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Ostholstein Pilgern durch den Eutiner Schlossgarten
Lokales Ostholstein Pilgern durch den Eutiner Schlossgarten
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21:18 12.04.2016
Die Pastoren Claudia Süssenbach (v. l.) und Frank Karpa sowie die Pilgerbegleiterin Susanne Kasten mit Pilgerheften. Quelle: Düvell-Veen

Als Claudia Süssenbach vor 15 Monaten ihren Dienst beim Kirchenkreis Ostholstein als Pastorin für die Landesgartenschau (LGS) antrat, steckte ein kleines Heftchen aus Hamburg in ihrem Gepäck. Es trug den Titel „Pilgern im Stadtpark“. Sie hatte sich überlegt: „So etwas möchte ich auch für die LGS haben.“ Im Kirchenkreis stieß sie bei Horst Grümbel und Frank Karpa, Pastor für Männer- und Familienarbeit, auf offene Ohren. Beide hatten sich schon seit Jahren mit dem Thema Pilgern beschäftigt und eine Pilger-Gruppe ins Leben gerufen. Auch die LGS-Projektleiterin Stephanie Bolz sprach von einer „Superidee“. Der Eutiner Schlossgarten biete sich dafür geradezu an.

Während der Landesgartenschau bietet der Kirchenkreis immer sonnabends geführte Spaziergänge an.

Gemeinsam machten sich Süssenbach, Karpa und Grümbel auf den Weg und erforschten das Schlossgarten-Gelände. „Wir gingen mit offenen Augen und schauten, welche Orte uns ansprechen“, berichtete Karpa.

Dabei ging es nicht darum, besondere Sehenswürdigkeiten herauszustellen. Entschieden haben sie sich letztlich für zwölf Stationen.

Gestern nun stellten Süssenbach und Karpa gemeinsam mit Susanne Kasten, einer der etwa zehn ehrenamtlich tätigen Pilgerbegleiter, das 48 Seiten starke Heftchen „Rauswege — Pilgern durch den Schlossgarten Eutin“ vor. Es wurde in einer Auflage von 10000 Exemplaren gedruckt und wird gegen eine Gebühr von einem Euro verkauft.

Die Broschüre enthält Gedanken, Gedichte und Bibeltexte, die an allen zwölf Stationen jeweils Impulse zum Nachdenken geben sollen. „Auch nach der LGS wird dieses Angebot weiterhin für Einheimische und Touristen bestehen bleiben“, kündigten Süssenbach und Karpa an.

Regelmäßig sonnabends ab dem 7. Mai, stets um 15 Uhr, beginnen die geführten, etwa 90 Minuten dauernden Pilger-Spaziergänge am Brunnen in dem unter der Regie des Kirchenkreises geschaffenen „Garten am frischen Wasser“. Folglich heißt das erste Kapitel in dem Pilger-Führer auch „Lebensquell Wasser“. Weitere Stationen sind der Seepavillon mit Blick auf die Fasaneninsel und dem Kapitel „Sehnsucht“, die Lindenallee („Geradeaus“), ein dreifacher Baum bei der Festspielbühne („Verbunden“), ein Baum mit Verwachsungen („Mit Verwundungen leben“), nicht-heimische Bäume („Fremde“), der große Wasserfall („Lebenswert“), eine Bank („Innehalten“), die Sonnenuhr („Alles hat seine Zeit“), der Blick auf den Kirchturm („Schief“) und das Labyrinth vor der Michaelskirche („Das Labyrinth“). Alle geführten Pilgergänge enden schließlich an einem beliebigen Platz rund um die Kirche („Der Weg geht weiter“).

Pilgerbegleiter wie Susanne Kasten lesen an den einzelnen Stationen die jeweiligen Texte vor und geben Regieanweisungen. So beispielsweise am Anfang der Lindenallee. Dort werden die Pilgerbegleiter ihre Zuhörer auffordern, den Weg schweigend zu gehen. Dazu die in dem Heftchen festgehaltenen Gedanken von Claudia Süssenbach: „Ich gehe die Allee entlang und bedenke meinen Lebensweg: Wann gab es gerade Wegabschnitte, auf denen alles ,wie am Schnürchen‘ lief? Wo und wann musste ich mich auf meinem Lebensweg entscheiden? Wo waren die Weggabelungen? Was ist (scheinbar) unerreichbar geblieben?

Wo sind die Lücken, die die Lebensstürme hinterlassen haben?“

Natürlich wird es auch möglich sein, den Pilgerweg ohne offizielle Begleitung alleine zu gehen.

Die Pastoren versprechen sich viel von ihrer Offerte, denn: „Pilgern ist ein niedrigschwelliges Angebot für Menschen, sich mit Glaubensthemen zu beschäftigen.“ Das Pilgern werde besser angenommen als viele andere kirchliche Angebote. Pilger seien oftmals wieder einmal, nicht selten aber auch zum ersten Male mit kirchlichen Themen beschäftigt, so Süssenbach und Karpa.

Weitere Informationen zu den geführten Pilger-Spaziergängen gibt es im Internet unter www.garten-am-frischen-wasser.de.

Von Christina Düvell-Veen

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