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Ostholstein Lebensgefahr auf dem Eis: Viele sind schon eingebrochen
Lokales Ostholstein Lebensgefahr auf dem Eis: Viele sind schon eingebrochen
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10:39 04.03.2018
In Haffkrug sind schon mehrere Menschen eingebrochen. Die Feuerwehr warnt: „Das Eis ist tückisch.“ Quelle: ARNE JAPPE
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Scharbeutz/Neustadt

Mehrere Menschen sind in den vergangenen Tagen ins Ostsee-Eis eingebrochen. Immer wieder mussten die Einsatzkräfte ausrücken, um Verunglückte aus dem Wasser zu ziehen. Die lebensgefährlichen Unfälle gingen dabei bislang alle glimpflich aus.

Zum Thema

Wir berichten über Schnee und Eis im Norden in einem LIVE-Blog!

„Wir warnen dringend vor dem Betreten der Eisflächen an der Ostsee im Bereich der Lübecker Bucht“, hieß es gestern in einer Mitteilung von Polizei und Feuerwehr, die sich veranlasst sahen, angesichts der Ereignisse der vergangenen Tage noch einmal einen eindringlichen Appell an allzu risikobereite Spaziergänger zu richten.

Klicken Sie hier, um weitere Eindrücke vom Winterwetter in Lübeck und der Region zu sehen!

Gestern Mittag war neben der Scharbeutzer Seebrücke ein Mann eingebrochen, der, noch bevor die Feuerwehr eintraf, von Umstehenden aus dem Wasser gezogen werden konnte. Malte Levgrün, stellvertretender Wehrführer von Scharbeutz, und sein Team versorgten den Einheimischen zunächst auf Höhe des Bayside-Hotels und brachten ihn dann nach Hause. „Er hat selbst eingesehen, dass das Eis sehr tückisch ist. Wir können nur alle warnen ,geht nicht aufs Eis’, sonst geht das am Sonntag wieder los.“

Die Feuerwehr ist mit Überlebensanzügen, Rettungsbrettern, -westen und Leinen zwar bestens für solche Einsätze ausgerüstet, doch Gemeindewehrführer Patrick Bönig ist richtig sauer, wenn Mitglieder der Feuerwehr sich in Gefahr begeben müssen, weil andere zu leichtsinnig sind: „Kaum wird einer rausgezogen, sind schon wieder welche auf dem Eis, das ist doch einfach unglaublich!“

Herrchen und Hund gerettet

🆘 WARNUNG!!!! 🆘 Ich komme gerade aus Haffkrug und will Euch mit diesem Video zeigen, dass das Eis überhaupt nicht hält! In 1 Stunde sind 5 Spaziergänger, hauptsächlich Fotografen (tropfnasse Kameras waren die Folge), eingebrochen, .... bis zur Brust an dieser Stelle .... 3 m weiter ist man unter Wasser! Ich bin nicht attraktionslustig, veröffentliche das Video, weil es ABSCHRECKEND wirken soll und zur Vorsicht aufruft! Auch die Polizei haben wir gebeten Maßnahmen zu ergreifen!

Gepostet von Marion Prieß am Freitag, 2. März 2018

Im Neustädter Ortsteil Rettin endete der Rettungsversuch eines Hundes für dessen Besitzer verletzt in einem Krankenwagen. Gegen 13 Uhr lief die junge Schäferhündin auf die Ostsee und brach laut Rettungsleitstelle rund 30 Meter vom Ufer entfernt ins Eis ein. Sein Herrchen rannte auch auf das Eis, um das Tier zu retten. Dabei brach der Mann ebenfalls ein und konnte sich nicht selbstständig befreien.

Neustädter Feuerwehrleute und einige Passanten retteten den Mann unter anderem mit Hilfe eines Surfbretts aus der eiskalten Ostsee. Auch der Hund konnte gerettet werden. „Beide wurden erstversorgt und vom Rettungsdienst aufgewärmt“, sagte Neustadts Wehrführer Alexander Wengelewski. Ein Rettungshubschrauber war ebenfalls zur Unterstützung der Aktion eingeflogen.

In den letzten Tagen habe Wengelewski zudem immer wieder Menschen beobachtet, die auch auf dem Binnenwasser oder im Hafenbereich in Neustadt unvorsichtigerweise auf dem Eis gelaufen seien. „Das ist absolut lebensgefährlich“, warnt er. Der Wehrführer und sein Team sind auf Einsätze wie diese vorbereitet. „Zuletzt am Donnerstag haben wir eine Eisrettung geübt – wir sind in der Lage, im Notfall schnell und effektiv zu helfen“, sagt Wengelewski.

Erst am Freitag waren in Haffkrug mehrere Menschen ins Eis eingebrochen (die LN berichteten). Sie hatten an der Seebrücke versucht, das Eis zu betreten und brachen ins hüfttiefe Wasser ein, wie die Polizei mitteilte.

Erste Hilfe

Eine Unterkühlung äußert sich zunächst durch Zittern, der Körper wehrt sich gegen das Abkühlen. Fällt die Körpertemperatur weiter, wird der Betroffene teilnahmslos.

Was tun? 

Prüfen Sie Bewusstsein und Atmung. Bei Bewusstlosigkeit und unnormaler Atmung veranlassen Sie den Notruf 112 und beginnen mit der Herzdruckmassage. Ist der Notfallpatient bei Bewusstsein, bringen Sie den Unterkühlten an einen windstillen Ort, am besten in einen Raum mit Zimmertemperatur. Legen Sie ihn nicht direkt neben die Heizung. Entfernen Sie nasse Kleidung und decken Sie den Patienten mit einer Decke zu. Bringen Sie ihn in völlige Ruhelage. Nicht massieren! Geben Sie dem Betroffenen warme, gezuckerte Getränke, wie Tee, jedoch keinen Alkohol.  QUELLE: ASB

Klicken Sie hier, um zahlreiche Fotos zu sehen, die Lübecker von dem Schneetreiben in Lübeck und der Umgebung am 25./26. Februar geschossen haben!

Von Martina Janke-Hansen und Jan Wulf

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