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Ostholstein Ostholsteins Wehren müssen immer häufiger ausrücken
Lokales Ostholstein Ostholsteins Wehren müssen immer häufiger ausrücken
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20:10 13.02.2016
Peter Dornheim (l.) und Ralf Thomsen (M.) wurden zu Ehrenmitgliedern des Feuerwehrverbands ernannt. Thorsten Plath ist erster Gratulant.
Burg a. F

Sie löschen Brände, retten Menschenleben, helfen bei Veranstaltungen und all das machen sie ehrenamtlich. 5774 Ostholsteiner sind Mitglied in einer der 133 Feuerwehren im Kreis. Immerhin 3375 von ihnen gehören zu den Aktiven. Sie rücken aus, wenn Alarm ausgelöst wird. Im Vergleich zum Vorjahr sind das sogar fünf Kameraden mehr. Doch viel beachtlicher ist eine andere Entwicklung. Der Anteil der Frauen steigt kontinuierlich. 10,81 Prozent aller Einsatzkräfte sind weiblich. So viele waren es noch nie. All diese Zahlen stammen aus dem Jahresbericht des Kreisfeuerwehrverbandes. Dieser wurde gestern anlässlich der Jahresversammlung in der Burger Großsporthalle vorgestellt.

235 Delegierte hatten an Bierzelttischen Platz genommen und erlebten, wie der erst vor wenigen Wochen von Thorsten Plath als Kreiswehrführer abgelöste Ralf Thomsen an die vielen Ereignisse in 2015 erinnerte. Auffällig war, dass es 399 Einsätze mehr als 2014 gegeben hatte. Das sind immerhin im Schnitt drei pro Wehr. Thomsen erinnerte in diesem Zusammenhang an die zahlreichen schweren Unwetter.

Unter anderem hatte es Mitte September einen Tornado gegeben. Dächer wurden abgedeckt, Bäume stürzten um, die Feuerwehr Oldenburg war mit sechs weiteren Wehren stundenlang im Einsatz. „Das Trampolin der Nachbarin schoss durch den Garten. Nach 30 Sekunden war alles vorbei“, erläuterte Thomsen. „Auch deshalb haben sich die Einsatzzahlen erhöht: Unwetter nehmen zu.“ Gleich 15,62 Prozent aller Alarmierungen waren 2015 auf Fehlmeldungen zurückzuführen, kaum häufiger kam es zu Brandeinsätzen (16,63 Prozent). Den größten Teil nahmen mit 57,78 Prozent Hilfeleistungen ein.

Doch ganz gleich, warum die Kameraden ausrücken müssen, sie machen es freiwillig — viele neben ihrer beruflichen Tätigkeit. Der vielleicht wichtigste Grundpfeiler der Feuerwehren ist der Nachwuchs. Geht dieser aus, dürften die Diskussionen über Zwangsfeuerwehren ganz schnell zunehmen. Doch die Situation in Ostholstein ist gut. „Wir haben einen kleinen Verlust von acht Mitgliedern im Vergleich zu 2014“, so Kreisjugendfeuerwehrwart Hartmut Junge. Dieser sei in erster Linie auf die Zusammenlegung der Wehren Bad Schwartau und Rensefeld zurückzuführen. „Von 52 Jugendlichen traten nur 36 in die neue Wehr ein“, sagte Junge. Erfreulich ist, dass 198 Jugendliche in 39 Wehren eingetreten sind. Zudem gab es 50 Übertritte in Einsatzabteilungen, davon acht in Oldenburg. Aktuell stehen 173 Mädchen und Jungen zwischen 16 und 18 Jahren vor dem Sprung zu den Aktiven.

Ausgezeichnete Kameraden gewürdigt

Befördert: Marco Wriedt (Eutin) zum Hauptbrandmeister drei Sterne, Thorsten Weide (5. Feuerwehrbereitschaft) zum Hauptbrandmeister drei Sterne, André Hasselmann (Oldenburg) und Markus Thiel (4. Feuerwehrbereitschaft) zum Hauptbrandmeister zwei Sterne, Dennis Wichelmann (Stockelsdorf) zum Oberbrandmeister, Andre Johnsen (Schönwalde) zum Brandmeister.

Geehrt: Heinrich Klöpper (Großenbrode) wurde für seine 25-jährige Ausbildungstätigkeit beim Kreisfeuerwehrverband ausgezeichnet. Edwin Schultz (Fassensdorf) erhielt das Schleswig- Holsteinische Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold; Martin Guttchen (Bad Malente-Gremsmühlen), Thomas Harnack (Luschendorf), Robert Muus (Horsdorf) und Wolfgang Wegner (Sieversdorf) das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze; Thomas Ehlers (Liensfeld-Kiekbusch), Jürgen Hansen (Bad Malente-Gremsmühlen), Ulrich Sundermeyer (Riepsdorf) und Herbert Todt (Kesdorf) das Deutsche Feuerwehrkreuz in Silber. Polizeidirektor Heiko Hüttmann erhielt die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille. Peter Dornheim (Stockelsdorf) und Ralf Thomsen (Oldenburg) wurden zu Ehrenmitgliedern des Kreisfeuerwehrverbandes ernannt.

Sebastian Rosenkötter
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