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Post überfallen: Männer kamen mit Schusswaffen

Scharbeutz Post überfallen: Männer kamen mit Schusswaffen

Die Unbekannten hatten dem Post-Betreiber vor einem Bau- und Gartencenters am Mittwochmorgen aufgelauert. Sie bedrohten ihr Opfer mit Waffen und forderten das Öffnen eines Geldtresors. Die Polizei sucht nun nach den Räubern.

Zwei bewaffnete Männer entkamen mit einem fünfstelligen Bargeldbetrag. Die Polizei sucht nach den Räubern.

Quelle: cd

Scharbeutz. Sie fuchtelten schon draußen auf dem Parkplatz mit ihren Schusswaffen herum: Zwei bewaffnete Männer haben gestern früh die Poststelle in der Plaza-Filiale am Hamburger Ring in Scharbeutz überfallen. Die Männer erbeuteten nach Polizeiangaben einen niedrigen fünfstelligen Betrag. Verletzt wurde niemand, teilte Oberstaatsanwältin Ulla Hingst von der Staatsanwaltschaft Lübeck auf LN-Anfrage mit.

Die Räuber passten den Betreiber der Postfiliale in dem Bau- und Gartencenter um 7.20 Uhr auf dem Parkplatz ab, erläuterte Hingst. Dabei waren mehrere Faustfeuerwaffen im Spiel. Die Männer bedrohten den Betreiber und forderten ihn auf, ihnen das Geld aus dem Tresor zu geben. Gemeinsam gingen Täter und Opfer in die Postfiliale, wo der Betreiber ihnen das geforderte Geld gab. Danach flüchteten die Räuber. Nach Angaben von Hingst konnte der Betreiber nicht sehen, wohin die Männer nach dem Verlassen des Einkaufszentrums verschwanden. Auch über ein Fluchtfahrzeug ist nichts bekannt.

Die Kriminalpolizei Eutin ermittelt im Fall des Scharbeutzer Supermarkt-Überfalls. Wer gestern Morgen gegen 7.20 Uhr am Hamburger Ring in Scharbeutz verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet hat oder sonstige Hinweise zu den Tätern geben kann, wird gebeten sich bei der Polizei unter Telefon 04521/ 8010 zu melden.

„Damit kommt die Kriminalität jetzt wohl immer weiter in den ländlichen Raum hinein“, kommentierte der Scharbeutzer Dorfvorsteher Fred-Michael Pätau gestern die Tat. Natürlich habe er in der Vergangenheit immer mal wieder von kleineren Diebstählen im Ort und auch davon gehört, dass Hand taschen aus Einkaufswagen gestohlen wurden. Der Friseurmeister erfährt von vielen Kunden aber auch, dass sie aus Furcht vor Wohnungseinbrüchen Fenster und Türen besonders sichern. „Das hier mit der Post ist aber ein ganz anderes Kaliber“, sagt Pätau und räumt ein: „Mir selbst macht das Angst.“ Ängstlich seien gerade in der dunklen Jahreszeit auch seine Angestellten. „Sie mögen es gar nicht, wenn ich dann nicht im Laden bin. Wir haben hier ja immer Cash-Geschäfte und damit stets Geld in der Kasse“, sagt er. beschreibt er die Umstände.

Und immer wieder höre er, dass sich besonders die älteren Menschen bei Dämmerung und Dunkelheit nicht mehr auf die Straße trauten. Auch wenn die Tat schrecklich sei, so sei es doch positiv, dass dem Post-Mitarbeiter körperlich nichts passiert sei. „Er hat zum Glück nicht den Helden gespielt. Geld ist ersetzbar, aber das Leben nicht“, sagt Pätau.

Auch ohne äußere Verletzungen, so rät Holger Dabelstein, Leiter der Opferschutzorganisation Weißer Ring in Ostholstein, sollte der Postbetreiber Rat und Hilfe, vor allem aber das Gespräch suchen. Der Weiße Ring vermittele beispielsweise Termine bei Psychotherapeuten, stehe in Rechtsfragen zur Seite und begleite, wenn gewünscht, die Opfer zu den Gerichtsverhandlungen. Gerade bei Männern sei immer wieder zu beobachten, dass sie keine Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Bei vielen von ihnen träten die Probleme erst später zutage – besonders dann, wenn sie mit Messer oder Waffe bedroht wurden.

Dass Poststellen überfallen werden, kommt laut Staatsanwältin Hingst nicht so häufig vor, ist aber auch nicht völlig neu. „Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es nach einer Einzeltat aus“, sagte die Oberstaatsanwältin. In der Vergangenheit waren immer wieder Spielhallen, aber auch Verkaufsstellen wie Tankstellen oder Supermärkte das Ziel von Räubern geworden. Es gab sogar eine ganze Serie von Überfällen auf Edeka-Märkte. Am Landgericht Lübeck wird heute um 9.30 Uhr der Prozess um den Edeka-Überfall von Hutzfeld fortgesetzt (die LN berichteten). Dort müssen sich zwei junge Männer verantworten.

Von Susanne Peyronnet und Christina Düvell-Veen

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