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Ostholstein Personalquerelen in der „Rappelkiste“
Lokales Ostholstein Personalquerelen in der „Rappelkiste“
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20:17 08.01.2016
20 Jahre lang hat Meike Holtz (54) im Kindergarten „Rappelkiste“ in Pönitz gearbeitet. Jetzt muss die Kindergartenleiterin gehen.

Es rappelt ganz gewaltig in der Kiste. Nachdem bekannt geworden ist, dass der Vorstand des Vereins „Rappelkiste“ der langjährigen Kindergartenleiterin Meike Holtz zum 31. Mai 2016 gekündigt hat, rumort es in der Elternschaft.

Weder Meike Holtz noch die Vereinsvorsitzende Andrea Kruse wollten sich auf Anfrage der Lübecker Nachrichten konkret zur aktuellen Situation äußern.

Die Erzieherin und Sozialfachwirtin Meike Holtz, die im Herbst 1996 in die „Rappelkiste“ kam und damit seit fast genau 20 Jahren dort arbeitet, erklärte in einem LN-Gespräch lediglich, die Kündigung sei ohne Begründung erfolgt. Zuvor habe es zahlreiche Gespräche mit dem Vorstand gegeben, in denen unterschiedliche Vorstellungen über die pädagogische Ausrichtung des Kindergartens zutage getreten seien. Sie habe bereits mit mehreren Vorständen des „Rappelkiste“-Vereins gut zusammen gearbeitet, müsse nun aber einsehen: „Wenn dem jetzigen meine Arbeit nicht mehr passt, dann ist es besser, wenn man sich trennt.“ Weiter sagte die 54-Jährige: „Dies hier ist mein Kindergarten. Ich habe sehr viel Herzblut hineingesteckt.“

Die „Rappelkiste“ wurde vor etwa 30 Jahren als Elterninitiative gegründet. Damals wurden 20 Kinder betreut. Heute sind es 44 Jungen und Mädchen. Bei allen Querelen legt Meike Holtz großen Wert auf eines: „Ich lasse die Kinder außen vor und hoffe, dass die Eltern das auch tun.“

Die Vorstandsvorsitzende Andrea Kruse berief sich auf Anfrage der LN auf ihre Rolle als Arbeitgeberin und betonte: „Wir werden über Personalangelegenheiten nicht reden.“ Das gebiete schon der Arbeitnehmerschutz. Sicher sei, dass sich der Vorstand die Entscheidung zur Kündigung nicht leicht gemacht und lange überlegt habe. Mehrfach sei pädagogische und juristische Beratung eingeholt worden. Alle vorgeschriebenen formalen Wege wurden eingehalten. Andrea Kruse kann den Aufschrei der Eltern sehr wohl nachvollziehen, sagt aber auch: „Wenn wir alles erzählen dürften, was passiert ist, wäre die Situation für uns sehr viel einfacher.“

Mit Protest habe der Vorstand gerechnet, aber nicht mit einem derart heftigen Widerstand und mit so viel Unverständnis. „Wir werden massiv angegriffen. Es gibt sehr laute, unangenehme Stimmen und Eltern, die sich profilieren wollen.“ Dabei sei es Aufgabe des Vorstandes, den Kindergarten zu leiten und zu führen. Als Arbeitgeber sei der Verein für den Kindergarten verantwortlich.

Kritiker, die dem Vorstand vorwerfen, den Kindergartenbeirat nicht in die Entscheidungen mit einbezogen zu haben, entgegnet sie: „Wir haben den Beirat nicht fragen können, weil wir dann den Personalordner hätten zeigen müssen.“

Andrea Kruse sagt auch: „Meike Holtz ist eine sehr sympathische Frau. Ich kann mich sehr gut mit ihr unterhalten. Wir wollen ihr nichts Böses.“ Die Kindergartenleiterin bemühe sich auch nach der ausgesprochenen Kündigung, ihre Arbeit gut weiter zu machen. „Für uns alle ist der Umgang nicht einfach“, beschrieb Andrea Kruse die Situation und kritisiert vor allem die Eltern, „die ihre Kinder in die Stimmungsmache mit einspannen.“

Die „Rappelkiste“ sei ein toller Kindergarten, und vieles laufe richtig gut. Er sei aber nicht von einer Person abhängig.

Nach Auskunft von Andrea Kruse wird bereits nach einer neuen Kindergartenleitung gesucht. Es habe schon mehrere Bewerbungsgespräche gegeben. „Wir hoffen auf einen nahtlosen Übergang“, so Andrea Kruse. Meike Holtz hat noch keinen neuen Arbeitsplatz.

Christina Düvell-Veen

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