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Ostholstein Pansdorfer Ortsdurchfahrt soll 2017 saniert werden
Lokales Ostholstein Pansdorfer Ortsdurchfahrt soll 2017 saniert werden
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13:18 18.12.2015
Minister Reinhard Meyer (2. v. l.) und die SPD-Landtagsabgeordnete Sandra Redmann (r.) überbrachten die gute Nachricht an Bürgermeister Thomas Keller und Dorfvorsteherin Marlies Hicken. Quelle: Wolfram Hammer
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Pansdorf

Es soll jetzt tatsächlich losgehen. Die Ortsdurchfahrt von Pansdorf wird saniert. 2016 vielleicht schon, auf jeden Fall 2017 sollen die Bagger rollen, soll die Landesstraße 309 von Grund auf neu aufgebaut werden. SPD-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer hat es Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) und Pansdorfs Dorfvorsteherin Marlies Hicken gestern bei einem Treffen in Kiel zugesichert.

Damit findet eine lange Vertröstungs-Geschichte ein vorläufiges, gutes Ende. Eigentlich sollte die Ortsdurchfahrt schon 1989 saniert und auch gleich deutlich schmaler werden — nach dem Bau der Autobahn A1 in den 70-er Jahren wurde die ehemalige Bundesstraße nicht mehr für den Fernverkehr gebraucht. Die deutsche Einheit kam dazwischen, Straßenbaumittel flossen vor allem in den Osten Deutschlands. 2010 hat es dann noch einmal eine Zusage für die Sanierung gegeben. Auch daraus wurde nichts, weil die Gelder aus Kiel nicht flossen. Jetzt aber soll es wirklich losgehen. 1,2 Millionen Euro steckt das Land in die Sanierung, 300 000 Euro steuert die Gemeinde bei. „Wir werden gleich die Leitungen und Kanäle unter der Straße mit erneuern“, sagt Keller. Und: Der Platz, der durch die Verschmälerung der Fahrbahn in der Ortsmitte von 8,50 Meter auf 6,50 Meter gewonnen wird, soll für neue Gehwege, Parkbuchten, einen Grünstreifen und neue Bushaltestellen genutzt werden.

„Die ehemalige B 207 hat in der Ortsdurchfahrt Pansdorf mit heute knapp 10 000 Fahrzeugen pro Tag eine enorm hohe Verkehrsbelastung“, betonte Meyer. Sie sei zudem schon in einem so schlechten baulichen Zustand, dass Tempo 30 angeordnet werden musste. Deshalb ziehe man die Baumaßnahme vor — eigentlich war ein Start frühestens 2018 geplant —, auch wenn die Straße keine überörtliche „Netzfunktion“ mehr habe.

Der schlechte Zustand der L 309 sei ein weiterer Beleg dafür, dass in Deutschland seit 1990 viel zu wenig Geld in die Erhaltung der Infrastruktur gesteckt worden sei, sagt Meyer. Ursprünglich hatte man gehofft, dass bei der 700000-Euro-Sanierung des Knotenpunktes mit der Abfahrt nach Scharbeutz und Timmendorf vor einigen Jahren auch gleich die Aufbringung einer neuen Teerdecke im Zuge der Ortsdurchfahrt mit drin sei. Diese Hoffnungen hätten sich dann aber bei den ersten Probebohrungen zerschlagen, sagte Keller. Die hätten nämlich ergeben, dass der Untergrund der ganzen Straße schon völlig marode ist.

„Ich bin begeistert“, kommentierte die Pansdorfer Dorfvorsteherin Marlies Hicken die Ankündigung aus Kiel, schob aber gleich hinterher: „Allerdings glaube ich erst daran, wenn die Bauarbeiten beginnen.“ Gerade für die Anlieger der Eutiner Straße Ort hoffe sie, dass eine Beruhigung eintrete. „Sie leiden ohne Ende. Bei einigen klappert das Geschirr in den Schränken, andere können auch bei Sommerwetter nicht draußen sitzen.“ Marlies Hicken hat jetzt nur noch einen Wunsch: „Ich hoffe, dass sich der Zweckverband und die Telekom dann mit ihren Leitungen beschäftigen, wenn die Straße sowieso offen ist. Nicht, dass die mit Bauarbeiten beginnen, wenn alles fertig ist.“

„Die ehemalige B 207 hat eine enorme Verkehrsbelastung.“
Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD)

Wolfram Hammer und Christina Düvell-Veen

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