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Ostholstein Protest gegen die Verbotspläne
Lokales Ostholstein Protest gegen die Verbotspläne
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20:17 04.03.2016

Ostholstein kämpft um zwei touristische Standbeine: Das Bundesumweltministerium möchte im Belt ein Naturschutzgebiet inklusive Freizeitfischerei-Verbot einrichten und das Land strebt in verschiedenen Bereichen vor Heiligenhafen und um Fehmarn Kiteverbote an. Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) kommt daher extra am Dienstag, 15. März, nach Heiligenhafen. Widerstand regt sich aber bereits jetzt.

Gegen die Pläne: Ingo Gädechens (CDU).

Das von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) geplante Angelverbot im Fehmarnbelt hätte existenzbedrohende Auswirkungen auf die Hochseeangelkutterbetriebe in Heiligenhafen und auf Fehmarn, erklärt Ostholsteins CDU-Bundestagsabgeordneter Ingo Gädechens. „Leider haben sich alle meine Befürchtungen bestätigt und die aktuellen Pläne des Umweltministeriums bergen große Gefahren für unsere Tourismuswirtschaft.“ Gädechens habe als Mitglied im Bundestourismus-Ausschuss sofort reagiert und sich gemeinsam mit den CDU-Abgeordneten der norddeutschen Bundesländer gegen die Verbotspläne ausgesprochen. Gädechens: „Darüber hinaus wird das angedachte Verbot der Freizeitfischerei nicht einmal von der EU gefordert. Es wäre somit ein nationaler Alleingang, der keine Rechtfertigungsgrundlage besitzt.“

Unterstützung finden die Touristiker auch durch den stellvertretenden Landrat Timo Gaarz (CDU). „Wir lehnen die Regulierungswut sowohl beim Angel- wie auch beim Kitesport in Ostholstein ab“, erklärt Gaarz. Laut Gaarz sei es in Hinblick auf Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) sehr verwunderlich, dass ein Spitzenpolitiker bei Kitesurfverboten deutliche naturschutzrechtliche Worte fände, aber bei den Auswirkungen einer festen Fehmarnbeltquerung schweige — und das, obschon die Grünen auf Landesebene gegen das Jahrhundertprojekt seien.

Beim Thema Angelverbot im Belt bekommt der Christdemokrat sogar von der Landes-SPD Unterstützung. Der fischereipolitische Sprecher Lars Winter und die umweltpolitische Sprecherin Sandra Redmann erklären zusammen: „Die SPD-Landtagsfraktion spricht sich für die Ausweisung der sechs Seegebiete in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone als Naturschutzgebiete aus. Ein gleichzeitiges vorgesehenes Angelverbot lehnen wir jedoch ab.“ Man unterstütze Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) und Umweltminister Habeck in ihrem Bestreben, ein Angelverbot in diesen Gebieten zu verhindern.

Begründung: Gerade in Ostholstein könne man niemandem erklären, warum gerade in den geplanten Naturschutzgebieten rund um Fehmarn das Freizeitangeln verboten werden soll, wenn gleichzeitig mit der festen Fehmarnbeltquerung ein Infrastrukturprojekt erhebliche Eingriffe in die Natur in Gebieten verursacht, die räumlich unmittelbar nebenan liegen. Ein Angelverbot hätte erhebliche Auswirkungen auf den ostholsteinischen Tourismus. Winter betont: „Da die Einrichtung der Naturschutzgebiete und das damit verbundene Angelverbot auf der Grundlage einer Verordnung erfolgt, ist das Land Schleswig-Holstein mit eingebunden und nicht der Bundestag.“

Auch auf Fehmarn sind Politik, Tourismus und Verbände geschlossen gegen die geplanten Angel- und Kiteverbote. Ostholstein schnürt eine Allianz gegen die landes- und bundespolitischen Vorstöße.

Von pm

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