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Ostholstein Politik gibt grünes Licht für neues Ratekauer Ortszentrum
Lokales Ostholstein Politik gibt grünes Licht für neues Ratekauer Ortszentrum
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22:59 19.08.2016
Die Treppe hinter dem Jugendzentrum soll verschwinden. Der Übergang wird behindertengerecht.
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Ratekau

Geht es um Kleinigkeiten, dann können die Ratekauer Kommunalpolitiker schon mal laut werden, und sie können sich vortrefflich streiten. Geht es aber um das Große und Ganze, dann sind sie einer Meinung. Dann ziehen alle an einem Strang – und das noch in dieselbe Richtung. So geschehen zuletzt während einer Sondersitzung des Ausschusses für Umwelt, Natur, Energie und Bauen.

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Ausschuss genehmigte einstimmig Bebauungsplanänderung und Architektenpläne.

Nachdem sie unterschiedliche Ansichten zur Anzahl von Parkplätzen auf dem neuen Ratekauer Ortsmittelpunkt sowie über die Größe der Küche im neu zu bauenden Familienzentrum ausgetauscht hatten, hoben sie bei den entscheidenden Abstimmungen alle einmütig die Hand. Sie votierten damit sowohl für den Architektenentwurf für das Familienzentrum als auch für eine Änderung des Bebauungsplanes. Der Verwaltung mit Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) an der Spitze gaben sie damit grünes Licht für die weiteren Schritte in Richtung Neugestaltung des Ratekauer Ortsmittelpunktes.

Zu Beginn der Sitzung verwies Keller auf den engen Zeitplan, der sich durch die in Aussicht gestellten Fördergelder ergebe. Dafür müsse unter anderem ein gültiger Bebauungsplan vorgelegt werden.

Möglich ist eine Förderung von 75 Prozent der auf 950000 Euro veranschlagten Baukosten, das sind 712500 Euro. Dabei handelt es sich um Restmittel aus der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz. Keller: „Wir sind noch gut in der Zeit, und wir haben schon eine ganze Menge erreicht.“

Einzelheiten des groß angelegten Projektes erläuterten an dem Abend die Garten- und Landschaftsarchitekten Christiane Haberkorn und Jasper Käßmann sowie der Architekt Martin Spieß. Das gesamte Investitionsvolumen wird mit etwa 7,5 Millionen Euro angegeben. 6,5 Millionen Euro davon trägt ein privater Investor. Er will ein Wohnhaus mit etwa 20 Einheiten errichten. Im Erdgeschoss soll Platz sein für eine barrierefrei zugängliche Arztpraxis.

Dieser Wunsch, so der Bürgermeister, werde seit Jahren schon ständig geäußert. Keller berichtete aus eigener Erfahrung: „Als ich neulich bei den Ratekauer Senioren zum Bingo-Spielen war, war das das Hauptthema unserer Unterhaltung.“ Die „Bausteine“ der Umgestaltung des Ratekauer Ortsmittelpunktes sind Kellers Worten zufolge die Erweiterung und Vernetzung der Angebote, eine barrierefreie Wegeverbindung, eine Steigerung der Aufenthaltsqualität sowie das Wohnen in attraktiver Ortslage.

Das neue Ortszentrum, so die Planer, werde von allen Seiten aus erreichbar sein. Angedacht seien Wasserspiele, großzügig angelegte Grünflächen, eine Boulebahn, zwei kleine Gastronomie-Stände und vieles andere mehr. Alter Baumbestand soll berücksichtigt, neue Bäume sollen gepflanzt werden.

Zum Familienzentrum als Kernstück des gesamten Projektes soll das jetzige Jugendzentrum umgebaut werden. In dem Gebäude werden dann alle Beratungsangebote der Gemeinde gebündelt. „So wie jetzt schon abzusehen ist, ist dann an jedem Tag richtig etwas los“, verkündete Keller. Außerdem können dort Veranstaltungen und verschiedene Kurse stattfinden. Das Jugendzentrum wird im Keller untergebracht und einen eigenen Zugang bekommen. Im Erdgeschoss und in der ersten Etage sind zwei Multifunktionsräume, eine Küche, Lagerräume und vier Büros geplant. Ein Behinderten-WC wird weiterhin von außen zugänglich sein, ein weiteres wird im Gebäude eingerichtet.

Behindertengerecht gestaltet wird auch der Übergang vom Ortszentrum zum Einkaufszentrum. Dafür soll die steile Treppe hinter dem Jugendzentrum verschwinden, der Übergang soll fließend gestaltet werden. Ende 2019, so die bisherigen Planungen, könnten die Bauarbeiten beendet sein.

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Die Ratekauer Bevölkerung soll während einer Dorfschaftsversammlung am Donnerstag, 8. September, über die Planungen für das neue Ortszentrum informiert werden. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Bürgersaal des Rathauses.

Im Oktober wird es eine Dorfschaftsversammlung in Pansdorf geben. Der genaue Termin dafür steht noch nicht fest. Dann geht es vorrangig um die Ausbaubeiträge, die im Zuge von Arbeiten auf der Landesstraße 309 erhoben werden müssen.

Die offizielle Einweihung des Erweiterungsbaues an der Cesar-Klein-Schule in Ratekau wird am Freitag, 16. September, gefeiert, kündigte Bürgermeister Thomas Keller an. Er sagte aber auch:

„Bis dahin ist noch eine ganze Menge zu tun.“

 Christina Düvell-Veen

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