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Ostholstein Plauder-Wahlkampf mit Torsten Albig in Eutin
Lokales Ostholstein Plauder-Wahlkampf mit Torsten Albig in Eutin
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23:14 04.04.2017
Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) berichtet beim Wahlkampf-Stopp in Eutin über sich und seine Politik. Quelle: Foto: Petersen
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Eutin

Was Martin Schulz kann, das kann auch Torsten Albig. So wie die neue Lichtgestalt der SPD bevorzugt seine Lebensgeschichte erzählt, vom verstolperten Abitur und den einfachen Verhältnissen, aus denen er stammt, so offenherzig breitet auch der sozialdemokratische Ministerpräsident Privates mit Politischem aus. Als Landesvater, der als erster in der Familie Abitur machen durfte, geerdet und mit den Alltagsnöten der Schleswig-Holsteiner bestens vertraut, präsentierte sich der 53-Jährige am Montagabend auf Plauder-Stippvisite in Eutin, um für die Wiederwahl am 7. Mai zu werben.

Sein Vater Soldat ohne Schulabschluss, die Mutter Verkäuferin – bei seiner Geburt habe nicht im Stammbuch gestanden, dass er einmal Ministerpräsident werde. „Trotzdem stehe ich hier, eine wundervolle Erfahrung, die zeigt: Dies ist kein schlechtes Land“, strich der SPD-Spitzenkandidat heraus. Er wolle es noch gerechter und moderner machen. „Torsten Albig im Gespräch“, lautete das Motto des Abends, zu dem die Partei in den Busterminal Behrens geladen hatte. Etwa 100 Gäste kamen, überwiegend Parteimitglieder. Sie konnten auf verteilten Karten Fragen an den Spitzenmann formulieren, die in die Veranstaltung eingestreut wurden. Die Moderatorin, eine Journalistin aus Berlin, fragte vor allem nach Privatem, um neben dem Politiker den Menschen Torsten Albig sichtbar werden zu lassen.

So erfuhr das Publikum, dass dieser seine erste Busreise mit 17 nach Prag unternahm und der Trip mit der Freundin „sehr intensiv in diesem sehr engen Bus“ war. Oder dass er „ganz ordentlich Nudeln machen“ könne und sich auch mal ein Butterbrot für die Arbeit schmiere. Es sei doch eine lustige Vorstellung, dass man als Ministerpräsident ein anderes Leben führe, mokierte sich Albig. Sein Leben unterscheide sich kaum von dem anderer. „Ich bin nicht da oben, ich bin nicht der König von Schleswig-Holstein geworden.“ Er habe eine Aufgabe bekommen, die erledige er. Mehr nicht, außer dass er von der Polizei zur Arbeit eskortiert werde.

Um Politik ging es aber auch. Wie er die Zukunft des ländlichen Raums sehe, lautete eine eingesammelte Kärtchen-Frage. Der wahlkämpfende Regierungschef gab einen optimistischen Ausblick. Zu eng, zu teuer: Schon bald würden die Menschen aus den Metropolen fliehen, zumal das schnelle Internet auf dem Lande ganz neue Chancen eröffne. Beim Verlegen von Glasfaserkabeln sei Schleswig-Holstein ganz vorn, nirgendwo in Deutschland sei die Anschlussdichte höher. Albigs Prognose: „Es warten eher bessere Zeiten auf Schleswig-Holstein zwischen den Metropolen Hamburg und Kopenhagen.“

Warum nicht mehr Geld in die Sanierung der Landesstraßen gesteckt werde, lautete eine weitere Frage. Von seiner Regierung würden jetzt drei Mal so viele Straßen erneuert wie unter der Vorgängerregierung, konterte Albig. Mehr gehe nicht, auch nicht mit mehr Geld, die Baufirmen seien ausgelastet. „Bis spätestens 2030 werden wir das Land schier haben“, verkündete der SPD-Politiker, der sich offenbar noch mehrere Amtsperioden vorstellen kann. Eine weitere Zusage: Bis 2022/23 soll es 500 Polizeibeamte zusätzlich im Land geben. Mehr gehe auch hier nicht, die Nachwuchsausbildung in Eutin sei schließlich voll ausgelastet.

Keine Hoffnung machte Albig für die Wiedereröffnung einer Geburtenstation in Oldenburg – auch wenn sein Sohn dort 1992 geboren wurde. Die Fallzahlen seien zu niedrig, so dass eine solche Station in Oldenburg nicht verantwortlich zu führen sei. Er werde sich da nicht dem Rat seiner Fachleute entgegenstellen, „nur weil die Kommunalpolitik es will“.

pet

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