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Ostholstein Polizei ermittelt auf Erdbeerhof wegen Gewässerverschmutzung
Lokales Ostholstein Polizei ermittelt auf Erdbeerhof wegen Gewässerverschmutzung
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20:50 22.07.2016
Von einem landwirtschaftlichen Betrieb in Warnsdorf wurden die Abfälle von Erdbeeren und Feldfrüchten offenbar illegal entsorgt. Quelle: Patrick Pleul/dpa
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Warnsdorf

Der Betrieb, teilte die Polizei mit, habe Erdbeeren und andere Feldfrüchte, die nicht für den Verkauf geeignet waren, in eigens dafür ausgehobenen Gräben auf einem abgelegenen Teil des Betriebsgeländes entsorgt. Die Gräben wurden zum Teil im Anschluss wieder mit Erdreich abgedeckt. Ausgetretene Sickersäfte der gärenden und faulenden Erdbeeren und Feldfrüchte sammelten sich auf dem unbefestigten Erdboden in großen Pfützen. Die Sickersäfte gelangten nach Polizeiangaben auch in ein in der Nähe fließendes Gewässer. Das Erdreich und das Gewässer seien verunreinigt worden.

Bei ihrem Besuch auf dem Hof stellten Polizei und Umweltbehörde der Gemeinde Ratekau außerdem fest, dass offensichtlich Fäkalien aus einer überfüllten Klärgrube in einen Graben gepumpt wurden, der ebenfalls mit dem Fließgewässer in Verbindung steht. Das Gewässer sei durch die Fäkalien noch zusätzlich verunreinigt worden. Der Fachdienst Umweltschutz des Polizei-Autobahn- und Bezirksrevieres Scharbeutz habe die Ermittlungen aufgenommen, so ein Polizeisprecher. Hofinhaber Robert Dahl sagte, er habe einen Fehler gemacht – aus Unwissenheit.

Die in den Gräben gelagerten Erdbeeren seien von den Feldern abgesammelt worden. „Das machen wir so, um die noch grünen Erdbeeren vor einer Ansteckung mit Fäulnissporen zu bewahren.“ Das sei eine Maßnahme zur Qualitätsverbesserung, die erst im vergangenen Jahr eingeführt worden sei und im Erdbeeranbau mittlerweile immer öfter eingesetzt werde.

Beim Absammeln seien im vergangenen Jahr, das sehr trocken war, nur recht wenige Erdbeeren zu entsorgen gewesen. Zumal das Verfahren erst einmal getestet wurde. In diesem Jahr seien es deutlich mehr angefaulte oder faule Früchte gewesen. Dahl spricht von zwei bis fünf Prozent der Ernte eines Pflücktages, das sind an manchen Tagen bis zu zwei Tonnen. „Wir waren uns nicht bewusst, etwas falsch gemacht zu haben. Für mich war das Kompost.“

Inzwischen seien die Gräben ausgebaggert und die Erdbeerreste großflächig auf entfernten Feldern ausgebracht worden. „Das darf man. Wir haben jetzt gelernt, wie wir es künftig machen können“, so Dahl. So sei es mit der Wasserbehörde besprochen worden. Man könne auch die Gräben mit Folie auslegen, sechs Wochen warten, bis die sehr wasserreichen Erdbeeren ausgetrocknet sind, und den Rest auf die Felder verteilen. Zudem bestehe noch die Möglichkeit, die ausgemusterten Erdbeeren in einer Biogasanlage zu verarbeiten. Auch das sei für ihn eine Option, so Robert Dahl.

Die übergelaufene Kläranlage führt er auf eine ausgefallene Pumpe zurück. Die restlichen Fäkalien seien mittlerweile mit Tankwagen abgepumpt und die Pumpe repariert worden.

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