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Ostholstein Plattdütscher „Jedermann“ auf der Landesgartenschau
Lokales Ostholstein Plattdütscher „Jedermann“ auf der Landesgartenschau
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20:17 12.04.2016
Volker Langbehn (r.) in der Rolle des „Slömers“. Am Freitag, 27. Mai, ist das Stück auf der Hauptbühne am Schloss auf der Landesgartenschau in Eutin zu sehen. Quelle: Archiv

/Eutin. „Planten, Blomen un Water“ — vom 27. bis 29. Mai kommt die Landesgartenschau ihren Besuchern „op Platt“. Mit von der Partie ist dann auch die Laienspielgruppe aus Grube mit ihrem Stück „De düdesche Slömer“ (Der deutsche Schlemmer).

Gruber Laienspielgruppe bringt den „Düdeschen Slömer“ auf die Eutiner Bühne.

LN-Serie:

LGS — Wir

sind dabei

Als die Veranstaltungsleitung der Landesgartenschau über den Gruber Heimat- und Kulturverein bei der Laienspielgruppe anfragte, war sich das 17-köpfige Ensemble schnell einig: Wir machen das! Am Freitag, 27. Mai, um 18.30 Uhr wird die Gruppe, die in der heutigen Zusammensetzung seit 2010 zusammenspielt, den „Düdeschen Slömer“ auf die Hauptbühne am Schloss bringen.

Lampenfieber habe man schon, gesteht Regisseurin Anja Nölting in Anbetracht des ersten Open- Air-Auftrittes für den „Slömer“. Sie und ihre Mitstreiter sind gespannt, wie die ganz besondere Atmosphäre des plattdeutschen „Jedermann“ jetzt unter freiem Himmel zur Geltung kommt — statt in der Gruber Kirche. Dabei gilt es auf der Landesgartenschau auch noch ein anderes kleines Hindernis zu überwinden.

Volker Langbehn, seit 1987 in der Hauptrolle des „Slömer“ kennt das Stück komplett auswendig und konnte seinen Mitspielern bei Bedarf immer mal wieder den richtigen Einsatz vorsagen. Aber „Toseggen“

(Vorsagen) ist in Eutin nicht: „Dort werden wir wohl mit Headsets spielen“, vermutet Langbehn, der als Gärtner auch eine berufliche Bindung an die Landesgartenschau hat.

Lampenfieber hat die Truppe jedoch auch, wenn sie im zweijährigen Rhythmus in der Gruber Kirche auftritt. Jenem Ort, an dem der Gruber Pastor Johannes Stricker 1584 „Dat Speel von den rieken Mann“

verfasste. Doch das Lampenfieber verfliegt erfahrungsgemäß, sobald die ersten Sätze in Versform erklungen sind. Die Darsteller, hat Anja Nölting beobachtet, seien dabei im Laufe der Jahre über sich selbst hinausgewachsen: „Zuerst wirkte alles ein bisschen gelernt. Irgendwann sind die Darsteller dann aber ganz mit ihrer Rolle verschmolzen, haben nicht nur etwas aufgeführt, sondern sie waren der jeweilige Charakter auf der Bühne.“

Der „Slömer“ ist ihnen mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen. Und so manches mal findet auch Kerstin Schmidt — im Stück die Ehefrau des „Slömer“ — im realen Leben Parallelen zu der Geschichte des Mannes, der schlemmend und prassend das Leben genießt und dann im Angesicht des Todes zu Gott findet. „Einige Male habe ich beobachtet, wie sich Freunde von Menschen abkehren, die gerade einen Schicksalsschlag erlitten haben.“ Und auch Anja Nölting hat sich schon manches Mal gefragt: „Hab ich eigentlich ‘ne saubere Weste, wenn ich an Slömers Stelle stehe.“

Volker Langbehn grübelt etwas, findet dann aber auch einen Satz, der etwas ganz persönlich mit ihm zu tun hat: „Ich heff den rechten Wech nun funnen und mi den besten Geleitsmann wunnen.“

40 bis 75 Jahre alt sind die Darsteller. „Manche trauen sich das manchmal nicht mehr zu, aber wir konnten bisher alle immer wieder überzeugen, dass sie für ihre jeweilige Rolle einfach unentbehrlich sind“, betont Nölting. Einige der Rollen könnten nun mal nicht mit einem „Jungspunt“ besetzt werden, sondern lebten auch von der Lebenserfahrung der jeweiligen Person.

Langbehn, Nölting und Schmidt sind jedenfalls optimistisch: „Bei der Aufführung auf der Landesgartenschau wird schon alles schiefgehen.“

In der nächsten Folge stellen wir am Sonntag die Theatergruppe Mischpoke vor.

Von Thomas Klatt

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