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Ostholstein Protest gegen Bungsberg-Pläne des Kreises
Lokales Ostholstein Protest gegen Bungsberg-Pläne des Kreises
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18:05 06.10.2018
Holger Schädlich, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Ostholstein, nimmt kritisch Stellung zu dem Plan des Kreises, den Bungsberg und das gesamte Vorland als Landschaftsschutzgebiet (LSG) auszuweisen. Quelle: LOUIS GÄBLER
Schönwalde

Der Bungsberg bei Schönwalde ist die größte Erhebung in Schleswig-Holstein. Mit seiner Höhe von 169 Metern wurde er von den Gletschermassen der letzten Eiszeit umflossen und nicht abgetragen. „Daraus entstand eine Natur- und Kulturlandschaft, die einzigartig ist. Das gesamte Gebiet eignet sich außerordentlich gut als Landschaftsschutzgebiet“, meint Joachim Siebrecht, Leiter des Fachdienstes Naturschutz beim Kreis Ostholstein. Das Verfahren läuft inzwischen. Doch der Kreisbauernverband protestiert vehement dagegen.

Der Bungsberg und sein Vorland soll Landschaftsschutzgebiet werden

Seine Stellungnahme zu den Plänen des Kreises hat der Kreisbauernverband mit Sitz in Lensahn schon sehr frühzeitig – am 28. August – beim Kreis Ostholstein eingereicht. „Wir lehnen die Bildung des Landschaftsschutzgebietes für den Bungsberg samt Vorland nachdrücklich ab“, sagt Geschäftsführer Holger Schädlich. Zur Begründung führt Schädlich gleich einige Zahlen auf: Das geplante Landschaftsschutzgebiet (LSG) soll eine Größe von 9017 Hektar haben. Die LSG-Fläche würde von Kasseedorf im Süden bis Wangels im Norden reichen. Im Osten sei das Gebiet durch die Landesstraße 57 (Schönwalde – Lensahn) begrenzt, im Westen reiche es bis in den Kreis Plön hinein. Schädlich: „In diesem Gebiet haben wir etwa 80 landwirtschaftliche Vollerwerbshöfe, mit Pferdehaltern sind sogar 120 Betriebe betroffen.“ Die könnten, so Schädlich weiter, künftig vehementen Einschränkungen unterliegen.

Bereits im Vorfeld der Regionalplanung vor eineinhalb Jahren seien alle landwirtschaftlichen Interessen und auch die Schutzbereiche aufgenommen worden, erinnert Schädlich und erklärt: „Ein Landschaftsschutzgebiet, wie es jetzt für den Bungsberg und das Vorland angedacht ist, ist also überhaupt nicht mehr erforderlich. Alles was schützenswert ist, hat im Regionalplan seinen Niederschlag gefunden.“

Bauernverband befürchtet Einschnitte

Schädlichs Befürchtung ist, dass sich für Landwirte drastische Einschränkungen in der Entwicklung ihrer Betriebe ergeben könnten. Er selbst war gerade in Kiel beim Deutschen Naturschutztag – besonders aufmerksam lauschte Schädlich als Teilnehmer im Forum „Aktionsplan Schutzgebiet“ den Ausführungen der Redner von BUND und Naturschutzbund. „Wenn irgendwann Berlin als Gesetzgeber für die LSGs weitere Einschränkungen verordnet und den Schutzstatus noch höher setzt, dann stehen Ostholsteins Landwirte im Regen“, erklärt Schädlich. Und in der Folge wäre auch die Kreisverwaltung in der Pflicht, diese Vorgaben des Bundes vor Ort umzusetzen. „Dann haben wir ein Riesenproblem“, betont der Bauernverbands-Geschäftsführer.

Landrat stellte LSG-Pläne vor

Ostholsteins Landrat Reinhard Sager ist unterdessen von den Bungsberg-Plänen rundum überzeugt. Im Kreishaus teilte er im Rahmen der Hauptausschuss-Sitzung den anwesenden Kreistagsabgeordneten mit: „Das Vorland des Bungsberges macht an Kreisgrenzen nicht Halt. Umso erfreulicher ist es, dass auch der Kreis Plön beabsichtigt, hier ein Landschaftsschutzgebiet auszuweisen.“ Die Untere Naturschutzbehörde habe inzwischen die Gemeinden und Ämter, die Träger öffentlicher Belange sowie die Naturschutzverbände beteiligt. Die Bürger haben bis zum 15. November Gelegenheit, ihre Stellungnahme abzugeben.

Landwirte sollen Stellung nehmen

Schädlich fordert alle Landwirte in der betroffenen Region auf, davon Gebrauch zu machen. Und dabei sollten sie ruhig auch ihre persönlichen Pläne mitteilen, wie sie sich die Weiterentwicklung ihrer Betriebe vorstellen. Damit das auch beim Kreis fixiert sei. Wer dabei Unterstützung brauche, könne sich an Schädlich wenden. „Ich gebe Hilfestellung“, sagt er.

Louis Gäbler

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