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Ostholstein „Eichenhain“ schließt im Winter: Ende eines Traditionshotels
Lokales Ostholstein „Eichenhain“ schließt im Winter: Ende eines Traditionshotels
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19:58 29.05.2018
Das Romantik Seehotel Eichenhain wurde bereits 1906 erbaut. 2019 soll es abgerissen werden. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Pelzerhaken

Käufer ist die Hamburger Otto Wulff Projektentwicklung Gmbh. Das Unternehmen war in dem kleinen Örtchen bei Neustadt für das Projekt „Südkap“ auf dem Gelände des ehemaligen Landschulheims „Göttingen“ verantwortlich. 76 Ferienappartements, zehn Häuser sowie mehrere Gewerbeeinheiten wurden vergangenes Jahr fertiggestellt. Projektentwickler Stephan Ferentinos kündigt gegenüber den LN an, eine Mehrfamilienwohnanlage errichten zu wollen.

„Wir bauen Eigentumswohnungen, keine Ferienwohnungen“, betont er. Die Zahl der Wohneinheiten sei noch offen, da man sich in Abstimmungen mit der Stadt befinde. Laufe alles optimal, könne Anfang 2019 mit der Vermarktung begonnen werden. „Wir bekommen das Grundstück im April 2019 und wollen zeitnah abbrechen und im Sommer anfangen zu bauen“, erläutert Ferentinos.

15 Meter hohe Gebäude sind erlaubt

Neustadts Bürgermeisterin Dr. Tordis Batscheider (SPD) betont, dass der aktuelle Bebauungsplan „Betriebe des Beherbergungsgewerbes“ zulasse. Maximal dürften vier Vollgeschossen und ein Staffelgeschoss errichtet werden. Dies entspreche einer Höhe von etwa 15 Metern.

Klar ist, eine Ära geht zu Ende. Das „Eichenhain“ hat Tradition. Es wurde bereits 1906 durch den Fischer Adolf Marsen errichtet. „Es war das erste Haus nach dem alten Leuchtturm“, erzählt Jan-Walter Schnoor. Marsen, der immer vor Neustadt gefischt habe, sei auf seinen Fahrten auf die Landzunge von Pelzerhaken aufmerksam geworden. „Er wollte sich unter den Eichen zur Ruhe setzen und baute ein Strandhaus“, sagt Schnoor. Grundlage seien Überreste eines alten Segelbootes, einer schwedischen Bark, gewesen. Marsen habe sie ersteigert und bald darauf das Pensionat „Eichenhain“ errichtet.

Nach mehreren Besitzerwechseln gelangte die Unterkunft 1931 in den Besitz der Familie Schnoor. Walter Schnoor, der Großvater des heutigen Eigentümers, öffnete den Betrieb immer nur im Sommer. „Das war damals so üblich. Pelzerhaken war nur mit dem Boot gut erreichbar“, erläutert Jan-Walter Schnoor, der den Betrieb 2002 von seinem Vater Gerhard übernahm und massiv investierte, um einen Ganzjahresbetrieb zu ermöglichen. Unter anderem entstand ein Wellnessbereich.

Söhne wollen Betrieb nicht weiterführen

Bis heute gibt es im „Eichenhain“ neben einem Restaurant 26 Zimmer mit Platz für etwa 60 Gäste. Auf Dauer ist das zu wenig. Bereits seit 2015 – so erzählt es Jan-Walter Schnoor – habe er sich Gedanken über die Zukunft des Hauses gemacht.

Hohe Investitionen im siebenstelligen Bereich seien notwendig, um das Gebäude fit für die nächsten Jahre zu machen. Doch damit nicht genug: Schnoor stellte sich auch die Frage nach einem Nachfolger, sprach mit seinen beiden Söhnen. „Sie wollten nicht“, sagt der 51-Jährige. Damit war der Verkauf beschlossen.

Nach Gesprächen mit einem Immobilienmakler und einem Steuerberater wurde das Geschäft mit der Otto Wulff GmbH besiegelt. „Der Name ,Eichenhain’ bleibt aber bestehen. Das ist vertraglich geregelt“, betont Schnoor.

Macht der Küchenmeister in Pelzerhaken weiter?

Zugleich kündigt er an, weiter arbeiten zu wollen. „Die Gästeschar ist da. Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit hier in Pelzerhaken“, orakelt der gelernte Küchenmeister. Details wolle er aber erst verraten, wenn sie spruchreif seien.

Von Sebastian Rosenkötter

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