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Ostholstein Pokémon: Die Eutiner sind auf der Jagd nach den kleinen Monstern
Lokales Ostholstein Pokémon: Die Eutiner sind auf der Jagd nach den kleinen Monstern
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23:39 16.07.2016
Moritz von Starck und Leon Risch (v. l.) spielen auf dem Marktplatz begeistert „Pokémon Go.“ Dort, wo das Ehrenmal steht, befindet sich in dem Spiel eine Arena, in der die sogenannten Trainer gegeneinander bei unblutigen Kämpfen antreten können. Quelle: Fotos: Kim Meyer
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Eutin

Eine grimmig dreinschauende Ratte sitzt mitten auf dem Marktplatz in Eutin. Was für viele Ostholsteiner eine Horrorvorstellung wäre, ist für „Pokémon-Go“-Spieler ein Grund zur Freude. Bei ihnen ist der 60 Zentimeter große und knapp elf Kilogramm schwere virtuelle Koloss von einem Nagetier heiß begehrt. Denn bei „Pokémon Go“ müssen die Spieler die Monster, die sich Pokémon nennen und zum Teil echten Tieren ähneln, sammeln und trainieren. Weltweit sorgt die neue App für Aufregung und auch in Eutin gibt es, schon wenige Tage nach der Veröffentlichung, viele begeisterte Spieler.

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Seit Mittwoch ist die Handy-App „Pokémon Go“ auch in Deutschland erhältlich – Bei dem Augmented- Reality-Spiel machen auch viele Eutiner mit – In der Stadt gibt es jetzt viel zu entdecken.

Spielend unterwegs

133Pokémon gibt es. Zu finden sind sie überall auf der Straße und in der Natur. Das Spiel bildet die tatsächliche Umgebung ab – Straßen und Sehenswürdigkeiten wie das Eutiner Schloss werden bei diesem sogenannten Augmented-Reality-Spiel integriert. Die Nutzer werden dazu über GPS geortet und müssen somit zu Fuß das Spiel erkunden.

Schnurstracks läuft Fiona vom Tresen auf die „Lesende“, die Bronzeskulptur vor der Landesbibliothek, zu. Dabei richtet sie den Blick immer wieder auf ihr Handy, bis sie sicher ist: Da ist ein „Pokéstop“. An diesen Stationen, die immer an Sehenswürdigkeiten gebunden sind, erhalten Spieler neben einer kurzen Beschreibung, quasi einer Weiterbildung für die analoge Welt, in dem Spiel verschiedene Gegenstände. „Ich finde es gut, dass die App zu solchen Orten führt“, sagt die 31-Jährige. „Die Kinder würden die sonst gar nicht sehen.“ Das sei ein schöner Nebeneffekt. „Ansonsten macht das Spiel ganz viel Spaß“, sagt sie. „Man kann das gut mit Freunden spielen. Ich habe auch schon ganze Gruppen getroffen, die sich dabei gefunden haben.“ Und noch einen Vorteil sieht sie: „Das macht stramme Schenkel – ich bin schon 6,8 Kilometer in zwei Tagen gelaufen.“

Nur einige hundert Meter weiter ist auch die Berufsschulklasse von Jahnes Hotze und Jan Nicolai im Pokémon-Fieber. „Die rennen alle auf der Landesgartenschau herum und fangen die Viecher“, sagt Hotze, der von der Begeisterung genervt ist. „Meine Freundin hat sich das auch heruntergeladen und hat jetzt nur noch das Handy vor dem Gesicht.“ Sein Mitschüler ist dagegen neugierig. „Alle sind so begeistert“, sagt der 32-Jährige. „Ich wollte das auch mal runterladen und ausprobieren.“

Begeistert von dem neuen Spiel sind Leon Risch und Moritz von Stark. Die Freunde sitzen auf der Bank am Ehrenmal auf dem Markplatz. Aus gutem Grund: Hier ist eine Arena. „Die habe ich gerade eingenommen“, sagt Leon Risch stolz. Bei dem unblutigen Kampf treten die Trainer, so nennen sich die Spieler, mit ihren Pokémon gegeneinander an. Dabei geht es nicht nur darum zu gewinnen, die kleinen Monster werden auch trainiert. Ab einem gewissen Trainingslevel entwickeln sie sich dann weiter.

„Da kommen Kindheitserinnerungen hoch“, sagt der 21-Jährige, der das ursprüngliche „Pokémon“ auf dem Gameboy gespielt hat. Bei dieser Variante spielte sich jedoch noch alles auf der Konsole ab. „Das war damals eine absolute Beschäftigung“, sagt er. Jetzt konnte Risch es kaum erwarten, das neue Spiel auszuprobieren. „Ich habe das schon vor dem Deutschlandstart über den australischen Appstore heruntergeladen“, sagt er. Bei seinem Handyanbieter hat er sogar eine schnellere Internetverbindung bestellt.

Mit seiner Begeisterung hat er auch Moritz von Starck angesteckt. „Wir haben drei Tage eine Fahrradtour gemacht und er hat das nur gespielt“, sagt der 19-Jährige. „Jetzt wollte ich auch wissen, was das ist. Das macht echt Spaß.“

Wenige Meter weiter steht Tom Giesler vor dem Brunnen – ein Pokéstop. Da sammelt er in seinem Spiel einige Gegenstände ein. „Ich habe sonst keine Handyspiele“, sagt der 16-Jährige. „Das hier macht Spaß, weil es ein bisschen wie im echten Leben ist. ,Pokémon Go’ ist anders als andere Spiele.“

 Kim Meyer

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