Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Ostsee soll das Top-Reiseziel Nordeuropas werden
Lokales Ostholstein Ostsee soll das Top-Reiseziel Nordeuropas werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:19 06.02.2016
Sie wollen die Ostsee als bestes Reiseziel Nordeuropas für aktiven Küstentourismus etablieren: Joachim Nitz (v. l.), André Rosinski, Katja Lauritzen, Beate Burow, Nina Brandt Jacobsen, Juliane König. Quelle: Petersen

 Das haben sich 13 deutsche und dänische Tourismus-Organisationen auf die Fahnen geschrieben, die jetzt gemeinsame Angebote entwickeln.

„React“ heißt das Projekt, bei dem Klotzen statt kleckern gilt. Möglich wird das dank 3,3 Millionen Euro aus dem Brüsseler „Interreg“-Topf, was einer Förderung von 75 Prozent entspricht. Über drei Jahre stünden bis Dezember 2018 rund 4,5 Millionen Euro zur Verfügung, erläuterte Katja Lauritzen, Geschäftsführerin vom Ostsee-Holstein-Tourismus (OHT).

In Scharbeutz trafen sich gestern die deutsch-dänischen Projektpartner, um grenzüberschreitende Urlaubsangebote und ihre Vermarktung anzuschieben. Was können deutsche von dänischen Ferienzielen lernen und umgekehrt? Wo liegen Stärken, Schwächen, Potenziale? Oberstes Ziel bei den Analysen ist es, Gäste- und Übernachtungszahlen in der Projektregion weiter zu steigern. Fünf Aktivurlaubsthemen werden in den Mittelpunkt gestellt: Strand, Wassersport, Radfahren, Angeln und Wandern.

Beispiel Strand: In Timmendorfer Strand stehen über 3000 Strandkörbe, in Dänemark nicht einer. Für Joachim Nitz von der Timmendorfer Strand Niendorf Tourismus GmbH liegt deshalb die Frage auf der Hand: „Ist das auch eine Idee für Dänemark?“ Im Nachbarland wiederum sei die Zertifizierung der Strände mit der Blauen Flagge fest etabliert, hier nicht. „Wir werden uns das genau anschauen“, kündigte Nitz an. Auch neue Angebote zur Belebung der Strände in der Nebensaison soll es geben.

Radfahren steht bei Urlaubern zwar hoch im Kurs. Aber mit Vermarktung und speziell auf Radfahrer zugeschnittenen Angeboten ist es an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste nicht weit her, meint André Rosinski von der Tourismusagentur Lübecker Bucht. Digital habe man dem Gast „nichts anzubieten“, keine Apps, keine GPS- Tracks. Da müsse man nachlegen. Das gelte ebenso für Tourangebote, die Dänemark miteinschließen. Auch Angelurlauber sollen digital geködert werden. Internet-Seiten und Apps sollen für gezieltere Werbung und bessere Information sorgen. Da gibt es offenbar Lücken, die das Anglerglück trüben. In Dänemark sei zu hören, deutsche Angler mieden die dänischen Gewässer, weil sie mit der rechtlichen Lage nicht vertraut wären, berichtete Beate Burow von der Stadt Fehmarn. Das soll sich ändern — auch mit Angelevents beiderseits der Grenze.

Nina Brandt Jacobsen aus Svendborg von Naturturisme, dem Leadpartner bei „React“ auf dänischer Seite, sieht großes Potenzial beim Wanderurlaub. Die Ostseeregion sei perfekt, ohne große Steigungen und mit großartiger Kulisse. Jacobson denkt unter anderem an eine Ostsee-Wanderroute. Beim Thema Wassersport soll möglichst schnell eine Karte der gesamten Projektregion in Angriff genommen werden, die alle Hotspots für Stand up Paddeln, Wind- und Kitesurfen, Kanu und Kajak zeigt, kündigte Juliane König vom OHT an.

Eine zentrale Rolle bei „React“ spielt das Marketing. Eine eigene Internetplattform soll helfen, die neuen Produkte an Gäste und Urlauber zu bringen. Dazu wird ein gemeinsames Profil entwickelt und mit Bild- und Filmmaterial unterlegt. Starten werden die gemeinsamen Marketingaktivitäten Anfang 2017. Das Budget wird der OHT verwalten. „Durch die neue Programmregion wird nun auch das gesamte Verbandsgebiet des OHT von den Aktivitäten profitieren“, betonte Lauritzen. Auf deutscher Seite reicht die Region von Travemünde bis Glücksburg einschließlich der Kreise Ostholstein und Plön, in Dänemark schließt sie das südliche Jütland, Fünen, Lolland und Seeland ein. pet

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige