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Ostholstein Ostholsteins gefährlichste Pflanze
Lokales Ostholstein Ostholsteins gefährlichste Pflanze
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21:16 30.06.2017
Auf dem Gelände der ehemaligen Kiesgrube in Luschendorf breitet sich die Herkulesstaude immer weiter aus. Quelle: Fotos: M. Janke-Hansen
Ostholstein

Sie ist gefährlich, wird bis zu vier Meter hoch und breitet sich in Ostholstein aus: die Herkulesstaude, auch Riesen-Bärenklau genannt. Die Pflanze stammt aus dem Kaukasus. In der Mitte des 19. Jahrhunderts diente sie zunächst als Zier-, später als Futterpflanze. Mittlerweile wird das Doldengewächs von deutschen Landwirtschaftskammern zu den invasiven Arten gezählt. Anders als der heimische Wiesenbärenklau, der, wenn überhaupt, nur zu geringen Hautreizungen führt, verursacht des Pflanzensaft der Herkulesstaude Entzündungen und phototoxische Reaktionen, die die Haut mit Verbrennungen zweiten Grades schädigen können. Schon der Geruch kann laut Information der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Übelkeit und andere allergische Reaktionen auslösen.

Zu sehen auch am Schürsdorfer Weg und an der Luschendorfer Straße.
„Die Blüte der Herkulesstaude muss verhindert werden. Joachim Siebrecht Fachdienst Naturschutz

Hier gibt’s Hilfe

Die fachgerechte Bekämpfung der Herkulesstaude zeigen die Natur-Freunde Schleswig- Holstein am Dienstag, 4. Juli, von 11 Uhr an in Kiel, Olshausenstraße 75, Gelände der Christian-Albrechts-Universität. Treffpunkt ist der Parkplatz gegenüber der Zufahrt.

Mehr Infos: www.naturfreunde-sh.de

Dabei wäre die Ausbreitung der Pflanze „eigentlich gut in den Griff zu bekommen“, sagt Joachim Siebrecht, Leiter des Fachdienstes Naturschutz des Kreises Ostholstein. Da die Vermehrung der Pflanze ausschließlich über Samen erfolge, „muss die Blüte der Herkulesstaude möglichst verhindert werden“. Bei den kreiseigenen Flächen werde der Bauhof mit Mitarbeitern des Wasser- und Bodenverbands tätig, sagt der Chef der Unteren Naturschutzbehörde. Schwieriger sei das Eingreifen bei privaten Grundstücken. „Da müssen sich die Gemeinden mit den Eigentümern abstimmen.“

LN-Leser informierten die Lokalredaktion darüber, dass sich die Herkulesstaude von Luschendorf aus immer weiter in Richtung Klingberg ausbreite. Vor ein paar Tagen erfuhr nach eigenen Angaben auch Torben Illige davon. Der Leiter der Umweltabteilung der Gemeinde Ratekau machte sich selbst ein Bild. „Es handelt sich um das Gelände der ehemaligen Kiesgrube. Wir haben uns das angeschaut“, berichtet Illige. Das Vorkommen sei massiv, „der Riesen-Bärenklau breitet sich aus der Kiesgrube heraus bis zu Straßen und Feldern aus.“ Die Gemeinde werde sich mit der Unteren Naturschutzbehörde abstimmen, wie dort am besten vorzugehen sei. Kleinere Bestände der Staude wurden nach Angaben von Illige zudem aus Offendorf am Hemmelsdorfer See gemeldet. Auf Gemeindegrundstücken sorge das Umweltamt dafür, dass die Staude nicht zur Plage wird. Habe sie sich aber erstmal ausgebreitet, sei die Bekämpfung schwierig. Pflanzengifte dürften nur auf Äckern oder in Gärten ausgebracht werden. Bei den betroffenen Stellen handele es sich aber meist um Brachflächen.

In Timmendorfer Strand landen Hinweise der Bevölkerung auf einen Riesen-Bärenklau-Befall meist beim Ordnungsamt, berichtet Constanze Krüger vom Fachdienst Umweltschutz. So war es auch in Niendorf.

Dort ist auf einer privaten Fläche eine richtige Plantage mit der gefährlichen Pflanze entstanden. „Das Ordnungsamt fordert den Eigentümer auf, die Pflanzen zu vernichten“, sagt Constanze Krüger.

Ebenso wie der Kreis appellieren auch die Gemeinden in Sachen Herkules an die Grundstückseigentümer: „Lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen.“

Für nähere Informationen steht die Umweltbeauftragte von Timmendorfer Strand unter der Telefonnummer 04503/807169 zur Verfügung.

Martina Janke-Hansen

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