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Ostholstein Panikmache an Pönitzer Schule: Foto zeigt Kinder mit Waffe
Lokales Ostholstein Panikmache an Pönitzer Schule: Foto zeigt Kinder mit Waffe
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18:43 23.09.2016
Es herrschte Aufregung an der Grund- und Gemeinschaftsschule in Pönitz. Quelle: cd
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Pönitz

Eine schlaflose Nacht für die Schulleitung, aufgeschreckte Eltern, panische Schüler und stundenlange Gespräche – das ist die Bilanz eines angeblich geplanten Anschlags auf die Grund- und Gemeinschaftsschule in Pönitz (Gemeinde Scharbeutz). Die Schreckensnachricht hatte sich innerhalb weniger Stunden über die sozialen Netzwerke verbreitet. Und so spricht Schulleiter Peter Schultalbers im Telefonat mit den LN auch merklich empört von einer „unverantwortlichen Hysterie“, die seitens einiger Schüler, aber auch mancher Eltern geschürt worden sei und sich binnen kürzester Zeit verselbstständigte. „Es gab nie eine Bedrohungslage.“

Doch wie kam es dazu, dass sich die Schulleitung selbst genötigt sah, folgende Erklärung auf der Homepage der Schule zu veröffentlichen ? „ ... im Verlauf des gestrigen Nachmittags (Donnerstag, 22. September) haben sich in sozialen Medien Gerüchte verbreitet, dass ein Anschlag auf die Schule verübt werden soll. In Zusammenarbeit mit dem Schulamt, der Gemeinde Scharbeutz, der Polizei und dem Bildungsministerium sind die Gerüchte überprüft worden. Eine aktuelle Bedrohung ist nicht zu erkennen.“
Eine Schülerin hatte laut Schultalbers bei Facebook einen Post entdeckt, der zwei „bewaffnete“ Jungen zeigte, darüber ein arabischer Schriftzug, der angeblich Todesdrohungen und eine Lösegeldforderung beinhaltete.

„Nichts davon ist wahr“, sagt Schultalbers. Bei den Jungen handele es sich um Cousins, die heute beide etwa 15 Jahre alt sind. Einer der beiden flüchtete vor einigen Monaten mit seinen Eltern aus dem Irak und gehe inzwischen in Pönitz zur Schule. Der Cousin blieb zurück. Er habe das Kinderfoto als Erinnerung gepostet, „so wie bei uns Winnetou und Old Shatterhand“, so Schultalbers.

Das bestätigte am späten Freitagnachmittag auch die Polizei. Bei der Befragung des Schülers durch eine Dolmetscherin habe sich im Beisein von dessen Vater herausgestellt, dass das Foto der Kinder mit der Spielzeugwaffe vor vier Jahren während einer Familienfeier entstand. „Der Junge selbst hat das Bild nicht veröffentlicht und kannte auch den Text nicht, der als Sprachmitteilung verbreitet wurde.“ Glücklicherweise sei „die Geschichte hinter diesem Bild viel weniger ernst, als es zunächst schien“.

Dieser Vorfall, so die Schulleitung, werde im Unterricht zur verstärkten Beschäftigung mit dem Thema Medienerziehung führen. jhw

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