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Pilotprojekt gegen Plastikmüll

Fehmarn Pilotprojekt gegen Plastikmüll

Am Donnerstag startete der Nabu mit „Mehrweg fürs Meer“. Das Ziel ist es, unnötigen Müll in der Strandgastronomie zu vermeiden. Fehmarn nimmt damit erneut eine bundesweite Vorreiterrolle ein.

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Pilar Schwenn vom „Café El Sol“ im Hafen Burgstaaken macht mit: „Es ist eine gute Idee, damit wird präventiv gearbeitet.“

Quelle: Fotos: Schwennsen

Burgstaaken a. F. Die Verlockung ist groß. Schnell zwischendurch einen heißen Kaffee schlürfen oder einen fruchtigen Erdbeer-Quark genießen. Dazu mittags ein kleiner Fisch-Imbiss oder Pommes. Doch ob am Strand oder in der Fußgängerzone – fast überall fällt Plastikmüll an. Vieles davon landet hinterher im Meer. So nutzt jeder Deutsche jährlich rund „60 Coffee-to- go“-Becher, die nur 15 Minuten gebraucht, dann weggeworfen werden und Jahrzehnte lang nicht verrotten.

LN-Bild

Gestern startete der Nabu mit „Mehrweg fürs Meer“ – Ziel ist es, unnötigen Müll in der Strandgastronomie zu vermeiden – Fehmarn nimmt erneut eine bundesweite Vorreiterrolle ein.

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Aber es geht auch anders: mit einem Pfand-Mehrweg-System. Erneut nimmt Fehmarn dabei bundesweit eine ökologische Vorreiterrolle ein. Gestern startete der Nabu in Burgstaaken das neue Pilotprojekt „Mehrweg fürs Meer“. Mit zunächst fünf Betrieben, die dieses System mit Bechern und Behältern für eine Testphase einführen, soll die wachsende Vermüllung der Meere gestoppt werden. Projektleiterin Lea Schenkelberg: „Müll, der gar nicht entsteht, gelangt auch nicht ins Meer.“

Der Hafen Burgstaaken wurde ganz bewusst gewählt. Denn hier startete bereits 2011 das Projekt „Fishing for Litter“. Damals im überschaubaren Rahmen – doch inzwischen machen Fischer aus 14 Häfen an Nord- und Ostsee mit. Sie kippen den Müll aus ihren Fangnetzen nicht einfach zurück über Bord, sondern entsorgen ihn in speziellen Containern in den Häfen.

Ganz auf Müllvermeidung zielt das neue Projekt, ebenfalls im Rahmen der Nabu-Initiative „Meere ohne Plastik“. Aus alarmierenden Gründen: „Unsere Meere verkommen immer mehr zu Müllkippen für Plastikabfälle jeder Art“, so Nils Möllmann vom Nabu-Bundesverband. Konkret: Jedes Jahr gelangen bis zu zehn Millionen Tonnen Plastikmüll, davon geschätzt allein 80 Prozent vom Land, in unsere Meere.

Ein Großteil davon entsteht durch Verpackungsmaterial. Vor allem in Urlaubsregionen, aber auch in den Städten fällt immer mehr an. Von diesem Plastikmüll seien rund 660 Tierarten betroffen – viele verenden jämmerlich. Aber auch den Menschen trifft es, bei dem die Plastikpartikel über den Umweg Fisch wieder auf den Teller kommen.

Mit dem Projekt „Mehrweg fürs Meer“ möchte der Nabu gemeinsam mit seinen Partnern ein Signal gegen die Verschmutzung der Ostsee setzen. In der Startphase dabei sind: Quarkeria, Fischlädchen, Café El Sol, Camping- und Ferienpark Wulfener Hals sowie das Nabu- Wasservogelreservat Wallnau.

Und so funktioniert es: Wer beim Besuch am Strand oder im Hafen sich mit Getränken oder einem kleine Imbiss verpflegen will, kann es in den teilnehmenden Betrieben im umweltfreundlichen Mehrweggeschirr erhalten. Pro Gefäß ist ein Pfand von drei Euro fällig. Der Pluspunkt: Nach dem Verzehr unterwegs kann es bei einem beliebigen Partnerbetrieb wieder abgegeben werden und verbleibt so im Kreislauf. „Fünfmal genutzt, ist die Ökobilanz bereits besser als bei Einweggeschirr“, so Schenkelberg.

Damit leisten Gastronomen und ihre Kunden – freiwillig – gleich doppelt einen Beitrag zum Schutz der Meere: Es werden Ressourcen geschont – und es entsteht weniger Abfall.

Unterstützt wird das Projekt mit Mitteln der Veolia-Stiftung sowie durch die Inselinitiative „Im Meer weniger Plastik“. Letztere ist es auf Initiative vor allem des Umweltrates Fehmarn bereits gelungen, viele Inselbetriebe dafür zu gewinnen, dass sie ganz oder weitgehend auf Plastiktüten verzichten

 Gerd-J. Schwennsen

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