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Ostholstein Pönitz erfüllt Schülerzahlen: Oberstufe kann kommen
Lokales Ostholstein Pönitz erfüllt Schülerzahlen: Oberstufe kann kommen
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22:07 08.03.2018
Falls eine Oberstufe an der Gemeinschaftsschule in Pönitz eingerichtet wird, müsste das Gebäude erweitert werden. Quelle: Foto: Beke Zill
Pönitz

91 Schüler haben sich für das kommende Schuljahr in Pönitz angemeldet – 50 Anmeldungen müssten vorliegen, um eine Oberstufe einzurichten. Auf die Zahlen hat Bildungsministerin Karin Prien (CDU) laut eines Schreibens an die Gemeinde noch gewartet. In dem Brief heißt es, dass sich das Ministerium in einem Abwägungsprozess befinde und daher die Anmeldezahlen abwarten möchte. Weiter schreibt Prien, dass „mit einer Entscheidung zu Beginn des zweiten Quartals“ zu rechnen sei.

„Wir wollen den Schulstandort Pönitz sichern.Volker Owerien (parteilos)

Bürgermeister der

Gemeinde Scharbeutz

Andere Gemeinden fürchten Schwächung ihrer Schulen

Bereits Ende 2016 hatte die Gemeinde den Antrag auf Einrichtung einer Oberstufe eingereicht. Die Entwicklung der Gemeinde, den Zuzug von jungen Familien in zehn gerade fertiggestellten und neu geschaffenen Baugebieten bis 2020 und die „hohe Anerkennung der Schule“ sowie die stetig wachsenden Schülerzahlen von 472 im Jahr 2015 auf derzeit 493 Schülern in den Klassen fünf bis zehn ergab den Wunsch nach einer Sekundarstufe II. Bis 2020 würden weitere 691 Wohneinheiten geschaffen, sagte Owerien.

Aufgrund des Wachstums in seiner Gemeinde ist sich Owerien sicher, die geforderten Mindestzahlen an Schülern auch zukünftig halten zu können – auch in Hinblick auf die Wiedereinführung des Abiturs nach neun Jahren, das inzwischen an allen Gymnasien in der Umgebung wie in Eutin und Timmendorf angeboten wird. „Wir wollen den Schulstandort Pönitz sichern“, sagte der Verwaltungschef. Er sieht große Vorteile in einem Aufbau einer Sekundarstufe II. „Die Schüler haben die Chance, alle Schulabschlüsse an ein und derselben Schule zu machen“, nennt Owerien einen wichtigen Aspekt. Zudem bietet die Gemeinschaftsschule den Schüler, deren Bildungsweg noch nicht eindeutig abzusehen ist, einen leichteren Einstieg.

Das neue Angebot wäre ein weiterer Grund dafür, dass Eltern ihre Kinder auch aus anderen Gemeinden nach Pönitz schicken. Das bedeutet wiederum eine Schwächung der übrigen Standorte, so die Kritik der Gemeinden Timmendorfer Strand, Ratekau und Eutin. Die Versorgung mit Schulen, an denen das Abitur erreicht werde könne, sei in Ostholstein voll gegeben, sagte Eutins Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos). Zudem würde eine Oberstufe in Pönitz Schüler aus dem Einzugsbereich der Eutiner Schulen rekrutieren und zu Verwerfungen in den Schülerströmen führen, die aus Gesamtsicht so nicht gewollt sein könnten. Die betroffenen Gemeinden gaben beim Land Stellungnahmen ab.

Bürgermeister: Schulgesetz

fordert freie Schulwahl

Den Unmut könne Owerien nachvollziehen. Tatsache sei jedoch, dass das Schulgesetz eine freie Schulwahl und den Elterwillen stärken wollte. Und das Gesetz müsse auch für Gemeinschaftsschulen gelten.

„Das bedeutet Konkurrenz und Wettbewerb um die beste Qualität. Das darf der Gemeinde und der Schule, die ihre Hausaufgaben gemacht haben, nicht zum Nachteil gereichen.“ Zudem könne Pönitz auch nur eine begrenzte Schülerzahl aufnehmen. „Und durch die dargestellte Entwicklung unserer Baugebiete werden auch immer mehr Schüler aus der eigenen Gemeinde aufgenommen.“

Falls die Gemeinde die Erlaubnis erhält, ist die Schule vorbereitet. „Es gibt bereits ein Konzept“, sagte Owerien. Natürlich brauche die Gemeinde eine Vorlaufzeit von drei bis vier Jahren. „Wir müssen wieder bauen“, erklärte er. Zunächst wartet Owerien aber auf ein Signal aus dem Ministerium. „An uns kann es jetzt nicht liegen.“

Beke Zill

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