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Ostholstein Planer zeigen erste Ideen für Arne-Jacobsen-Siedlung
Lokales Ostholstein Planer zeigen erste Ideen für Arne-Jacobsen-Siedlung
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20:40 23.05.2016

Bei der dritten Bürgerversammlung präsentierten Bauamtsleiter Marcel Quattek und Hathumar Drost von der Kommunalberatung „complan“ am Sonnabend den Bürgern den aktuellen Planungsstand zur Arne-Jacobsen-Siedlung in Burgtiefe. Sie soll aus Mitteln des Fördertopfes „Städtebaulicher Denkmalschutz“ in den kommenden Jahren spürbar aufgewertet werden.

Burgtiefe soll vom Fördertopf Städtebaulicher Denkmalschutz profitieren – Auf Bürgerversammlung wurde auch über eine Seebrücke und Hotelprojekt diskutiert.

„Baudenkmal erhalten.“Hathumar Drost, Planer

Kleine, aber passende Fußnote am Rande: Quattek entschuldigte Bürgermeister Jörg Weber (SPD), der gerade zum zweiten Mal Großvater geworden sei. Dabei zog er mit Blick auf die lange Planungsphase in Burgtiefe Parallelen zur Geburt eines Kindes: „Erst wartet man zwölf Monate, dass endlich etwas passiert. Und dann wird es eine schwierige Geburt.“ Gelächter im Saal, denn so lange will keiner auf ein Kind oder die Umgestaltung von Burgtiefe mehr warten.

Dabei verwies der Bauamtsleiter am Tag der Städtebauförderung darauf, wie wichtig die Unterstützung von Bund und Land für die Umsetzung des Vorhabens sei. Planer Drost betonte, dass es sich bei den Zuwendungen um eine Langfristförderung über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren handele.

Besonders wichtig sei die Einhaltung von Vorgaben, um sie überhaupt zu erhalten. Mit Hinweis auf die nach über vier Jahrzehnten deutlich sichtbaren Bau- und Funktionsschwächen im Ferienzentrum Burgtiefe betonte er: „Wir wollen das Baudenkmal von Arne Jacobsen erhalten und schonend weiterentwickeln.“

Unter dem Motto „Südstrand Burgtiefe – Meer erleben!“ hat das Planungsbüro die Halbinsel in sechs Bereiche unterteilt, die Drost im Wechsel mit seiner Mitarbeiterin Isabell Strieder vorstellte.

Zentral ist dabei die „Lebendige Mitte“: Wie damals, als Arne Jacobsen den Zuschlag erhielt, soll hierfür ein Realisierungswettbewerb ausgeschrieben werden. Teil des Konzepts ist auch eine Seebrücke nach dem Vorbild von Heiligenhafen. Gebaut werden könnte ab 2017.

Bei der anschließenden Fragerunde kamen zahlreiche baurechtliche Details zur Sprache. Ein Bürger warf in die Debatte: „Wie verhindern wir, dass der holländische Investor van Herk sein Grundstück erst nach der Umgestaltung mit Wertsteigerung verkauft?" Darauf entgegnete Quattek: „Er will es derzeit nicht verkaufen, sondern entwickeln. Wir sehen es positiv, dass sich dort etwas tun soll.“ Im Fall der Fälle habe die Stadt Fehmarn aber ein Vorkaufsrecht und prüfe den Verkaufspreis genau.

Hinterher hatten die Bürger an sechs Schautafeln die Möglichkeit, die Vorhaben mit grünen und roten Punkten zu bewerten. Hinter vorgehaltener Hand wurde jedoch deutlich, dass einigen Teilnehmern ein kompletter Neuanfang in Burgtiefe lieber wäre als die denkmalgerechte und damit eher behutsame Umgestaltung der nicht unumstrittenen Siedlung. Bauamtsleiter Quattek kündigte dazu weitere Versammlungen an, um die Bürger über den Fortgang der Planungen zu informieren.

Dänische Moderne auf Fehmarn: Arne Jacobsen

Arne Jacobsen (1902-1971) ist ein legendärer dänischer Architekt und Designer mit großem Lebenswerk, sichtbar in London, Kopenhagen, Hamburg oder Oxford. Der Mann von Weltrang hat auch auf Fehmarn seine Spuren hinterlassen: Das Feriencentrum in Burgtiefe entstand 1965 bis 1973. Es steht unter Denkmalschutz. Viele Fehmaraner stoßen sich an den IFA-„Wohn-Silos“, dem Meerwasser-Wellen-Hallenbad (aus heutiger Sicht ein Energieverschwender) oder dem baufälligen Haus des Kurgastes. Jacobsen plante den touristischen Entwurf für eine Feriensiedlung mit Perspektive bis ins 21. und 22. Jahrhundert, musste sich aber auf zahlreiche Kompromisse einlassen. gjs

Marc R. Hofmann

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