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Ostholstein Pfadfinderring verabschiedet Grubes „Geusen“-Gründer
Lokales Ostholstein Pfadfinderring verabschiedet Grubes „Geusen“-Gründer
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21:58 16.12.2017
Pastor Ulrich Schwetasch wird als Betreuer der Pfadpfindergruppen der Nordkirche verabschiedet. Quelle: Fotos: Hfr
Grube/Neumünster

Der 61-Jährige war bisher für die Betreuung der rund 6700 evangelischen Gemeindepfadfinder in 120 Kirchengemeinden der Nordkirche zuständig, die im REGP organisiert sind. Schwetasch, der als Pfadfinderpastor in Lübeck-Krummesse tätig ist, war von 1983 bis 1994 in der Gemeinde Grube an der St.-Jürgen-Kirche aktiv. „Es war meine erste Pfarrstelle und im Sommer 1984 habe ich mir überlegt, man müsse doch etwas für die einheimischen Kinder und Jugendlichen machen, da es sonst keine kirchlichen Kindergruppen vor Ort gab“, erinnert sich Pastor Schwetasch.

Pfadfinder aus dem ganzen Land kommen am dritten Advent nach Neumünster, um das Friedenslicht entgegenzunehmen, aber auch um Pfadfinderpastor Ulrich Schwetasch zu verabschieden. 1984 gründete er die erste Gruppe des Rings evangelischer Gemeinde- pfadfinder (REGP) in Grube.

Ulrich Schwetasch holte sein altes Pfadfinderhemd heraus

Er holte sich Unterstützung aus seiner ehemaligen Vikariatsgemeinde Friedrichstadt und bot zunächst für Kinder eine zweitägige Übernachtung im Apfelgarten auf Gut Rosenfelde an. Schwetasch: „Ich habe Zelte, die sogenannten Kothen, besorgt und dann sind wir zusammen die paar Kilometer dahin geradelt. Die Kinder fanden es gut und meine Frau sagte hinterher zu mir, wenn, dann sollte ich es auch richtig machen und mein altes Pfadfinderhemd herausholen.“

So geschah es. Bei den wöchentlichen Pfadfinderstunden wurde gespielt, gesungen, gebastelt. „Aber die Kinder haben auch den Umgang mit einem Messer gelernt, wie man Zelte aufbaut, Feuer macht und natürlich die Geheimzeichen kennengelernt“, erzählt Ulrich „Ulli“ Schwetasch. Zwei Jahre später seien die Gruber dann zum ersten Mal mit Pfadfindern aus Kiel und Friedrichstadt in ein großes Zeltlager in die Nähe von Koblenz gefahren.

Es „lief wie irre“, so Pastor Schwetasch. Der Stamm in Grube wuchs weiter. Viele Kinder seien aus anderen Kirchengemeinden dazu gekommen. „Wir waren dann irgendwann über 200 Leute und haben den hinteren Pastoratsgarten zum Pfadfinderzeltplatz umgebaut.“ Er habe das Glück gehabt, dass viele Helfer an seiner Seite waren, die ihm bei der Pfadfinderarbeit kreativ, pädagogisch oder administrativ unterstützten.

Grube als Wurzel des heutigen Pfadfinderrings

Nach elf Jahren war seine Zeit in Grube vorbei und er wechselte nach Kirchbarkau, wo er selbstredend einen neuen Pfadfinderstamm aufbaute. Doch Grube bezeichnet er selbst als „Herzkammer der Pfadfinderbewegung in der Nordkirche“. Aus den dortigen Wurzeln sei der heutige Stammbaum der REGP entstanden. „Und die Gruber sind weiterhin die Verlässlichsten überhaupt“, betont Ulli Schwetasch.

Wie einschneidend das Erlebnis für die Kinder der ersten Gruppe war, zeige sich in dem, so der Theologe, was mittlerweile aus ihnen geworden sei. Viele seien im kirchlichen Dienst gelandet, sogar Pastoren oder Pädagogen geworden.

Pfadfinderpastor prägte das weitere Leben vieler Kinder

Andreas Dons leite beispielsweise heute den Pfadfinderstamm in Grube. Andere hätten sich in Schleswig- Holstein verteilt und Pfadfindergruppen gegründet. Der Thomsdorfer Jan Philip Strelow ist nicht nur Pastor in Ascheberg bei Plön, sondern auch Sprecher des REGP. „Als kleiner Junge waren die Pfadfinder rund um den Kirchturm eine attraktive Geschichte“, erzählt Strelow. Die Pfadfinderarbeit habe seitdem einen festen Platz in seinem Leben. Ulli Schwetasch habe junge Menschen als Person und durch seine Persönlichkeit geprägt und fasziniert. „Sein Engagement hat auf viele abgefärbt und so wollen wir heute in Neumünster in einem besonderen Rahmen sein Lebenswerk würdigen.“

Auch wenn er in all den Jahren als Pfadfinderpastor im REGP ein „super zupackendes Team um sich hatte“, so betont Schwetasch, sei er doch froh, die Gesamtverantwortung abgeben zu können: „Jetzt muss die nächste Generation die Arbeit weiterführen.“

 Von Markus Billhardt

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