil sinke. Jedoch befindet sich die Zahl der Retter auf dem gleichen Niveau wie 2015 – dieses ist laut Wolfhagen das beste der letzten 40 Jahre gewesen.

Aktiv in Ost nach West

130 Kinder mussten die DLRG-Kräfte in der vergangenen Saison in Ostholstein suchen.

93 Mal waren Eltern kurzzeitig verschollen.

185 Kilometer lang ist die Ostholsteiner Küste.

85 Stationen hat die DLRG entlang der Küsten in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die westlichste befindet sich auf Borkum, die östlichste in Ückeritz auf Usedom

Mehr als 5000 Rettungsschwimmer waren in der Saison 2015 im Einsatz.

Gegründet wurde die DLRG am 19. Oktober 1913. Anlass war ein Unglück im Juli 1912. Damals brach der Brückenkopf der Seebrücke in Binz auf Rügen. Mehr als 100 Menschen stürzten ins Wasser und 16 Personen ertranken.

Schashagen setzt auf neue Unterkünfte

Die Gemeinde Schashagen hat erkannt, dass die Unterbringung von ehrenamtlichen DLRG-Kräften von besonderer Bedeutung ist. Schließlich müsse den Rettungsschwimmern etwas für ihr Engagement geboten werden. Aus diesem Grund wurde ein altes Häuschen auf dem Gelände des Brodauer Campingplatzes „Elfenschlucht“ im vergangenen Jahr aufwendig saniert.

Wolfgang Kopp, der die Betreuung der Kräfte für die Gemeinde übernommen hat, ist stolz, dass die Wachen in Bliesdorf und Brodau ab dem 26. Juni voll besetzt sind. „Wir haben überwiegend junge Leute hier. WLan und Fernseher müssen vorhanden sein“, betont er. Zudem gebe es mittlerweile auch Heißwasser. Eingerichtet wurde das in schwedenrot gestrichene Gebäude mit schicken Möbeln. Platz finden dort ein Wachführer sowie vier Wachgänger.

Ein paar Kilometer weiter in Bliesdorf können sogar acht Personen untergebracht werden. Dort leben die DLRG-Kräfte in Wohnwagen, früher waren es mal Container mit Doppelstockbetten. Und schon bald könnte ein erneuter Umzug erfolgen. Der Umbau des „Seeräubernestes“ ist geplant. „Wenn es dazu kommt, dann soll auch eine neue DLRG-Unterkunft entstehen“, erläutert Wolfgang Kopp. Ein positiver Effekt könnte sein, dass die Retter dann noch lieber nach Schashagen zurückkehren. ser

Sebastian Rosenkötter

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