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Ostholstein Pfingsten in Großenbrode: Touristische 180-Grad-Drehung
Lokales Ostholstein Pfingsten in Großenbrode: Touristische 180-Grad-Drehung
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20:27 06.06.2014
Offiziell wird das neue Tourismus-Logo erst heute um 12 Uhr von Michael Siebert der Öffentlichkeit auf der Meer-Bühne präsentiert. Quelle: Fotos: Mantik

Das Pfingstfest 2014 wird in die Geschichte Großenbrodes eingehen. Es wird symbolisch stehen für den touristischen Umbruch in der Gemeinde. Heute um 12 Uhr lüftet Tourismusleiter Michael Siebert das Geheimnis, präsentiert er den Gästen die Neuheiten auf der Meer-Bühne am Südstrand.

Es wird eine Revolution sein, wenn der 54-Jährige die Gäste duzend mit „Ihr“ begrüßen wird, nicht minder gewagt das Ersetzen des Haus-des-Gastes-Schildes mit dem neuen MeerHuus-Emblem. Dabei werden viele Gäste bereits vor der Bühne Platz genommen haben, auf der ebenfalls neuen Verweil-Lounge, bestehend aus Rattanmöbeln mit 150 Sitzplätzen (Preis: 30 000 Euro). Mit Blick auf die Strandmuschel, die dann aber nicht mehr Strandmuschel, sondern Meer-Bühne (Siebert: „Die sieht auch gar nicht wie eine Muschel aus“) heißen wird, fällt dann das weiße Segel, hinter dem gestern noch das neue Tourismus-Logo versteckt war.

Für die LN-Kamera wurde das Segel für ein Vorabfoto jedoch kurz abgenommen. Die Botschaft auf dem Logo, das eine malerische Strandhaferszenerie zeigt, lautet: „180° — Großenbrode — Meer Zeit am Fehmarnsund“. „Das 180 Grad steht für die Veränderung“, erläutert Siebert. Man könnte auch sagen, der Ort wird touristisch auf Links gedreht. Siebert ist es bewusst, dass er damit nicht nur offene Türen einrennt. „Klar gibt es Kritik, aber die Zeit ist reif, dass die Zukunft geplant wird. Bisher ziehen alle mit und die Politik gibt mir den Spielraum, den ich benötige.“

Dank der jüngsten Veränderungen trifft auf der Promenade 70er- Jahre-Charme mit Plattenbauten auf Moderne. Der Wandel wird an der Infrastruktur sichtbar. Siebert weiß: „Das Reizvolle an Großenbrode ist für mich, dass man hier etwas verändern kann.“ Eine Spielwiese für Erneuerer. Siebert nimmt in der Lounge Platz. „Sind die nicht gemütlich?“, fragt er. Die Antwort folgt prompt von Herrschaften, die in Hörweite sitzen. „Ja, ganz wunderbar.“ Eine ältere Dame gesellt sich dazu. „Sie sind doch der Tourismusleiter, nicht?“ Siebert: „Ja, das kann man sagen.“ Sie: „Haben Sie denn keine Angst, dass diese schönen Möbel von den Gästen verschmutzt werden?“ Siebert: „Die Möbel bekommen noch einen blauen Schutzstoff und sind abwaschbar. Genießen Sie es einfach.“ Volksnah ist er, der Tourismus- Chef.

Siebert rührt seinen Kaffee um. Der Blick schweift dabei in die Ferne, in die Zukunft. Dann fixieren seine Augen die Meer-Bühne. Er sagt: „Also die hat ja schon fast die Form eines breiten Strandkorbes. Ich könnte mir vorstellen, die Bühne komplett in ein XXL-Strandkorb-Outfit zu stecken.“ Groß denken im kleinen Tourismus-Ort am Fehmarnsund.

Nach Pfingsten aber muss er zunächst ein anderes Problem lösen, mit dem er sich augenblicklich herumplagt. „Wir erstellen das neue Gastgeberverzeichnis, das dann ebenfalls im Duz-Ton. Die Frage ist nur, ob wir zusätzlich noch eine Imagebroschüre auf den Markt bringen.“ Die soll es spätestens 2016 geben, wenn Großenbrode dann endlich einer Lokalen Tourismus Organisation (LTO) angehört. Es soll die „Ostseespitze“ mit Heiligenhafen sein. Nach einem gescheiterten Zusammenschluss-Versuch vor zwei Jahren soll es nun klappen. Noch im Juni könnten die Politiker beider Kommunen diesen Willen schriftlich fixieren. Siebert erhofft sich dadurch neue wirtschaftliche Rahmenbedingungen — vor allem EU-Fördermittel für den angedachten Promenaden-Umbau — und auch das Marketing soll neue Dimensionen erreichen.

„Jetzt ist aber erst Pfingsten“, sagt Siebert und grinst breit. „Mal sehen, wie die Leute das hier aufnehmen. Ich will auch Interviews führen, die Menschen ein wenig kitzeln, um zu erfahren, was sie darüber denken.“ Schließlich betreibe er mit seinem Team diesen Aufwand, um den Gästen einen schönen Aufenthalt zu ermöglichen.

„Natürlich gibt es auch Kritik, aber die Zeit ist reif, in Großenbrode die Zukunft zu gestalten.“
Michael Siebert, Tourismus-Chef

Peter Mantik

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