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Ostholstein Posträuber gefasst: Polizei findet über 200 Briefe bei Neustädter
Lokales Ostholstein Posträuber gefasst: Polizei findet über 200 Briefe bei Neustädter
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12:35 27.02.2016
Ab in den Briefkasten — eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass Briefe nach der Entleerung auch weitergeleitet werden. Quelle: Fotolia

 „Durch akribische Ermittlungsarbeit des Securitydienstes der Deutschen Post AG und der Polizei in Neustadt ist es gelungen, einen 45-jährigen Mann aus Neustadt auf frischer Tat zu stellen. Er war gerade dabei, erneut aufgegebene Pakete zu unterschlagen“, so Dirk Dürbrook.

Der Mann sei festgenommen, aber aufgrund fehlender Haftgründe nach den polizeilichen Maßnahmen entlassen worden. Das Motiv ist noch unklar. Ob er sich vor Gericht verantworten muss, entscheidet die Lübecker Staatsanwaltschaft. Oberstaatsanwalt Ralf Peter Anders erklärte, dass zunächst einmal Anklage erhoben werden müsse. Geschieht dies, ist bei Unterschlagung eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe möglich. Bei einer Verletzung des Postgeheimnisses würden sogar bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe drohen.

Aktuell geht es darum herauszufinden, wie viele Taten dem Neustädter zugeordnet werden können. „Es besteht die Möglichkeit, dass man den Täter hat. Ich kann aber nicht ausschließen, dass es noch jemanden gibt“, so Anders.

Laut Dirk Dürbrook habe die Kripo bei der Durchsuchung über 200 Briefe gefunden, „die der Mann, der als Briefkasten-Entleerer tätig war, entwendete und bei sich aufbewahrt hatte“. Nach LN-Informationen soll der 45-Jährige nicht direkt bei der Deutschen Post beschäftigt gewesen sein. Dies ist jedoch keine Besonderheit, wie Postsprecher Martin Grundler den LN erklärte. Es genüge, wenn die Mitarbeiter der beauftragten Firmen ein Führungszeugnis vorlegen und auf das Postgeheimnis verpflichtet würden.

In den kommenden Tagen sollen nun die betroffenen Kunden informiert werden. „Es soll geklärt werden, was sich in den Briefen befand“, erläutert Anders. Zudem bittet die Polizei, dass sich Menschen bei verlorengegangenen Briefen oder Paketen mit Wertinhalten melden und eine Anzeige erstatten.

Wie schamlos der Posträuber bei seinen Taten vorgegangen ist, machen auch die Berichte von LN-Lesern deutlich. Die Sierksdorferin Barbara Podehl erzählte, dass Briefe sogar aufgeschlitzt, zugeklebt und anschließend weiter versandt worden seien. Zwei andere Personen berichteten von verschwundenen Trauerbriefen. Und eine Frau aus Lübeck klagte darüber, dass ein Brief mit 20 Euro für eine Trauerbepflanzung auf einem Friedhof nie angekommen sei.

Sebastian Rosenkötter

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