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Prügelei beim Scheunenfest: Security-Mann vor Gericht

Braak/Eutin Prügelei beim Scheunenfest: Security-Mann vor Gericht

Sieben Monate Haft auf Bewährung nach üblem Vorfall in Braak.

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Das Scheunenfest ist der Publikumsmagnet und weit über die Grenzen von Braak hinaus bekannt.

Quelle: Foto: Hfr

Braak/Eutin. Brutal zuschlagen und die Arbeit der Sanitäter behindern anstatt für Sicherheit zu sorgen: Mit diesem Verhalten ist ein Security-Beauftragter sowohl seinem Opfer als auch zahlreichen Besuchern einer Party in Braak (Gemeinde Bosau) so deutlich wie abschreckend in Erinnerung geblieben. Gestern wurde der 37-jährige Martin F. (alle Namen geändert) vom Eutiner Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung zu sieben Monaten Haft auf Bewährung und zu einer Geldbuße von 2000 Euro verurteilt.

„Der ist total abgedreht, war wie ein Tier, ich verstehe das einfach nicht“: Sichtlich erschüttert schildert Thorsten K. an diesem Montagvormittag vor Gericht, was ihm während der „Mega-Scheunenfete“

anlässlich des Gemeindefeuerwehrfestes 2016 in der sonst so beschaulichen Dorfschaft Braak widerfahren ist. Er habe auf der Party viel getrunken, sagt der 31-jährige Eutiner. Im WC-Wagen gerät er demnach mit zwei Unbekannten aneinander und wird von diesen die Wagentreppe hinuntergeworfen. Draußen droht offenbar eine Fortsetzung der Rangelei, woraufhin die Security eingreift. „Einer hat mich gepackt und ,Raus hier‘ gerufen“, erzählt Thorsten K. Die beiden Angreifer hätten sich daraufhin davongemacht.

Thorsten K. aber wird zum Ausgang des Geländes geschleift, von mindestens zwei Sicherheitsbediensteten. „Ich habe einen am Arm gepackt, um mit ihm zu reden – und dann hat er auch schon mit der Faust auf mich eingeschlagen, ins Gesicht, immer wieder.“ Martin F. schreit herum, „wie ein Wahnsinniger“, tritt und würgt sein Opfer, so Thorsten K. Er sieht nach den Schlägen zunächst nichts mehr. Der Angeklagte fixiert ihn am Boden, kniet über Thorsten K. und dreht dessen Gesicht zur Seite. Zu diesem Zeitpunkt ist die Nase des Opfers bereits gebrochen, Thorsten K. hat außerdem zahlreiche Abschürfungen am Körper und blutet.

Trotz der späten Stunde – es ist schon 2.30 Uhr nachts – sind noch diverse Besucher der rappelvollen Fete vor Ort. Rasch bildet sich eine Menschentraube um die Szenerie, einige Partygäste fotografieren und filmen mit ihren Handys. Thorsten K. ruft um Hilfe, die Besatzung eines Rettungswagens will sich um ihn kümmern. „Wir haben den Security-Mann aufgefordert, das Opfer loszulassen“, schildert einer der Sanitäter. Martin F. habe aber nur gesagt: „Nee, der ist zu gefährlich“, obwohl sich Thorsten K. gar nicht mehr rührt. Eine Sanitäterin darf nur kurz kontrollieren, ob der 31-Jährige noch genug Luft bekommt. Mindestens 45 Minuten vergehen, bis die Polizei eintrifft. Immerhin: Ein junger Mann kann Thorsten K. seinen Pullover unter den Kopf legen, später wird eine Wärmedecke zu dem am Boden liegenden Mann durchgereicht. Die Polizei erscheint schließlich doch noch vor Ort, Thorsten K. wird ins Krankenhaus gebracht.

Martin F. gibt den Vorfall anders wieder. Thorsten K. habe sich gegen den Platzverweis gewehrt, den er erhalten habe, „der hat sich immer wieder fallen lassen und mich irgendwann angegriffen“, sagt der Angeklagte. Daraufhin habe er Thorsten K. „mit einem gezielten Griff“ zu Boden gebracht. Dennoch habe der 31-Jährige weiterhin „massiven Widerstand“ geleistet und um sich geschlagen.

Dem aber schenkt das Gericht keinen Glauben, zumal acht Zeugen die Version des Opfers stützen. „Wie ein Feudel“ sei Thorsten K. benutzt worden, erklärt einer, „es war schockierend, absolut überzogen“, meint ein anderer. Das Opfer hat an dem Geschehen auch psychisch schwer zu knacken, war ein halbes Jahr lang krankgeschrieben. Martin F. habe seine „Machtposition gnadenlos ausgespielt“, sagt der Staatsanwalt. „Das war völlig neben der Spur“, betont Amtsrichter Otto Witt, „der Sicherheitsdienst ist nicht dazu da, die eigenen Aggressionen auszuleben.“

Sabine Latzel

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