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Ostholstein Politikeralltag im Wahlkampf
Lokales Ostholstein Politikeralltag im Wahlkampf
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21:15 31.08.2013
SPD Bettina Hagedorn mag Termine mit Kindern, wie hier in Ahrensbök. Quelle: Foto: Latzel

Sie hetzen von Termin zu Termin, halten Podiumsdiskussionen, schütteln Hände und verteilen Kugelschreiber und Handzettel auf Wochenmärkten: Im Bundestagswahlkampf arbeiten Ostholsteins Direktkandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien etwa zwölf Stunden täglich. Während sich Bettina Hagedorn (SPD) und Marlies Fritzen (Grüne) bei Gartenarbeit entspannen, legt Ingo Gädechens (CDU) mittags eine halbe Stunde die Beine hoch und Bernd Buchholz (FDP) liest Zeitung. Nur Karin Kohlmorgen (Die Linke) wünscht sich mehr Termine.

In den Wochen vor der Bundestagswahl sind die Arbeitstage der Kandidaten lang, auch am Wochenende. „Im Wahlkampf gibt es eigentlich keine privaten Termine. Ich habe mir allerdings den Geburtstag meiner Frau und unseren 27. Hochzeitstag frei gehalten. Das geht nicht anders“, sagt Ingo Gädechens. Bettina Hagedorn versucht einmal pro Woche ihre Mutter in Malente zu besuchen und so viel Zeit wie möglich mit ihren Enkelkindern zu verbringen. Auch Bernd Buchholz hat nur wenig Zeit für seine Familie, probiert aber jeden Morgen um 6.45 Uhr gemeinsam mit Frau und Kindern zu frühstücken: „Es ist sowas wie eine alte Tradition. Meine Familie kennt das von meinem früheren Job, dass ich wenig Zeit für sie habe“, sagt der ehemalige Gruner+Jahr-Vorstandsvorsitzende.

Karin Kohlmorgen würde sich über mehr Arbeit im Wahlkampf nicht beklagen. „Zu vielen Terminen, wo alle Parteien vertreten sind, werden wir nicht eingeladen. Wir sind einfach nicht salonfähig und werden mit Vorurteilen wie ,DDR-Kader‘ in eine Schublade gesteckt“, ärgert sich die Altentherapeutin.

Die Termine der Politiker sind vielfältig, von Podiumsdiskussionen über Wahlkampfstände bis zu Firmenbesuchen. Marlies Fritzen mag besonders den direkten Kontakt zu Menschen: „Ich stehe gerne am Wahlkampfstand. Im unmittelbaren Kontakt zu den Bürgern bekomme ich viele Anregungen.“ Das findet auch Bettina Hagedorn: „Ich schnack‘ halt gern mit Leuten, außerdem bin ich von meiner politischen Botschaft überzeugt.“ Ingo Gädechens Lieblingstermine sind sogenannte Nachbarschaftsgespräche, wenn er sich in geselliger Runde auch mit CDU-kritischen Stimmen auseinandersetzen muss: „Da habe ich richtig Spaß dran und nehme viel von den Problemen und Nöten der Bürger mit.“ Bernd Buchholz kann einen Lieblingstermin im Wahlkampf gar nicht richtig ausmachen, Spaß habe er an allen Terminen.

Zwischen den Terminen bleibt kaum Zeit zur Entspannung. Entweder muss sich auf den anstehenden Termin vorbereitet werden, oder die Politiker sitzen selbst am Steuer ihres Wagens. „Wenn ein Termin mal länger wurde als gedacht und ich sehr spät nach Hause komme, dann stelle ich mich schon mal an den Straßenrand, um zwanzig Minuten zu schlafen“, sagt Marlies Fritzen. Bei allen Strapazen nehmen die Kandidaten ihren stressigen Alltag gerne in Kauf. „Natürlich, es ist zeitlich sehr eng, aber es bringt mich nicht um. Außerdem habe ich mir meinen Job ausgesucht und Spaß daran“, sagt Buchholz.

Es ist sowas

wie eine alte Tradition. Meine Familie kennt das von meinem früheren Job, dass ich wenig Zeit für

sie habe.“

Bernd Buchholz (FDP)

Hannes Lintschnig

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