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Personalnot: Das lange Warten bis zur Führerscheinprüfung

Eutin Personalnot: Das lange Warten bis zur Führerscheinprüfung

Die Anträge auf Erteilung der Fahrerlaubnis werden im Kreis Ostholstein zu langsam bearbeitet. Fahrschüler warten teilweise neun Wochen bis zur Prüfungszulassung.

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Claudia Leinius von der Fahrschule Grothe in Stockelsdorf bereitet die Anträge für die Erteilung der Fahrerlaubnis vor.

Quelle: Fotos: Sebastian Prey

Eutin. Wer derzeit in Ostholstein seinen Führerschein macht, der hat es nicht leicht. Denn die Fahrerlaubnisbehörde in Eutin ist zurzeit vollkommen überfordert.

LN-Bild

Die Anträge auf Erteilung der Fahrerlaubnis werden im Kreis Ostholstein zu langsam bearbeitet – Fahrschüler warten teilweise neun Wochen bis zur Prüfungszulassung.

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„Ohne bearbeiteten Antrag keine Prüfung.“ Frank Walkenhorst, Fahrlehrer-Verband

Anträge zur Erteilung einer Fahrerlaubnis werden nur noch im Schneckentempo bearbeitet. Natalia Westphal aus Obernwohlde hat neun Wochen gewartet, bis sie zur Führerscheinprüfung zugelassen worden ist. Diese Wartezeit ist kein Einzelfall. Der Grund: akuter Personalmangel.

Im April hat Natalia Westphal angefangen, ihren Führerschein bei der Fahrschule Grothe in Stockelsdorf zu machen. Von Anfang an sei der 51-Jährigen klar gewesen, dass es wohl etwas länger dauern wird. „Ich bin schließlich schon älter“, sagt sie. Dass es dann jedoch bis zum Sommer dauern sollte, bis sie überhaupt die Prüfung antreten darf, haben sie und ihr Ehemann nicht erwartet. Ende April hat Westphal den Antrag auf Erteilung einer Fahrerlaubnis samt Dokumenten – ein Passbild, ein Nachweis über eine Schulung in Erster Hilfe und eine Sehtestbescheinigung werden benötigt – bei der zuständigen Behörde in Eutin eingereicht.

Es kam keine Rückmeldung. „Das hat uns gewundert“, sagt Kord Westphal. Mehrfach habe er die Abteilungsleiterin der Fahrerlaubnisbehörde angerufen, sogar den Landrat, Reinhard Sager, angeschrieben.

„Letzte Woche kam endlich die Mitteilung, dass sie sich zur Prüfung anmelden kann“, sagt der 67-Jährige. „Es kann doch aber nicht sein, dass das nur klappt, weil wir immer wieder nachgehakt haben.

Was ist denn mit den anderen Leuten?“

„In Ostholstein gibt es derzeit die längsten Wartezeiten in ganz Schleswig-Holstein – das ist schon ungefähr seit vergangenem Herbst so“, sagt Frank Walkenhorst, Vorsitzender des Fahrlehrer-Verband Schleswig-Holstein. Mehrfach habe der Verband deshalb schon das Gespräch mit dem Landrat gesucht. Geändert habe sich trotzdem bis jetzt nur wenig. „Das Problem ist aber nicht nur die Wartezeit, sondern auch die Kosten“, sagt Walkenhorst. „Die Wartezeit treibt die in die Höhe.“ Denn erst nachdem der Antrag auf Erteilung einer Fahrerlaubnis bearbeitet und genehmigt ist, geht der Prüfantrag weiter zum Tüv, wo die Prüfung letztendlich stattfindet. „Vorher sind die Schüler für den Tüv quasi nicht existent“, sagt Walkenhorst. Erst dann werden die Fahrschulen benachrichtigt und es kann ein Termin für die Prüfung vereinbart werden. „Ohne bearbeiteten Antrag keine Prüfung“, fasst Walkenhorst zusammen. „Und in der Zeit müssen die Schüler Fahrstunden nehmen, um drinzubleiben.“

Aus diesem Grund drängen die Fahrschulen im Kreis ihre Schüler, schon früh den Antrag auszufüllen. „Es läuft wirklich sehr schleppend“, sagt Markus Wiepert, Inhaber der Fahrschule Rahlf in Eutin.

