Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Ostküstenleitung statt Fußball in Pönitz
Lokales Ostholstein Ostküstenleitung statt Fußball in Pönitz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:36 22.06.2016
In der Pönitzer Schule trafen sich Kommunalpolitiker, Tennet-Vertreter und Zuhörer zum Thema „Ostküstenleitung“. Quelle: Christina Düvell-Veen

Fußball-Deutschland hatte sich am Dienstagabend vor den Bildschirmen versammelt. Aber in Pönitz gab es 57 Menschen, die Wichtigeres vor hatten, als dem Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft entgegen zu fiebern. In der Aula der Schule hörten die 17 Gemeindevertreter aus dem Bau- und aus dem Umweltausschuss, aber auch Bürgermeister Volker Owerien (parteilos) mit zwei Mitarbeiterinnen und 35 Zuhörer, was die beiden Mitarbeiter der Tennet zum Planungsstand der 380-kV-Leitung für den Bereich der Gemeinde Scharbeutz zu sagen hatten.

Till Klages, Projektleiter für Planung und Genehmigung beim Übertragungsnetzbetreiber Tennet, und Landschaftsarchitekt Uwe Herrmann mussten sich schon währen der Einwohnerfragestunde heftige Kritik gefallen lassen. So bemängelte Niko Rahn aus Sarkwitz den Internetauftritt von Tennet. „Der ist nicht professionell“, sagte er und wies auf unaktuelles Kartenmaterial hin. Den wirklichen Willen zu einer echten Bürgerbeteiligung vermisste der Wulfsdorfer Dorfvorsteher Karl-Heinz Hildebrandt. Keine der von der Tennet vorgeschlagenen Trassen für die Ostküstenleitung sei für Wulfsdorf geeignet.

Eine gehe lediglich 200 Meter am Ort vorbei. Andererseits sei die Strecke an der Grenze zur Gemeinde Ahrensbök gar nicht erst untersucht worden.

Klages und Herrmann erläuterten eingangs ihrer Ausführungen, in der Gemeinde Scharbeutz werde es trotz vielfacher Forderungen keine Erdverkabelung geben. „Wir können nicht nach Mehrheitsbeschlüssen planen, sondern müssen uns nach den objektiven Kriterien richten“, so Klages. Auch im Bereich der Gemeinde Scharbeutz müssten die Kosten im Blick behalten werden. Zudem gelte es, die Existenz eines brütenden Seeadlers, den Windpark und immer wieder die einzuhaltenden Abstände zu den Siedlungen zu berücksichtigen.

Herrmann und Klages berichteten, der Internet-Auftritt der Tennet habe seit zwei Monaten nicht aktualisiert werden können, werde derzeit aber überarbeitet, so dass Details zur Trassenführung rechtzeitig zu mehreren Info-Märkten eingesehen werden können. Jeweils von 14 bis 19 Uhr informieren Tennet-Mitarbeiter am Montag, 27. Juni, im Sportlerheim in Süsel, am Dienstag, 28. Juni, im Ratekauer Rathaus und am Donnerstag, 30. Juni, im Feuerwehrgerätehaus in Manhagen. „Wir versuchen danach, alle Anregungen in die Pläne mit einzuarbeiten“, versprachen Herrmann und Klages. Der Antrag auf Planfeststellung werde voraussichtlich im dritten Quartal 2018 gestellt. Und dann, so sagten sie auf Nachfrage, könnten direkt Betroffene auch dagegen klagen.

Die genauen Kosten für die etwa 65 Kilometer lange Ostküstenleitung von Göhl nach Lübeck vermochten beide nicht zu nennen. Sie rechnen mit 1,5 bis 2,5 Millionen Euro pro Kilometer, zusammen also etwa 130 Millionen Euro.

Christina Düvell-Veen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zu einem Abend voller Geschichten und Musik zur Mittsommernacht mit Bowle und Johannisfeuern lädt der Kirchenkreis Ostholstein am morgigen Freitag ab 19 Uhr in den ...

22.06.2016

In den Medien wird die Talkrunde in der ARD heftig kritisiert – Malente setzt auf Steigerung des Bekanntheitsgrads – Fußballverband bekommt Anfragen für die Sportschule.

22.06.2016

Tourismus-Agentur bietet bis Anfang September in den Urlaubsorten viele Veranstaltungen für Erwachsene und 200 Programmpunkte für Kinder.

22.06.2016
Anzeige