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Ostholstein Pionierarbeit: Sipsdorf soll autark leuchten
Lokales Ostholstein Pionierarbeit: Sipsdorf soll autark leuchten
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22:01 29.06.2017
Lensahn/Sipsdorf

 „Wir leisten uns, im Gegensatz zu einigen anderen Kommunen, den Luxus, die Lampen nachts leuchten zu lassen – auch in dezentralen Ortsteilen und Dörfern. Damit wir weiterhin den Bürgern dieses Sicherheitsgefühl bieten können, braucht es aber Ideen“, sagt Winter und erinnert, wie er auf die autonome Nutzung von Wind- und Sonnenenergie gekommen ist.

 

Darstellung der Kleinwindanlage.

So ist nun geplant, im Bereich zwischen Sport- und Spielplatz gegenüber dem Feuerwehrhaus in Sipsdorf einen Kleincontainer (zwei mal drei Meter) aufzustellen. Zur Stromerzeugung wird darauf eine Photovoltaikanlage mit 30-prozentiger Neigung errichtet. Sie wird eine Leistung von 1,5 kW haben. Daneben soll eine Kleinwindanlage mit einer Leistung von einem Kilowatt aufgestellt werden. Der Container beherbergt den notwendigen Wechselrichter und Stromspeicher, von dem die Einspeisung ins vorhandene Erdkabel der Straßenbeleuchtung erfolgt.

„Die Turbine der Kleinwindanlage in etwa zwei Meter Höhe ist ein geschlossenes System. Es hat eine niedrige Anlaufgeschwindigkeit, keine Vibrationsentwicklung, ist sehr leise und hat, wichtig für die Sicherheit, keine offenen rotierenden Teile“, sagt Ulf Westphal vom Amt der Gemeinde Lensahn.

Er selbst ist Handwerksmeister für Elektrotechnik und motiviert, dass die Anlage zum Laufen kommt: „So etwas gibt es meines Wissens hier bei uns im Norden noch gar nicht. Das ist echte Pionierarbeit.“

„Ich bin ebenfalls felsenfest davon überzeugt, dass es funktionieren wird“, sagt Klaus Winter im Gespräch mit LN und verspricht sich davon künftig Einsparungen und erhebliche Entlastungen bei den Stromkosten.

Denn gleichzeitig findet auch eine Umrüstung der vorhandenen 36 Leuchtköpfe in Sipsdorf auf LED-Technik statt. So würden laut Bürgermeister die alten Lampen bisher etwa 70, die neuen nur 22 Watt pro Stunde verbrauchen. Auch ließe sich der Stromverbrauch durch eine intelligente Dimmung, die das menschliche Auge kaum wahrnehme, reduzieren, ergänzt Westphal.

Bis zum Beginn der dunklen Jahreszeit soll der Großteil des Projekts umgesetzt werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 40 000 Euro. Über die Aktiv-Region Wagrien/Fehmarn konnte Lensahn eine Förderung aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums in Höhe von 13330 Euro einwerben. „Wir haben uns Sipsdorf auch ausgesucht, weil es direkt an der K

59 zwischen Oldenburg und Lensahn liegt und jeder sich von der Wirksamkeit überzeugen kann. Ich bin sicher, es finden sich Nachahmer“, stellt Klaus Winter fest, hat aber mit Lensahnerhof und Wahrendorf zwei weitere Standorte selbst im Blick.

 Markus Billhardt

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