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Ostholstein Putlos: Kommandant fordert Rückgabe des Lagers
Lokales Ostholstein Putlos: Kommandant fordert Rückgabe des Lagers
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20:20 18.02.2016
„Nach meiner Bewertung kann man seit einiger Zeit nicht mehr von einer aktu- ellen Notsituation reden.“ Thilo Santüns, Kommandant Putlos

Die schnellstmögliche Rückgabe des „Lagers Übende Truppe“ für die militärische Nutzung hat der Kommandant des Truppenübungsplatzes Putlos, Oberstleutnant Thilo Santüns, in seiner Ansprache zum Jahresempfang am Mittwochabend gefordert. Aus seiner Sicht sei dies möglich, da das Lager als Landesunterkunft für Flüchtlinge nur noch Auslastung von 10 bis 20 Prozent habe. Auch der Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens (CDU) hatte dies in der vergangenen Woche angesichts einer Belegung mit gegenwärtig etwa 110 Flüchtlingen gefordert. Seitens des Landesamtes ist die Räumung der Flüchtlingsunterkunft für das Jahresende 2016 vorgesehen.

Thilo Santüns konnte zahlreiche Gäste aus Oldenburg und Umgebung auf dem Jahresempfang begrüßen. Sie alle wollten aus erster Hand Informationen über die aktuelle Situation erhalten. Der Kommandant erinnerte noch einmal daran, wie am 7. September 2015 der Befehl eintraf, das „Lager Übende Truppe“ für die Aufnahme von Flüchtlingen zu räumen, „und uns darauf einzustellen, bereits am Folgetag Flüchtlinge aufzunehmen“. Damit fielen umgehend die Unterkünfte für die Übungstruppe weg. Deshalb und wegen der unzulänglichen baulichen Trennung habe er entschieden, den Schießbetrieb sofort einzustellen, teilte der Kommandant weiter mit.

„Nachdem nach Tagen mit einem Bauzaun die bauliche Absicherung hergestellt war, wurde der Übungs- und Schießbetrieb wieder aufgenommen“, berichtete Santüns. Seither könne man in Putlos wieder so schießen und üben wie früher.

Allerdings fehle wegen der Belegung durch Flüchtlinge und trotz Nutzung des Feldlagers der Pioniere eine Unterkunftskapazität von 80 Prozent für die Soldaten. Deshalb hätten einige Schießvorhaben in Putlos nicht durchgeführt werden können. „Erschwerend kommt hinzu, dass unsere Truppenküche komplett im Rahmen der Amtshilfe abgegeben wurde“, sagte der Kommandant.

Da im Land Schleswig-Holstein nun „eine hohe freie Unterkunftskapazität vorhanden ist, kann man nach meiner Bewertung seit einiger Zeit nicht mehr von einer aktuellen Notsituation reden“, fasste Santüns die Unterbringungssituation von Flüchtlingen zusammen. Daraus resultiere seine Forderung der schnellstmöglichen Rückgabe des Lagers.

Für das laufende Jahr gab der Kommandant einen Überblick über die geplanten Entwicklungen auf dem Truppenübungsplatz. Herausragend sei ein Lenkflugkörperschießen mit dem Waffensystem RAM in der Hohwachter Bucht. „Dabei werden Drohnen, die einen Angriff gegen ein Schiff simulieren sollen, bekämpft“, so Santüns. Dieses Vorhaben sei für das Jahresende geplant und werde die Sperrung des gesamten Schießgebietes Hohwachter Bucht erfordern. Auch der Bereich Öffentlichkeitsarbeit werde weitergeführt. Konzerte, Einschießen der Gildebüchsen und andere Veranstaltungen sollen wie gewohnt stattfinden.

bg

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