„Wir versuchen auch mittlerweile schon erst später mit der Praxis anzufangen, um die Kosten nicht in die Höhe zu treiben.“ Auch Michael Bröms, Inhaber der Fahrschule Bröms in Timmendorfer Strand, hat mit den Wartezeiten zu kämpfen: „Ich warte auf 25 Prüfanträge und hinter jedem einzelnen muss ich hinterhertelefonieren und nachfragen, wie lange es noch dauert.“

Die Kreisverwaltung entschuldigt sich derweil für die Probleme. Hintergrund für die anhaltenden Verzögerungen in der Antragsbearbeitung seien krankheitsbedingte Personalausfälle seit dem letzten Herbst sowie auch einige Personalwechsel. In der Fahrerlaubnisbehörde seien im Normalfall drei Vollzeitkräfte und eine Teilzeitkraft beschäftigt. „Die Verzögerungen sind insofern besonders bedauerlich, als dass die Mitarbeiter stets bestrebt sind, die Anliegen der Kundinnen und Kunden zügig zu bearbeiten – denn häufig ist die Erteilung von Fahrerlaubnissen auch für die Berufsausübung der Antragsteller unerlässlich“, sagt Landrat Reinhard Sager. Der Kreis habe bereits Schritte eingeleitet, um die angespannte Personalsituation zu beheben. So laufe zur Zeit ein Wiederbesetzungsverfahren für die frei gewordenen Stellen. Parallel hierzu werde die Fahrerlaubnisbehörde durch Mitarbeiter anderer Fachgebiete unterstützt.

Krankenstand erreicht Rekordniveau

Die krankheitsbedingten Ausfälle bei der Kreisverwaltung Ostholstein haben einen neuen Höchststand erreicht. 2015 kletterte die Zahl der Fehltage pro Mitarbeiter auf durchschnittlich 32 Tage. Ein Jahr zuvor waren es noch 24,3 Tage pro Mitarbeiter. Das geht aus dem aktuellen Personalbericht hervor, der gestern auch auf der Tagesordnung der Kreistagssitzung stand.

Als Ursache für die überdurchschnittlichen Ausfälle nennt der Bericht die Langzeiterkrankungen. Lasse man diese außer Acht, habe die Fehlzeit wegen Krankheit im vergangenen Jahr 8,6 Tage pro Mitarbeiter betragen. 2014 waren es 4,3 und 2013 rund 9,6 Tage. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 81 Beschäftigte des Kreises dauerhaft krankgeschrieben. Zwei von ihnen fehlten das gesamte Jahr, acht an 50 bis 99 Prozent der Arbeitstage, fünf an 35 bis 49 Prozent. „Die Ausfallzeiten der Langzeiterkrankten entsprechen umgerechnet der Kapazität von etwa 19,11 Vollzeitkräften“, so der Personalbericht.

Als Hauptursachen für Dauerkrankheiten werden psychische Störungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen genannt, also etwa Rücken- und Bandscheibenleiden oder Arthrose. Beim Kreis gab es 2015 knapp 452 Stellen. Da mehr als ein Drittel der Beschäftigten Teilzeit arbeiten, liegt die Gesamtzahl der Mitarbeiter deutlich darüber. 2016 kommen gut 16,3 Stellen hinzu – ganz überwiegend für die Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Es werden aber auch weitere Managerposten geschaffen, nämlich ein Klimaschutzmanager und ein Ausgleichsmanager. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 28,14 Millionen Euro für das Personal aufgewendet. pet

 Kim Meyer

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