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Ostholstein „Prinz Hamlet“ sorgt für Ärger: Etliche Urlauber reisen ab
Lokales Ostholstein „Prinz Hamlet“ sorgt für Ärger: Etliche Urlauber reisen ab
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20:29 07.07.2016
Geschäftsleute ärgern sich über den Lärm, der vom „Prinz Hamlet“ herüberschallt (v. l.): Wolfgang Vogler, Ingeborg Moeller-Sporleder, Jürgen Schnoor, Götz Lehsten und Jan-Walter Schnoor. Quelle: Fotos: Sebastian Rosenkötter

Urlaubsfrust statt Erholung. Seit Anfang April wird Pelzerhakens „Prinz Hamlet“ saniert. Das Hochhaus unweit des Seebrückenvorplatzes ist komplett eingerüstet. Die Fassade wird erneuert. Staub und teils enormer Lärm begleiten das Millionenvorhaben – zumindest montags bis freitags. Mittlerweile ist der Ärger einiger Gastronomen, Hotelliers, Vermieter und Ladeninhaber so groß, dass sie sich bei der Stadt Neustadt massiv beschwert haben. Ein Baustopp wird gefordert, scheint aber nahezu ausgeschlossen. Da heute in Nordrhein-Westfalen die Sommerferien beginnen, dürfte die Zahl gefrusteter Urlauber noch stark ansteigen.

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Das Hochhaus am Pelzerhakener Strand wird saniert – Lärm und Staub führen zu Umsatzeinbußen – Vermieter und Gastronomen kritisieren Zeitpunkt der Arbeiten.

Hermann Trecker, einer der Beiräte der Wohnungseigentümergemeinschaft, weiß um die Schwierigkeiten. Er berichtet, dass sich Teile der Fassade bei einem Sturm gelöst hätten. Hinzu komme, dass es sich um Asbestplatten von 1972 handle. Diese seien lediglich mit Holzrahmen befestigt gewesen. „Wir müssen das hier machen und lassen alles fachgerecht entsorgen“, betont Trecker. Zudem würde die Einrüstung genutzt, um die Stahlbeton-Balkonplatten instandzusetzen, welche einen massiven Schädigungsgrad aufweisen würden. Insbesondere die Sandstrahl- und Stemmarbeiten verursachen dabei Lärm.

Architekt Bernd Petrick geht davon aus, dass die „geräuschintensiven Arbeiten“ Ende Juli erledigt sind. „Danach wird es sehr viel leiser auf der Baustelle.“

Freuen kann sich Jan-Walter Schnoor, Besitzer vom „Seehotel Eichenhain“, darüber kaum. „Der Lärm ist seit Mitte Mai da. Die Gäste frühstücken nicht mehr draußen. Einige kommen an, hören den Lärm und reisen wieder ab. Andere fordern einen Preisnachlass“, sagt Schnoor. Wolfgang Vogler, Vermieter vom „Penthouse Ostseepanorama“, erzählt, dass er und mindestens drei weitere Kollegen anreisende Gäste vorab über die Baustelle informieren und einen Preisnachlass von 20 Prozent anbieten.

Er verstehe, dass die Sanierung gemacht werden müsse, betont Vogler – „nur nicht in der Hauptsaison“. Der Zeitpunkt des Vorhabens ist es auch, den Ingeborg Moeller-Sporleder, Inhaberin von „Ostsee Kostbarkeiten“, kritisiert. „Der Juli ist einer der Hauptmonate. Nun ist mein Laden leer. Die Tagesgäste fallen weg“, betont sie.

Wie groß der Unmut ist, wurde vergangenen Mittwoch auch im Hauptausschuss der Stadt Neustadt deutlich. Bürgermeisterin Dr. Tordis Batscheider (SPD) informierte über „sehr viele Beschwerden“ beim Ordnungsamt. Auch bedauere sie, dass so Anwohner und Urlauber den Lärm mitten im Sommer ertragen müssen. Einen Baustopp hält sie dennoch für nicht durchsetzbar. „Wir messen den Lärm permanent. Es sind jetzt maximal 75 Dezibel, vorher waren es viel mehr“, so Batscheider.

Die Bürgermeisterin sagte zudem, dass auch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) eingeschaltet ist. Dieses sei für die Überwachung von Baumaschinen verantwortlich. Demnach sei der laut vielen Anliegern deutlich überschrittene Lärmpegel in Höhe von 55 Dezibel nur ein „Beurteilungsrichtwert“.

Damit ist klar: Der Baulärm bleibt vorerst. Immerhin soll „Prinz Hamlet“ dafür bald hübscher anzusehen sein.

Fassade wird schöner – Stadt plant Ruhesatzung

Die Fassade des „Prinz Hamlet“ erhält eine neue Dämmung sowie Faserzementplatten. Die Balkone bekommen zeitgemäße Glasbrüstungen.

In Absprache mit der Stadt wurden Zeiten für lärmintensive Arbeiten festgesetzt: montags bis donnerstags von 8.30 bis 13 sowie 14 bis 17.30 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr.

Neustadt plant eine Lärmschutzsatzung einzuführen. In der Saison könnte so eine Mittagsruhe verordnet werden.

Sebastian Rosenkötter

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