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Putlos: Ballungszentrum für Flüchtlinge?

Oldenburg Putlos: Ballungszentrum für Flüchtlinge?

Oldenburger Verwaltung plädiert für Container — Wohnraum für 117 Asylbewerber — Politik berät heute.

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Die Landesunterkunft in Putlos soll zum Ende des Jahres schließen. Dafür will die Stadt künftig „ihre“ Flüchtlinge dort unterbringen.

Quelle: Binder

Oldenburg. Container statt Wohnungen: Die Stadt Oldenburg hat sich offenbar endgültig vom Wunsch nach einer dezentralen Flüchtlingsunterbringung verabschiedet. Die Suche nach einem Investor, der neue Unterkünfte im Stadtgebiet bauen sollte, ist gescheitert. Stattdessen erwägt die Stadt nun, in Putlos Container für etwa 50 Asylbewerber aufzustellen. Zusammen mit den zwei leerstehenden Bundeswehr-Gebäuden, die zu Wohnungen umgebaut werden sollen (die LN berichteten), würde damit im Bereich der Wagrienkaserne eine Art Sammelunterkunft für insgesamt mehr als 110 Flüchtlinge entstehen — nicht mitgerechnet die Bewohner der Landesunterkunft, welche zum Ende des Jahres schließen soll.

„Diese

Lösung erscheint mehrheitsfähig.“ Martin Voigt über

Flüchtlings-Container

Die „Ballung einer großen Zahl von Flüchtlingen“ sei ein Nachteil bei der angedachten Lösung, räumt Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) in einer schriftlichen Beschlussvorlage für die Politik ein.

Das Vorhaben soll heute Abend im Hauptausschuss zunächst hinter verschlossenen Türen beraten werden, bevor in der kommenden Woche in der Stadtverordnetenversammlung öffentlich eine Entscheidung getroffen werden soll (23. März, 19 Uhr, „Zum Oldenburger Stadtbahnhof“). Auch das Kasernengelände sei wegen seiner „nicht integrierten Lage“ als Standort nicht optimal, heißt es weiter, ebenso wenig wie die Unterschiede bei der Qualität der jeweiligen Unterkünfte. Dennoch spricht man sich bei der Verwaltung „nach Würdigung aller Umstände“ für die Container- Lösung aus. Die Anlage könne zeitnah aufgestellt werden; die Kosten für Anschlüsse und Fundamente der Container würden voraussichtlich vom Bund erstattet. Auch habe die Zentrierung der Flüchtlinge den Vorteil, dass Sicherheits- und Betreuungsdienste nur einmal vorgehalten werden müssten.

Ursprünglich hatte die Stadtverwaltung dafür plädiert, an der Göhler Straße in Eigenregie neue Wohnungen für Asylbewerber zu bauen. Schon damals sah Bürgermeister Voigt angesichts von Flüchtlingszahlen und Wohnraummangel keine Möglichkeit mehr, die Neuankömmlinge weiterhin aufs gesamte Stadtgebiet zu verteilen. Dennoch sollten „einfache Massenunterkünfte“ wie Containerdörfer vermieden werden, „damit keine Brennpunkte entstehen“, hieß es.

Jetzt die Kehrtwende. Der neue Vorschlag „erscheint nach der letzten Beratung mehrheitsfähig“, heißt es aus dem Rathaus. Das zuvor diskutierte Neubau-Projekt an der Göhler Straße hatte die Politik abgelehnt: Die Stadtvertreter meldeten Bedenken gegen den Standort an und stuften das finanzielle Risiko für die Stadt als zu hoch ein, wenn sie selbst als Bauherrin aufträte. Stattdessen sollte ein privater Investor für das Vorhaben gesucht werden (die LN berichteten).

Nach knapp drei Monaten fällt die Bilanz in dieser Hinsicht ziemlich negativ aus: Die vorgelegten Angebote seien stark von den Vorstellungen der Stadt abgewichen, so das Fazit der Verwaltung.

Unter anderem ist von Projekten mit nur wenig Wohnraum oder auch von „völlig überzogenen“ Mietforderungen an die Stadt — die bei Asylwohnungen in Privatbesitz als Mieter auftritt — die Rede.

Mit ihrem neuen Vorstoß nimmt die Stadtverwaltung nun ebenfalls Abstand von der Idee, mit dem Bau neuer Flüchtlingsunterkünfte auf lange Sicht auch allgemeinen Wohnraum zu schaffen. War ursprünglich geplant, die Räumlichkeiten für den regulären Wohnungsmarkt auszubauen, wenn sich die Flüchtlingssituation entspannt hätte, sollen die beiden Bereiche nun entkoppelt und der Wohnungsbau unabhängig von der Flüchtlingsunterbringung vorangetrieben werden. Ein Investor habe zum Beispiel bereits angeboten, zwei Mehrfamilienhäuser inklusive Sozialwohnungen auf Privatgrund zu bauen.

Von Jennifer Binder

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