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Ostholstein „ Pst . . . das bleibt unser kleines Geheimnis“
Lokales Ostholstein „ Pst . . . das bleibt unser kleines Geheimnis“
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20:24 04.11.2013
Im pädagogischen Nachgespräch bekommen die Schüler die Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Babygeschrei dringt aus den Lautsprechern. Im Publikum ist es mucksmäuschenstill. „Mama ist doch da“, sagt Jenny zu ihrem Kuscheltier und streichelt sein flauschiges Fell, während das Baby im Nebenzimmer weint. Dann wieder steht Jenny schreiend auf der Bühne und schüttelt das Stofftier, auf das sie all ihre Emotionen projiziert. Die Jungen und Mädchen der neunten Jahrgangsstufen mehrerer Schulen, die gestern früh zu der Aufführung in die Kreisbibliothek gekommen waren, warten währenddessen bewegt darauf, was als nächstes passieren wird. Was wird Jenny mit dem Neugeborenen hinter der Kinderzimmertür machen?

Seit 2008 tourt die Theaterpädagogin und Schauspielerin Sonni Maier (32) mit ihrem Ein-Personen-Theaterstück und ihrer mobilen Bühne durch ganz Deutschland, um in Kooperation mit den Schwangerschaftsberatungsstellen Jugendliche für das Thema Sexualität und ungewollte Schwangerschaft zu sensibilisieren. Die Idee für das intensive Theaterstück „Gretchen reloaded“ kam ihr 2005 aufgrund vermehrter Meldungen über junge Mütter, die zu Kindsmörderinnen werden. „Diese Vorfälle haben mich im Herzen tief berührt“, sagt die Schauspielerin.

Das Stück handelt von der dreizehnjährigen Jenny, sie hat ihre Schwangerschaft neun Monate lang vor der Welt verborgen und durchlebt nach der geheimen Geburt in nur einer Stunde eine Achterbahnfahrt der Gefühle aus Hass, Wut, Verzweiflung, aber auch aus Liebe. Auf einmal hat sie das „Mädchenland“, ihre Kindheit, verlassen und muss die Entscheidung ihres Lebens treffen. „Mädchen klein, geht allein, in die weite Welt hinein“, singt sie und merkt, dass die weite Welt doch gar nicht so schön ist.

Für die Zuschauer eröffnet sich langsam die Geschichte der Dreizehnjährigen. Eine Geschichte vom Alleinsein, vom Wunsch nach Liebe und Verständnis. Und von Dreamboy17, der eigentlich Heinrich heißt und 42 Jahre alt ist. Immer wieder treffen sich die beiden, Jenny fühlt sich geliebt und verstanden, lässt sich „rumkriegen“ von seiner Aufmerksamkeit und seinen Geschenken.

Bis er sie sitzen lässt. Das Kind soll „weg“ sagt Heinrich und ist auf einmal nicht mehr zu erreichen. Jenny lässt schließlich von ihrem Kuscheltier ab und fängt an zu verstehen. „Du willst doch auch nur geliebt werden. Genau wie ich“, sagt sie in Richtung der Babylaute und öffnet die Kinderzimmertür.

Im pädagogischen Nachgespräch erhalten die Schüler dann Informationen zu Hilfe und Beratungsstellen und dürfen Fragen stellen. „Bleibt mit so etwas nicht alleine“, bittet Sonni Maier.

Hilfe finden Mädchen bei folgenden Institutionen: Sozialdienst katholischer Frauen (Telefon 045 21/781 08; www.skf-eutin.de) , Notruf Ostholstein (045 21/78 86 52;

www.frauennotruf-oh.de), AWO (045 21/70 21 15; www.awo-sh.de) und bei der Schwangerschaftskonfliktberatung des Kreises Ostholstein (045 21/781 08; www.kreis-oh.de).

noh

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