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Ostholstein Politik will das Baugebiet Löhnskoppel
Lokales Ostholstein Politik will das Baugebiet Löhnskoppel
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22:10 31.08.2018
Die Amselweg-Anlieger Johann Rademacher, Thomas Mayr-Kratzin, Karin Haß-Mirow und Bernd Mirow (v. l.). wollen hier keine Bebauung. Quelle: Foto: Sas
Ahrensbök

„Die Reaktionen der Menschen haben uns betroffen gemacht. Wir waren erstaunt über den großen Widerstand“, sagt SPD-Fraktionschefin Karin Beythien. „Deshalb wollen wir deutlich machen, dass alle Fraktionen hinter der Löhnskoppel und der südlichen Waldstraße stehen.“ „Wir wollen junge Familien herholen und ihnen die Möglichkeit geben zu bauen“, ergänzt CDU-Fraktionschef Klaus-Dieter Gruber.

Plan liegt aus

Der Bebauungsplan Nr. 67 Löhnskoppel und die damit einhergehende Änderung des Flächennutzungsplanes liegen noch bis Mittwoch, 5. September, im Rathaus, Poststraße 1 in Ahrensbök, aus. Jeder kann dazu Stellung nehmen und seine Anregungen und Bedenken vorbringen. Die Öffnungszeiten des Rathauses: Montag, Dienstag und Mittwoch jeweils von 8.30 bis 12 Uhr.

Es sei eine große Chance, dass die Fläche im Besitz der Gemeinde sei, die damit auf den Preis Einfluss nehmen könne. Gruber weiter: „Ziel der CDU ist, möglichst schnell 100 Baugrundstücke plus Kindergarten zu schaffen.“

Pro-Baugebiet-Argumente kommen ebenso von den übrigen Fraktionen. „Man muss auch mal klotzen“, sagt Ulrike Stade, die Vorsitzende der Fraktion der Freien Wählergemeinschaft. Ein solches Baugebiet sei eine gute Möglichkeit, etwas an der Infrastruktur für Ahrensbök zu machen. Heiko Wäcken, Chef der FDP-Fraktion, ist selbst Anlieger. „Das ganze Drumherum stimmt einfach, deshalb sollten wir dahinterstehen.“

Ahrensbök braucht eine hohe Einwohnerzahl

Die Ahrensböker Kommunalpolitiker sind sich darüber im Klaren, dass sie die Einwohnerzahl hoch halten müssen. Sonst könnte die Gemeinde ihre Selbstständigkeit verlieren oder hätte eine nicht mehr ausreichend gut besuchte Schule. Also haben sich die Gemeindevertreter daran gemacht, alle möglichen Flächen daraufhin abzuklopfen, ob sie als Baugebiet geeignet sind. Dabei kam zum einen die Löhnskoppel mit 110 Bauplätzen heraus, außerdem ein Stück Land neben dem Friedhof. Dort sollen Mehrfamilienhäuser und ein Kindergarten entstehen, der in unmittelbarer Nähe zum Baugebiet Löhnskoppel liegen würde.

Doch die Gemeindevertreter hatten die Rechnung ohne die Bewohner des benachbarten, Mitte der 1990er Jahre bebauten Gebietes gemacht. Sie stiegen gegen das Neubaugebiet auf die Barrikaden, meinten gar, es werde „für viele Anwohner negative Auswirkungen auf die Lebensqualität in Ahrensbök“ haben. Angeführt wurden mögliche Probleme mit Verkehr, der Entwässerung und Lärm von den Sportanlagen.

Bei den Gemeindevertretern herrscht eine gewisse Betroffenheit darüber, „dass die Leute denken, wir beschließen das einfach mal so, ohne dass wir es genau geprüft und vorbereitet hätten. Es ist enttäuschend festzustellen, dass uns vorgeworfen wird, unsere Arbeit nicht zu machen“, sagt Beythien. Alle Kommunalpolitiker seien der Meinung, das richtige Baugebiet ausgewählt zu haben.

Zumal es, wie SPD-Gemeindevertreterin Katrin Sinner anmerkte, nach Auskunft von Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos) bereits 50 Anfragen für Baugrundstücke gebe. „Wir haben ja noch Lückenschlüsse, aber um die Nachfrage zu bedienen, reicht es nicht, ein Baugebiet mit 20 Grundstücken auszuweisen.“

Anlieger des Amselweges gegen Bebauung

Lückenschluss ist das Stichwort für die Anlieger des Amselweges. An dessen Ende liegt ein etwa 1800 Quadratmeter großes Stück Grünfläche, das als Ausgleichsfläche gilt und auf dem acht Eichen und Obstbäume stehen. Nach Plänen der Gemeinde sollen dort zwei Häuser gebaut werden. Dagegen laufen die Anlieger Sturm. „Das ist verdammt eng für zwei Häuser. Zudem ist das hier Überflutungsgebiet“, wendet Nachbar Thomas Mayr-Kratzin ein. Außerdem müsse das Gelände als zusammenhängende Grünfläche gesehen werden, die sich bis zur Waldstraße hinziehe.

Anlieger Johann Rademacher, selbst SPD-Gemeindevertreter, vermutet, dass es bereits Interessenten für die Bauplätze gibt. „Es ist natürlich ein Traumgrundstück, aber da kann individuelles Wohl nicht vor Gemeinwohl gehen. Das nutzen viele.“ Dort spielten Kinder, seien Spaziergänger und Hundehalter unterwegs. Bei ihrer Kritik haben die Amselweg-Anlieger auch die Löhnskoppel im Blick: „Die Gemeinde plant an anderer Stelle die Bebauung von über 100 Häusern, ist dann wirklich eine Innenverdichtung mit dem Bau von zwei Häusern notwendig?“

Susanne Peyronnet

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