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Ostholstein Politik sträubt sich gegen Lärmschutz auf Fehmarn
Lokales Ostholstein Politik sträubt sich gegen Lärmschutz auf Fehmarn
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20:14 02.02.2018
Ingenieur Sönke Gimmerthal (rechts stehend) stellte erste Untersuchungsergebnisse vor. Quelle: Foto: Kirchner
Burg a. F

Das Ziel ist eigentlich, in der Nähe von Hauptverkehrsstraßen festzustellen, wie viele Menschen wie stark durch den Verkehrslärm belästigt werden. Auf Fehmarn sind dies die Europastraße 47 und die Landesstraße 209 zwischen Burg und Landkirchen. Die Bevölkerung soll an der Planung beteiligt werden. Wie sich jetzt in der Sitzung des fehmarnschen Bau- und Umweltausschusses allerdings zeigte, stehen die Lokalpolitiker momentan nicht mit allzu großer Begeisterung hinter einem „Lärm-Kataster“. Ausschussvorsitzender Andreas Herkommer (SPD) erinnerte daher an den entsprechenden Beschluss der Stadtvertretung, der nun kein Nein mehr gestatte. Den Fehmarn-Politikern erscheint indes der jetzige Zeitpunkt für die Aufstellung eines solchen Planes äußerst ungünstig.

Denn durch den Bau der festen Beltquerung werden sich nach Ansicht der meisten Ausschussmitglieder die Verkehrsverhältnisse auf der Insel derart ändern, dass eine Planung im Moment fast vergebliche Arbeit und überflüssige Kosten bedeute. Nur Ausschussmitglied Marianne Unger (SPD) betonte, dass Lärmschutz zu jeder Zeit Bedeutung habe und auch schon jetzt Handlungsbedarf bestehe.

Selbst Ingenieur Sönke Gimmerthal vom beauftragten Institut Lairm-Consult, der die ersten Ergebnisse vorstellte, musste aber einräumen, dass man im Moment die Entwicklung noch nicht absehen könne und angesichts der Planungen der festen Beltquerung der Prognosehorizont fehle. Vor allem könnten deshalb auch noch keine Lärmschutzmaßnahmen festgelegt werden. Alle fünf Jahre erfolge eine neue Prüfung der Lärmentwicklung, berichtete er. Was Ausschussmitglied Gunnar Mehnert (WuW) zu der Äußerung veranlasste, dass somit im Moment auch niemandem mit der Aufstellung geholfen sei.

Auch von den bisherigen Ermittlungen und Aufzeichnungen des Instituts, die auf Verkehrszählungen und Lärmmessungen beruhen, zeigten sich einige Ausschussmitglieder nicht sonderlich angetan. So sei der gesamte Bereich auf der E 47 nördlich von Burg überhaupt nicht erfasst worden, wurde beanstandet. Dort herrsche doch ebenfalls eine erhebliche Verkehrsdichte, hielt Gunnar Gehrt-Hansen dem Planer entgegen. Dieser erklärte, die Planung stecke noch im Anfangsstadium und es gäbe noch keine Richtwerte, wann Handlungsbedarf bestehe.

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden neue Straßennamen für Meeschendorf und Fehmarnsund festgelegt. In Meeschendorf soll die West-Ost-Verbindung „Bunte Wiese“ heißen, die Straße zum Strand erhält den Namen „Zum Meeresstrand“. In Fehmarnsund heißt die Straße im Baugebiet im Nordosten künftig „An den Sundwiesen“. Mit neun Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen wurde des Weiteren beschlossen, den F-Plan für die Umgehungsstraße von der L 209 (am Kreisverkehr vor Burg) zur Kreisstraße 42 zu ändern. Im dritten Bauabschnitt soll der Verlauf zum Schutze der Uklei-Niederung weiter nach Westen verlegt werden, weil sonst große Mengen Erdreich ausgetauscht werden müssten, was erhebliche Mehrkosten verursachen würde.

Keine Mehrheit fand sich für einen von Dirk Frohberg vorgetragenen Antrag der FWV, die Stadt möge künftig bei der Erschließung von Baugebieten im Vorfeld 20 Prozent der Grundstücksflächen vom Vorhabenträger erwerben, um diese dann an Einheimische und junge bauwillige Familien zum günstigen Erbbaupachtzins anzubieten.

Ausschussvorsitzender Andreas Herkommer bestritt grundsätzlich, dass der Bauausschuss einen solchen Beschluss fassen könne, das gehöre in den Finanzausschuss.

Von Michael Kirchner

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