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Pädophiler aus Wulfsdorf in Haft

Wulfsdorf Pädophiler aus Wulfsdorf in Haft

Daniel V. sitzt seit dem 3. Oktober in Untersuchungshaft. Der 43-Jährige aus Wulfsdorf in der Gemeinde Scharbeutz war unterwegs nach Karlsruhe. Dort wollte er, so der Vorwurf, einen neunjährigen Jungen missbrauchen, misshandeln und möglicherweise sogar töten.

Der Feldweg führt unter anderem zu dem Hofkomplex mit Bauernhaus und einigen Scheunen, auf dem auch Daniel V. gewohnt hat.

Quelle: F. Büh

Wulfsdorf. Daniel V. ist einer der Verdächtigen, die sich an einem neunjährigen Jungen vergehen wollten oder schon vergangen haben. Das Kind soll jahrelang von seiner Mutter und deren Lebensgefährten gegen Geld für Vergewaltigungen angeboten worden sein. Sechs mutmaßliche „Kunden“ des Paares aus Freiburg (Baden-Württemberg) wurden festgenommen. Daniel V. ging den Ermittlern am 3. Oktober ins Netz, nach „verdeckten Maßnahmen“, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg und der Staatsanwaltschaften Karlsruhe und Kiel heißt. Dass Daniel V. das Kind beim oder nach dem Missbrauch möglicherweise töten wollte, lässt sich aus der Mitteilung herauslesen: „Nach Erkenntnissen der Ermittler soll der Verdächtige zuvor Tötungsfantasien im Zusammenhang mit einem Kindesmissbrauch geäußert haben.“

LN-Bild

Daniel V. sitzt seit dem 3. Oktober in Untersuchungshaft. Der 43-Jährige aus Wulfsdorf in der Gemeinde Scharbeutz war unterwegs nach Karlsruhe. Dort wollte er, so der Vorwurf, einen neunjährigen Jungen missbrauchen, misshandeln und möglicherweise sogar töten.

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Seit 2000 der Justiz bekannt

Solche Fantasien haben Daniel V. bereits zwei Mal vor ein Gericht und in die Schlagzeilen gebracht. Der Mann, der zuletzt im 210-Einwohner-Ort Wulfsdorf lebte, ist Polizei und Justiz seit dem Jahr 2000 bekannt. Axel Bieler, Oberstaatsanwalt und Sprecher der Staatsanwaltschaft Kiel, hat nach der zweiten Tat 2009 die Anklage gegen Daniel V. vertreten. Bieler sagt: „Das Problem ist bei ihm der extreme Sadismus.“ Der gehe mit der Pädophilie einher. Deshalb hatte Bieler Sicherungsverwahrung beantragt, die das Gericht zunächst auch verhängte. Doch der Bundesgerichtshof (BGH) kippte das Urteil, auch die elf Jahre Haft.

Das Verfahren war der vorläufige Höhepunkt der sich steigernden Pädophilie und Fantasie von Daniel V.. Zum ersten Mal festgenommen worden war er im Jahr 2000 in Wahlstedt (Kreis Segeberg). Das Bundeskriminalamt war ihm nach monatelangen Recherchen auf die Schliche gekommen. Daniel V. hatte im Internet die Anleitung für die Entführung, Vergewaltigung und Ermordung von Kindern veröffentlicht. Außerdem hortete er fast 18000 kinderpornografische Bilder und Filme. Das Urteil: zwei Jahre Haft auf Bewährung.

2009 wurde Daniel V., der damals in Traventhal (Kreis Segeberg) wohnte, erneut verhaftet. Dieses Mal wollte er offenbar seine Fantasien in die Tat umsetzen. Der Vorwurf: Er habe auf der Pädophilen-Plattform „Zauberwald“ zusammen mit anderen Pädophilen konkrete Pläne geschmiedet, um ein achtjähriges Mädchen zu entführen, zu missbrauchen und zu ermorden. Außerdem hatten die Ermittler 2000 Videoclips und 200000 Bilddateien auf den Computern des Mannes sicherstellen können. Alle zeigten den schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und Kleinstkindern. Das Urteil diesmal: elf Jahre Haft und Sicherungsverwahrung. Der BGH hob das Urteil in Teilen auf.

