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Ostholstein Radweg mit Scherben und Nägeln aufgeschüttet
Lokales Ostholstein Radweg mit Scherben und Nägeln aufgeschüttet
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11:54 17.05.2018
Der Weg zwischen Großenbrode und Seekamp wurde mit Bauschutt aufgefüllt. Quelle: Der Weg zwischen Großenbrode und Seekamp wurde mit Bauschutt aufgefüllt.

„Eine Sauerei ist das hier“, ruft ein Radfahrer Hans-Jürgen Rahlf aus Lütjenbrode gerade entgegen, als dieser zeigen möchte, wo er kürzlich einen platten Reifen bekam. Und man schaut wirklich nicht schlecht. Auf nur wenigen Metern lassen sich neben Fliesenresten auch Glasscherben, Nägel, Kabelstücke, Plastikabdeckungen, kleine Drähte und sogar ein Schnellentlüfter für Heizungen finden. „Das sieht fast so aus, als hätte hier jemand sein ganzes alte Badezimmer entsorgt“, erzählt Rahlf. Das gehöre doch nicht in die Natur.

 

Fundstücke vom Radweg an der Bahntrasse. Quelle: Foto: Billhardt

Was war zuvor geschehen? Die Deutsche Bahn hatte auf einem Feld an der Bahnstrecke zwischen November und Februar Probebohrungen gemacht. Auch bedingt durch die extremen Wetterbedingungen wurde der Weg durch die vielen Lkw-Fahrten stark ramponiert. „In der Zeit war Radfahren auf der Teilstrecke schon nicht mehr möglich“, erinnert sich Rahlf. „Die Gemeinde hatte von den Zuständen Kenntnis bekommen und mit der Bahn sofort Kontakt aufgenommen“, erläutert Neukirchens Bürgermeister Bernd Bruhn den LN. In Abstimmung mit dem Unternehmen habe man dann Gorelith eingekauft und dort auf mehreren Hundert Metern aufgebracht.

Dieser behandelte Bauschutt Gorelith sei ein Recyclingprodukt, das bei vielen Vorhaben wie dem Wegebau eingesetzt werde, so Bruhn. Nach starken Regenfällen im April, wobei es zu Überschwemmungen in dem Bereich kam, ist laut Bruhn dann aber der Sand des Radweges ausgeschwemmt worden. „Wir haben bereits den Auftrag gegeben, den Weg mit Kies wieder herzustellen“, sagt der Bürgermeister.

Hans-Jürgen Rahlf möchte allerdings nicht daran glauben, das dies alles seine Richtigkeit hat. „Das kann doch kein recycelter Bauschutt sein, das sieht doch eher wie Sondermüll aus“, sagt der Lütjenbroder und zeigt ein weiteres Fundstück vom Radweg – einen Klumpen gefaltetes Blei.

 mb

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