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Ostholstein Pastor Lorenz Kock schreibt seit 1979 das Wort zum Sonntag
Lokales Ostholstein Pastor Lorenz Kock schreibt seit 1979 das Wort zum Sonntag
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20:13 23.12.2017
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Pelzerhaken

Im Radio läuft Klassik. Die erste Kerze des Adventskranzes brennt. Es riecht nach frischem Kaffee. Im Regal stehen Bücher über Martin Luther und Bilder von Familienangehörigen und Freunden. Das Wohnzimmer des pensionierten Pastors Lorenz Kock ist ein Ort der Entschleunigung. Wer ihn besucht, fährt runter. Genau das will der 74-Jährige auch mit seinem Wort zum Sonntag erreichen. Er ärgert sich über die Hektik vieler Menschen im Alltag. Handys als ständige Begleiter mag er nicht besonders. Kock schätzt das persönliche Gespräche, die Konzentration auf das Hier und Jetzt. „Das Wort zum Sonntag soll eine einladende Unterbrechung sein. Es geht darum, einen kleinen stillen Punkt zu haben und ich kann mich nur bedanken, dass Zeitungen daran festhalten“, lobt er.

Freitagmittag musste der Text in Lübeck sein

Bereits 1979 wurde er, der heute in Pelzerhaken lebt, von den LN angesprochen, ob er nicht bis zu sechsmal pro Jahr das Wort zum Sonntag schreiben wolle. Kock sagte zu, musste sich fortan an die Frist halten, bis Freitagmittag zu liefern. Der damals 36-Jährige arbeitete zu Beginn seiner „LN-Karriere“ in der Grömitzer Nicolaikirche. „Anfangs habe ich an der Schreibmaschine geschrieben. Der Freitag war mein Lübecktag. Ich bin mit dem Auto in die Königstraße gefahren“, erinnert er sich. In den 1980er Jahren sei er meist schon vom früheren Redakteur Jürgen Ohm erwartet worden. Dieser habe sich dann darum gekümmert, dass der Text zwei Tage später in Zehntausende Haushalte gelangte. „Es gab damals noch ein Formblatt. Der Text musste genau passen. Wenn nicht, wurde er gekürzt – immer in Absprache mit mir“, erzählt Kock.

So aufwendig ist der Weg des Textes in die Zeitung schon lange nicht mehr. Seit vielen Jahren reicht ein Knopfdruck aus, um die Worte der Pastoren per E-Mail in die Redaktion zu senden.

Dialog mit

den Lesern

Was sich nicht geändert hat, ist das Schreiben der Texte. Lorenz Kock lässt sich sowohl von seinen vielen Büchern als auch von verschiedensten Ereignissen wie seiner Seelsorger-Arbeit auf Kreuzfahrtschiffen inspirieren. „Erlebtes verschlüssle ich. Die, die das lesen, wissen, wenn es für sie ist. Es ist ein innerer Dialog mit dem Leser“, schildert Kock.

Äußerst gerne schreibt der Kirchenmann das Wort zum Sonntag zu besonderen Anlässen wie Volkstrauertag, Weihnachten und Jahreswechsel. Letztere mag er, da „das Alte vergangen ist und man es behutsam zurücklegen kann. Auch kann an Wegbegleiter erinnert und Hoffnung auf das neue Jahr vermittelt werden.“

In den vergangenen bald 39 Jahren hat er stets ein neues Wort zum Sonntag geliefert. „Ich habe noch nie eine Predigt zweimal gehalten. Ich mag das nicht. Das gehört sich nicht. Deshalb hüte ich alle Beiträge“, sagt Kock. Er betont: Trotz der großen Themenvielfalt stehe stets die Vermittlung der biblischen Botschaft im Fokus.

Von Sebastian Rosenkötter

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Pastor Thomas Vogel schreibt nicht nur seit 1981 das Wort zum Sonntag, sondern war maßgeblich daran beteiligt, dass es auch im Lokalteil erscheint. „Für Ostholstein-Süd habe ich es mit dem damaligen Vize-Chefredakteur Achim Hauenschild veranlasst“, so Vogel.

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