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Ostholstein „Pier 15“: Sanierung mit Hindernissen
Lokales Ostholstein „Pier 15“: Sanierung mit Hindernissen
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20:27 04.07.2016
Heiner Wilcken (l.) und Manfred Wohnrade unterstützen die Jugend bei ihrem Projekt „Pier 15“. Quelle: Peter Mantik

Heiner Wilcken hat sein Klemmbrett fest im Griff, blickt nach oben zu den Stahlträgern. Im „Pier 15“, dem ehemaligen „Moin Moin“, regiert noch der Staub.

Wilken unterstützt die Sanierungsarbeiten der Jugend, ist so etwas wie ein ehrenamtlicher Bauleiter. Der 70-Jährige sorgt sich um das Projekt, sagt: „Der lange Atem ist nun gefordert, denn bauliche Unwegbarkeiten sind eingetreten.“ Stahlträger für die Statik mussten ausgetauscht werden, zwischenzeitlich war die gesamte Heizungsanlage ausgefallen und und und. Wilcken sagt: „Das Engagement der Jugend ist beeindruckend. Aber es wusste natürlich niemand von den jungen Leuten, was es bedeutet, ein solches Gebäude zu sanieren.“ Deshalb benötigten die Jugendlichen dringend zusätzliche Unterstützung. Denn so langsam ginge einigen die Puste aus. „Das können andere Jugendliche sein, auch jüngere Schüler oder Eltern, Opas und Omas. Auch Spenden sind erwünscht“, sagt Wilcken.

Manfred Wohnrade, Geschäftsführer der Heiligenhafenert Verkehrsbetriebe (HVB), ist dazugekommen. Bei ihm laufen viele Fäden zusammen. Er sagt: „Viele Dinge, die nun eingetreten sind, waren in der Form nicht vorhersehbar.“ So habe er persönlich das Nutzungskonzept drei Male umschreiben müssen, hätten zusätzlich Lärmschutzgutachten erstellt werden müssen. Kostenfallen, aber auch Frustfaktoren für die Jugend, denn gefühlt geht es kaum weiter. „Mitte Juli kommt der Estrich. Dann sieht es im Gebäude auch aufgeräumter auf. Das wird alle motivieren“, glaubt Wilcken. Dann ist der zweite Atem gefordert. Am besten mit frischen Kräften dazwischen. Jeder sei willkommen, „Pier 15“ sei laut Wilcken und Wohnrade kein geschlossener Kreis.

Wohnrade verdeutlicht auch: „Was hilft ist auch die breite Unterstützung der Politik.“ Die Stadtvertretung wird die entstandenen Mehrkosten von circa 40000 Euro im September nachträglich im Haushalt verankern. Interessierte werden demnächst zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Natürlich auch in der Hoffnung, weitere Mitstreiter zu finden.

Ansprechpartner sind Jannik Schmidt, der Vorsitzende von „Pier 15“ (Telefon: 0172/3597404) oder aber die HVB (04362/50340).

• Infos online auf http://pier15-heiligenhafen.de  oder auf Facebook.

Peter Mantik (45) über den neuen Jugendclub „Pier 15“.

Heiner Wilcken (l.) und Manfred Wohnrade unterstützen die Jugend bei ihrem Projekt „Pier 15“. Quelle: Peter Mantik

Heiligenhafens Jugend wartet seit 20 Jahren auf einen Treffpunkt, wie er derzeit am Hafen im ehemaligen „Moin Moin“ entsteht. „Pier 15“ ist auch deshalb so besonders, weil die aufwendigen Sanierungsarbeiten in großen Anteilen von den jungen Leuten selbst durchgeführt werden – unterstützt von Heiligenhafenern. Jung und alt entwickeln hier etwas gemeinsam.

Aber natürlich begleiten ein solches Projekt auch immer Hindernisse. Bauliche im Gebäude oder aber einige wenige Mitbürger, die entweder gefühlt nie jung waren oder aber vergessen haben, was es bedeutet jung zu sein in einer Stadt an der Peripherie – und deshalb unbegründete Kritik äußern.

Diese Minderheit sollte verinnerlichen, dass ein solch hübscher Ort ohne die Jugend keine Zukunft haben wird. Der demografische Wandel zeigt schon jetzt das Bild einer überalterten Gesellschaft. Es ist den Machern von „Pier 15“ nur zu wünschen, dass sie ihren Weg unbeirrt fortsetzen.

Ein Kommentar von Peter Mantik

 pm

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