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Ostholstein Ostholsteins beste Autofahrer steuern Honda oder Seat
Lokales Ostholstein Ostholsteins beste Autofahrer steuern Honda oder Seat
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11:16 04.08.2017
Seat-Fahrerin Silke Buhrmann aus Kasseedorf hält sich zu Recht für eine gute Autofahrerin. Hund „Lorbas“ hat nicht zu klagen. Quelle: Foto: Peyronnet
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Ostholstein

Es ist eine Statistik abseits der, die die Polizei jedes Jahr in ihrem Verkehrssicherheitsbericht für Ostholstein aufstellt. Die Beamten zählen Unfälle und Verkehrsverstöße. Die Fahrerbewertung, die am Computer oder per App abgegeben werden kann, zählt den Ärger oder die Freude anderer Autofahrer.

Bewertungsportal unterscheidet nach Marken – Citroën abgeschlagen.

Die Entrüstung über Raser ist mit zwölf Prozent Spitzenreiter beim „Top-5-Flopverhalten“ in Ostholstein, gefolgt von verkehrswidrigem Parken (elf Prozent) und dem Drängeln und „Schneiden“ von anderen Fahrspuren (zehn Prozent). Beim Top-5-Verhalten führt angenehmes und zuvorkommendes Fahren (acht Prozent) vor umsichtigem Fahren und frühem Bremsen (fünf Prozent) und Platz lassen beim Einordnen (ebenfalls fünf Prozent). Den Autofahrern in Ostholstein gibt das Portal die Note 3,7, ein befriedigend, das auf 1497 Bewertungen beruht. Damit liegt Ostholstein gegenüber den Nachbarkreisen an der Spitze.

Dass die Bewertungen subjektiv sind, daraus macht Henrik Wolter, einer der Betreiber der Seite, keinen Hehl. Dennoch hält er die Bewertungen für realistisch. „Über die Masse kommt eine gesunde Objektivität hinein.“ Die Möglichkeit, Autofahrer zu bewerten, werde rege genutzt, vor allem mobil per App. Deutschlandweit seien rund 700000 bis 800000 Bewertungen eingeflossen.

Polizeisprecher Dierk Dürbrook sieht ein dickes Korn Wahrheit in der Auswertung für Ostholstein: Er fährt einen Honda. „Wir sind schon nette Menschen“, sagt Dürbrook, um dann aber, ernst geworden, schnell einzuschränken, die Zahlen des Bewertungsportals könne die Polizei nicht beurteilen. Sie habe keinen Einblick in die Seriosität der Angaben.

Die schlechten Noten, die Autofahrer für andere, rasende Autofahrer vergeben, decken sich aber zumindest teilweise mit den Erfahrungen der Polizei. Außerorts, sagt Dürbrook, sei zu hohes Tempo die herausragende Unfallursache. Anders als die Bewertungsplattform unterscheidet die Polizei nicht nach Automarken, sondern nach dem Alter der Fahrer. Und da ist Rasen bei den Jüngeren viel öfter Unfallursache als bei den Älteren. Die wiederum verursachen an Kreuzungen mehr Unfälle.

So wohlwollend wie Honda-Fahrer Dürbrook nimmt auch Seat-Händler Arend Knoop, Gründer des Autohauses am Bungsberg, das Marken-Ranking zur Kenntnis. Er hat sogar eine Erklärung dafür, dass die Seat-Fahrer so gut abschneiden. „Wenn die Autos gut sind, passt sich der Fahrer an.“ Seats seien leicht zu bedienen, hätten wenige Hebel und liefen ruckelfrei. Dass der Vergleich nach Marken alles andere als repräsentativ ist, zeigt jedoch ein Blick in die Nachbarkreise. Stormarn schneidet mit Note 4,5 gerade noch ausreichend ab. Die zweitschlechtesten Autofahrer dort sitzen laut 4773 Bewertungen in einem Honda. Wenn das der Polizeisprecher wüsste.

 Susanne Peyronnet

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