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Ostholstein Präventions-Projekt: Grömitzer Kinder werden gefördert
Lokales Ostholstein Präventions-Projekt: Grömitzer Kinder werden gefördert
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08:56 30.08.2016
Die Projektmacher (v. l.): Bürgervorsteher Heinz Bäker, Bürgermeister Mark Burmeister, Dr. Herbert Rebscher (Vorstandsvorsitzender DAK-Gesundheit), Norbert Blüm (Schirmherr), Gerhard R. Lang (Geschäftsführender Gesellschafter Ostseeklinik), Christiane Sauvonnet (Projektleiterin Rehasan) und Frank Roschewsky (Geschäftsführer Rehasan). Quelle: ser
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Grömitz

Smartphone und Spielekonsole statt Sport, Pommes und Schokocroissant statt Apfel und Schwarzbrot. Wer sich nicht gesund ernährt und zu wenig bewegt, kann mit zunehmendem Alter gesundheitliche Probleme bekommen. Die Gemeinde Grömitz will dies verhindern. Zu Beginn des neuen Schuljahres im September startet ein auf zehn Jahre angelegtes Projekt mit dem Titel „Gesund aufwachsen“. Entscheidend für eine erfolgreiche Umsetzung ist das Engagement der Eltern. Unterstützt werden sollen alle Mädchen und Jungen an Grund- und Gemeinschaftsschule.

Studie zeigt: Gesundheitsprobleme nehmen zu

Die DAK-Gesundheit hat im Frühjahr 2016 in einer großangelegten Studie 500 Lehrer befragt, wie sie den Gesundheitszustand ihrer Schüler bewerten.

Das Ergebnis: Konzentrationsprobleme nehmen zu, ebenso Verhaltensauffälligkeiten, motorische Defizite sowie psychosomatische Beschwerden.

Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die Prävention. Alle zukünftigen Erstklässler werden eine Brotdose erhalten. Gemeinsam mit ihren Eltern sollen Kinder lernen, welche Lebensmittel gut sind und zu einer ausgewogenen Ernährung gehören. Hinzu kommen Sportangebote, Fachvorträge und Kochkurse.

Bürgermeister Mark Burmeister (parteilos) betont, dass es den Kindern in Grömitz nicht schlechter gehe als in anderen Orten. Jedoch bestehe auch hier die Gefahr, dass Kinder zu dick werden. „Wir wollen Behandlungen verhindern, präventiv tätig werden. Wenn ein Kind versteht, warum es gesund aufwachsen soll, dann wird es später auch vorsichtiger im Umgang mit Alkohol, Zigaretten und Drogen sein“, so Burmeisters.

Das Projekt ist ambitioniert. Bis zu 600000 Euro wollen die Krankenkasse DAK-Gesundheit sowie die Unternehmensgruppe Rehasan jährlich bereitstellen. Hilfreich dürfte sein, dass die Ostseeklinik das Projekt begleitet. Der geschäftsführende Gesellschafter Gerhard R. Lang erläutert, dass es darum gehe, die Kosten für die Solidargemeinschaft zu minimieren, indem man die Krankenkassen langfristig entlaste.

Rehasan-Geschäftsführer Frank Roschewsky legt Wert darauf, dass es sich um keinerlei Pflichtveranstaltungen handle. „Wir wollen in die Familien gehen, die Eltern erreichen und Impulse geben.“

Ein Ziel ist, dass alle Erstklässler innerhalb eines Jahres ihr Seepferdchen machen. „Es soll Kooperationen mit Partnern vor Ort geben. Dazu zählt die ,Welle’. Das Projekt soll in die Gemeinde hineinwachsen“, so Roschewsky. Schüler, die einen anderen Jahrgang besuchen, sollen ebenfalls schwimmen lernen. Zudem ist angedacht, dass die Gemeinschaftsschule bei Unterrichtsausfall Sport anbietet.

Ob das Vorhaben gelingt und Grömitzer Kinder in einen Jahren gesünder und fitter sind, muss sich zeigen. Wissenschaftlich begleitet wird es von der Uni Leipzig. Schirmherr Norbert Blüm, der Mann – der vor Jahren den Satz prägte „Die Rente ist sicher“ – ist davon überzeugt, dass „Prävention der elementare Bestandteil einer modernen Gesundheitspolitik“ sei. Er gibt aber zu Bedenken, dass der Erfolge von den Akteuren vor Ort, sprich Gemeinde, Schulen, Vereine abhänge.

Ähnlich äußert sich Bürgervorsteher Heinz Bäker (FDP): „Es gibt einen Schlüssel. Wir müssen ganz dicht dran an den Menschen und aufpassen, dass wir auf dem Boden bleiben.“ Begriffe wie Therapie und Klinik könnten abschrecken. „Kinder haben keinen wissenschaftlichen Ansatz“, verdeutlicht Bäker und betont, dass den Eltern keinerlei Kosten entstünden. „Sie müssen nur mitmachen und ihrem Kind etwas Gutes tun.“

Sebastian Rosenkötter

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