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Ostholstein Pferde lösen schweren Unfall aus
Lokales Ostholstein Pferde lösen schweren Unfall aus
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22:39 18.09.2013
Pferdebesitzerin Margit von Mateffy und ihr Haflinger-Wallach „Acatenango“, der den nächtlichen Ausflug überlebte. Quelle: Peyronnet
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Hemmelsdorf

Eine verletzte Autofahrerin, ein Totalschaden an einem VW Polo und ein verendeter Haflinger: Ein Unfall zwischen einem Pferd und einem Auto endete in der Nacht zu gestern zwischen Hemmelsdorf und Timmendorfer Strand mit schweren Folgen. Wie das Pferd und ein weiteres mitten in der Nacht auf die Straße kamen, ist bisher unklar. Möglicherweise wurden der Zaun der Koppel mutwillig geöffnet und die Tiere auf die Straße getrieben.

Von der Landesstraße zwischen Hemmelsdorf und Timmendorfer Strand führt am Ortsausgang von Hemmelsdorf eine lange Auffahrt zum Haus von Margit von Mateffy. Rechts am Haus vorbei geht es in den Garten, dann wieder rechts, dann ist der Weg mit einem Zaun versperrt. Dahinter noch ein langer Gang durchs Grüne, bevor ein großes Metalltor samt Elektrozaun auf die Pferdekoppel führt. Alles in allem sind es etwa 200 Meter von der Straße bis zur Koppel. Beide Zäune waren offen, die Pferde hatten den langen Gang durch den Garten und ums Haus zurückgelegt, als in der Nacht zu gestern um 23.08 Uhr der erste Notruf bei der Polizei einging. Pferde auf dem Radweg an der Straße, meldete ein Zeuge. Schon drei Minuten später, um 23.11 Uhr, folgte — so die Polizei — der nächste Notruf, der einen Unfall mit einem Pferd meldete.

Als die Beamten aus Timmendorfer Strand am Unfallort eintrafen, bot sich ihnen ein schreckliches Bild. Die 30-jährige Fahrerin eines VW Polo aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg saß in ihrem völlig zerstörten Auto. Der Polo war mit der etwa 450 Kilogramm schweren Haflingerstute „Mireille“ zusammengestoßen. Das Pferd war auf den Polo gefallen und dort verendet. Die Fahrerin war zwar verletzt, nach Polizeiangaben aber nicht schwer, und wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Margit von Mateffy war inzwischen zum Unfallort geeilt. Ein Freund hatte ihre Pferde zufällig am Straßenrand gesehen und sie umgehend informiert. Zusammen mit einer Freundin fing von Mateffy ihren Wallach „Acatenango“, genannt „Fulano“, ein und führte ihn zurück auf die Koppel. „Hier war alles offen“, berichtete die Freundin über den Zustand der Zäune.

Das deckt sich mit den Beobachtungen von Margit von Mateffy. Sie zeigt, dass an dem Metalltor das Schließblech, das links und rechts des Pfostens das Tor hält, nach oben geklappt und dass zwei Haken des Elektrozauns entfernt waren. „So etwas kann kein Pferd gemacht haben.“ Sie zeigt auch, dass das Futter im Stall unberührt ist. „Wenn die Pferde von selbst herausgekommen wären, hätten sie erst einmal im Garten gegrast und wären nicht auf die Straße gelaufen“, sagt sie. Außerdem seien „Mireille“ und „Fulano“ Westernpferde, die Vertrauen zu Menschen haben und stets hinter ihnen herliefen.

Dass jemand den Zaun geöffnet hat, um die Pferde mutwillig auf die Straße laufen zu lassen, hält auch die Polizei für möglich. „Es ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht auszuschließen, dass zwei Gatter der Pferdekoppel durch Manipulation geöffnet worden sein könnten. Die Polizei Timmendorfer Strand ermittelt in dieser Sache“, teilte Polizeisprecher André Splettstößer mit. Laut Margit von Mateffy war es nicht das erste Mal, dass jemand sich am Zaun zu schaffen machte. Bereits vor einer Woche habe sie so etwas beobachtet und Anzeige erstattet.

Die Besitzerin hängt sehr an ihren Pferden. „Mireille“ war als Fohlen zu ihr gekommen. „Dieses Pferd war mein Leben“, sagt von Mateffy traurig. „Sie war noch sehr fit und so hübsch.“ Den Wallach „Fulano“ hat von Mateffy nur wenige Jahre später bekommen, auch er ist mit 18 Jahren schon ein betagtes, aber noch fittes Pferd.

„Dieses Pferd war mein Leben. ,Mireille‘ war noch sehr fit und so hübsch.“
Margit von Mateffy, Pferdehalterin

Susanne Peyronnet

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