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Patienten von Pfleger brutal misshandelt

Eutin/Süsel Patienten von Pfleger brutal misshandelt

Brutale Schläge, Kniffe und mindestens eine üble Beschimpfung – drei bettlägerige Patienten haben auf der Pflegestation des DRK-Krankenhauses in Middelburg offenbar einen Albtraum erlebt. Der Täter ist gestern vom Amtsgericht in Eutin verurteilt worden.

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Der Aushilfspfleger Hermann K. (Name geändert) bekam ein Jahr und vier Monate Haftstrafe auf Bewährung wegen der Misshandlung Schutzbefohlener.

Quelle: Latzel

Eutin/Süsel. Ein Jahr und vier Monate Haftstrafe auf Bewährung erhielt der Aushilfspfleger Hermann K. (Name geändert) wegen der Misshandlung Schutzbefohlener. Außerdem muss der 59-Jährige 3000 Euro an die Opferhilfe-Organisation „Weißer Ring“ zahlen.

„Furchtbar“ sei das gewesen, was sie an einem Montagmorgen im Mai 2016 gesehen habe, berichtet eine Pflegedienstleiterin als Zeugin vor Gericht, „wirklich erschreckend“. Zwei Patientinnen, damals 64 und 81 Jahre alt, sowie ein 63-jähriger Patient, haben großflächige Hämatome und Prellungen. Da die Pflegebedürftigen sich kaum mitteilen können, ist zunächst unklar, was passiert ist. Die Betroffenen sind jedoch „vollkommen verängstigt, regelrecht panisch“, erklären mehrere Pflegekräfte und ein Arzt.

Für die Nachtschichten am Wochenende zuvor ist Hermann K. eingesetzt gewesen. Der examinierte Krankenpfleger – groß, korpulent, Vollbart – wurde wegen eines Personalengpasses über eine externe Firma als „Springer“ angefordert und ist zu diesem Zeitpunkt erst seit wenigen Tagen in Middelburg im Dienst. Er arbeitet nachts allein auf der Station, kann aber bei Bedarf Unterstützung anfordern. Das jedoch macht der Angeklagte nicht. Stattdessen hört ein Wachmann kurz nach Mitternacht, wie Hermann K. in einem Patientenzimmer herumschreit: „Du alte Drecksau, hast du schon wieder die Windel vollgesch . . .“. Der Wachmann fordert den Pfleger auf, freundlicher zu sein, und ist so erschüttert, dass er den Vorfall später sowohl seinem Arbeitgeber als auch dem Krankenhaus meldet.

Doch bei den Beleidigungen belässt es Hermann K. nicht. Nach jenem Wochenende weist das rechte Handgelenk der 64-jährigen Patientin blaue Flecken und Schwellungen auf, „die nur durch einen schweren Schlag entstehen können“, sagt ein Rechtsmediziner vor Gericht. Das 81-jährige Opfer wird eingekeilt und verschwitzt zwischen Kissen aufgefunden, die Frau hat Hämatome am gesamten Oberkörper: „Gerade der Brustbereich muss massiv gequetscht worden sein“, sagt der Gutachter. Der 63-jährige Patient hat ebenfalls Hämatome am Oberkörper, „auf einem riesigen Gebiet“, sowie in der Leiste, „hervorgerufen durch Schläge oder Kneifen“. Die Verletzungen können keineswegs durch falsche Behandlung oder Lagerung entstanden sein, ist sich der Experte sicher, „das ist ausgeschlossen“.

Schnell fällt der Verdacht auf Hermann K.. Er muss sofort gehen, die Angehörigen der Betroffenen werden informiert, die Polizei wird eingeschaltet. Die Krankenhaus-Mitarbeiter wirken auch ein Jahr nach dem Vorfall schockiert: So etwas haben sie in mehreren Jahrzehnten Einsatz in der Pflege nicht erlebt, betonen sie.

Hermann K., der nicht vorbestraft ist, äußert sich vor Gericht nicht zu den Vorwürfen. Sein Verteidiger argumentiert, die Beweise gegen seinen Mandanten reichten nicht aus. Das sieht Richter Otto Witt anders und folgt mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwältin. „Sie hätten eine Überforderung abwenden können, durch Anforderung einer Hilfskraft“, hält Witt dem 59-Jährigen vor. Hermann K.

habe Menschen grob misshandelt, „die sich überhaupt nicht wehren können, die dem Wohlwollen der Pfleger vollkommen ausgeliefert sind“.

Die Patienten leiden bis heute unter den Misshandlungen, berichten die Pflegerinnen, „sie sind nicht mehr wie vorher“. Das 63-jährige Opfer müsse immer noch Beruhigungsmittel bekommen und reagiere nach wie vor ängstlich auf männliche Pflegekräfte.

 latz

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