Laut Oberstaatsanwalt Axel Bieler bemängelten die Bundesrichter, dass ein Deckname und ein Chat nicht für eine verbindliche Kontaktaufnahme ausreichten. Verurteilt wurde Daniel V. dagegen wegen der Verabredung mit einem Schweizer zum „Boytausch“. Die Männer wollten sich gegenseitig ihre Söhne zum Missbrauch geben. Der Sohn von Daniel V. war damals drei Jahre alt. Das Urteil: fünf Jahre und acht Monate Haft, die Daniel V. voll verbüßte. Mitte 2015 wurde er aus dem Gefängnis entlassen. Er ließ sich in Wulfsdorf nieder. Der Elektrotechniker bot als selbstständiger Unternehmer seine Dienste an – bis jetzt. Seine Wohnung ist inzwischen geräumt.

Schock für die

Dorfbewohner

Die Nachbarn in Wulfsdorf sind schockiert, dass ausgerechnet in ihrem Dorf ein Pädophiler gewohnt hat. „Aber Kranke gibt es leider überall“, sagt eine Anwohnerin, die seit drei Jahren in Wulfsdorf wohnt, den 43-Jährigen aber nicht gekannt hatte. Eine andere Frau erzählt, dass es im Dorf sonst sehr ruhig zugehe. „Ich habe nicht gedacht, dass es einmal so wird“, sagt sie. Ein Anwohner, der in unmittelbarer Nähe zum Hof lebt, auf dem Daniel V. zu Hause war, ist dem Mann ebenfalls nie begegnet. Obwohl er in derselben Straße wohnt, ist ihm Daniel V. nie aufgefallen. In dem zwischen Feldern gelegenen alten Resthof am Ortsrand an der Straße Am Bauland, an der auch die Vermisste Andrea Lehrmann wohnt, werden drei Wohnungen vermietet, erzählen Nachbarn. In der Scheune direkt an der Straße lagern alte Autos und Strandkörbe. Die Mieter hätten oft gewechselt, so erzählt man sich. Ein Landwirt, der hinter dem Hof einige Flächen bewirtschaftet, habe V. und seinen in die Jahre gekommenen Van drei, vier Mal gesehen. Mal habe er vom Trecker gegrüßt. Doch V. habe immer einen sehr distanzierten Eindruck gemacht, so dass eine Unterhaltung nie zustande kam.

Zweiter Kriminalfall

in kurzer Zeit

Nach dem Vermisstenfall Andrea Lehrmann hält die Festnahme von Daniel V. Wulfsdorf weiter in Atem. Die 41-Jährige ist seit dem 29. Dezember verschwunden, ihr Ehemann sitzt wegen Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft. Ganz Deutschland kenne nun Wulfsdorf, sagt der Nachbar. Alle seien erschüttert und betroffen. Gerade die Familien seien geschockt, sagt der stellvertretende Dorfvorsteher Matthias Jaacks. Zwei solche Fälle innerhalb einer Woche, das „haut schon rein“. Die Sache mit Daniel V. sei unglaublich. Jaacks hofft, dass schnell wieder Ruhe einkehrt.

Unter Aufsicht

Führungsaufsicht war nach der Haftentlassung gegen Daniel V. verhängt worden. Das bedeutet, dass er Auflagen bekommen hat. Sollte er gegen sie verstoßen, wäre das eine Straftat, die erneut mit Haft geahndet werden kann.

Ins KSKS-Konzept wurde der Mann ebenfalls eingepflegt. KSKS steht für Kieler Sicherheitskonzept Sexualstraftäter. Dort wurde Daniel V. nach Bewertung der Rückfallgefahr als „gefährlich“

eingestuft. Die KSKS sieht einen länderübergreifenden Datentransfer und eine Beobachtung der Probanden vor.

 Susanne Peyronnet und Beke Zill

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