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Ostholstein Politiker schicken Kinder nicht in Großenbrode zur Schule
Lokales Ostholstein Politiker schicken Kinder nicht in Großenbrode zur Schule
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18:24 02.11.2013
Jörn Koch. *Foto: Kirchner

Die Rettung ist nur noch eine Formalie. Der Grundschulstandort Großenbrode, der vor wenigen Wochen wie berichtet noch vor einer unsicheren Zukunft stand, scheint auch Dank der kommunalpolitischen Unterstützung kein Wackelkandidat mehr zu sein. Das Rettungspaket der Gemeinde mit Offener Ganztagsschule und Shuttle-Service sowie der Appell von Bürgermeister Jens Reise (CDU) scheinen Früchte getragen zu haben. Reise sagte: „Liebe Eltern, retten Sie den Standort, indem Sie Ihre Kinder bei uns anmelden.“

Allerdings kursiert im Sog der Rettung noch ein anderes Thema: Die beiden CDU- Gemeindevertreter Jörn Koch und Peer Knöfler treten für den Erhalt der Großenbroder Schule ein, haben aber selbst Kinder im Grundschulalter, die eben nicht das Großenbroder Schulangebot annehmen, sondern anderweitig die Schulbank drücken.

Leidet die politische Glaubwürdigkeit oder gibt es gute Gründe für die Entscheidung?

Jörn Koch reagiert gelassen und erklärt die Situation. Seine ältere Tochter sei in Großenbrode sowohl in den Kindergarten als auch zur Grundschule gegangen und gehe jetzt in Oldenburg auf das Gymnasium. Die jüngere Tochter habe den gleichen Weg bis zur zweiten Klasse eingeschlagen. „Doch in dem Jahr wechselten die Lehrer drei Mal, Kontinuität gab es keine. Daher entschieden wir uns nach langer Diskussion, in der dritten Klasse den Wechsel nach Landkirchen zu machen.“ Und da auf Fehmarn sowohl Kochs Frau arbeitet als auch die Schwiegermutter lebt, sei dies ein logischer Schritt gewesen. Koch betont: „Dennoch stehe ich für den Erhalt der Großenbroder Schule ein. Aber warum soll ich meine Tochter, die in Landkirchen glücklich ist, nun nach Großenbrode zurückholen?“

Bei Peer Knöfler sieht es ähnlich aus. Eine Tochter geht in Burg zur Grundschule, der Sohnemann wird im kommenden Schuljahr folgen. Knöfler sagt: „Da stecken logistische Gründe und Notwendigkeiten hinter, da wir in Großenbroderfelde leben und meine Frau Grundschullehrerin in Burg ist. Unsere Kinder sollen nicht im Winter im Dunkeln den Verkehrsgefahren ausgesetzt werden.“

Dennoch sei Großenbrode als Schulstandort für die Gemeinde wichtig. Monika Klein (SPD), Vorsitzende des Jugend- und Sozialausschusses, kommentiert: „Natürlich respektiere ich die privaten Entscheidungen. Das ist ihre private Angelegenheit. Aber die Glaubwürdigkeit leidet in der Öffentlichkeit natürlich auch, das ist nach außen schwer zu verkaufen.“ Insbesondere, weil es entscheidend sei, dass alle an einem Strang ziehen.

Bürgermeister Jens Reise (CDU) sagt nur: „Ich bin Bürgermeister von allen Bürgern und ich würde mich natürlich freuen, wenn alle Kinder in Großenbrode zur Schule gingen. Aber ich respektiere auch die privaten Entscheidungen.“

pm

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