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Ostholstein Prüfung der Westtrasse: Gremersdorf droht Oldenburg
Lokales Ostholstein Prüfung der Westtrasse: Gremersdorf droht Oldenburg
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21:05 13.03.2013
Die rote Linie zeigt die Vorzugstrasse der Bahn mit einem neuen Haltepunkt am Bruchweg. Die blaue Linie wäre die Alternativtrasse, wenn nordöstlich von Oldenburg die X-Trasse gewählt werden sollte. Die grüne Linie zeigt verschiedene Varianten einer Westumfahrung, die schwarze die Begrenzung des Untersuchungskorridors. Außerdem sind der vorhandene Bahnhof (gelb) sowie ein möglicher Stadtbahnhof (grün) eingezeichnet.      Quelle: LN

Die Gemeinde Gremersdorf setzt Oldenburgs Stadtvertretern die nachbarschaftliche Pistole auf die Brust. Sollte die Stadt in ihrer heute zu beschließenden Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren (19 Uhr, Gewerbezentrum) eine Prüfung der Westrasse fordern, werde es kein interkommunales Gewerbegebiet geben. Entsprechend droht Gremersdorfs Bürgermeister Henning Pries (CDU) in einem Brief, der gestern an den großen Nachbarn rausging. Hintergrund: Oldenburg überlegt, die Bahn aufzufordern, für die Hinterlandanbindung der Fehmarnbeltquerung eine Westumgehung der Stadt zu prüfen. Dann würden die Güterzüge aber voraussichtlich auch über Gremersdorfer Gemeindegebiet rollen.

Oldenburgs amtierender Bürgermeister Volker Lohr (SPD) reagierte entrüstet. „Wir lassen uns von Gremersdorf nicht erpressen“, sagte Lohr, der den gestern in Brüssel weilenden Bürgermeister Martin Voigt vertrat. Die Gemeinde Gremersdorf könne den Oldenburgern in keiner Weise vorschreiben, wie sie sich zu verhalten hätten. „Ich gehe davon aus, dass wir den Beschluss wie geplant fassen. Wir sind schließlich unserem Gewissen gegenüber verantwortlich“, so Lohr. Das Schreiben sei trauriger Höhepunkt einer Negativ-Entwicklung.

Im Wortlaut heißt es in dem Gremersdorfer Schreiben: „Wenn und solange die Stadt Oldenburg durch ihre Beschlüsse das Gebiet der Gemeinde Gremersdorf indirekt mit einer Bahntrasse überplant, wird es ein interkommunales Gewerbegebiet nicht geben.“ Und weiter: „Hierüber habe ich bereits Herrn Matthiensen von der Egoh (Entwicklungsgesellschaft Ostholstein, Anm. d. R.) telefonisch informiert und ihm mitgeteilt, dass unter den derzeitigen Bedingungen weitere Anstrengungen zur Planung eines interkommunalen Gewerbegebietes auf Gremersdorfer Gemeindegebiet nicht entfaltet werden sollen.“ Eigentlich wollten Oldenburg, Gremersdorf und einige weitere Kommunen ein gemeinsames Gewerbegebiet gründen.

Begründet werden die Forderungen der Gemeinde Gremersdorf damit, dass die Bürger „ohnehin durch die Autobahn in erheblicher weise belastet seien“. Allein schon die Prüfung einer durch die Gemeinde führenden Bahntrasse sei „schlicht unzumutbar“. Den Befürwortern einer Prüfung der Westtrasse wirft Gremersdorfs Bürgermeister Pries vor, „nach dem St.-Florian-Prinzip sich selbst zu ent- und andere zu belasten“. Auch sei es „nicht nur unrealistisch, sondern auch unredlich zu suggerieren“, dass eine Vertunnelung der Trasse stattfinden könne. Bereits in der Vergangenheit hatte Gremersdorf mehrfach jede Trasse über ihr Gebiet, von der Lärm-Belastungen für die Gremersdorfer ausgehen könnten, kategorisch abgelehnt.

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