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Ostholstein Rappelkiste: Elternverein streitet über Trägermodell
Lokales Ostholstein Rappelkiste: Elternverein streitet über Trägermodell
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21:18 24.05.2016

Im Trägerverein des Kindergartens Rappelkiste in Pönitz herrscht Zoff. In einer von Emotionen gezeichneten Mitgliederversammlung wurde der Vorstand wiedergewählt. Er konnte aber nicht die von ihm gewünschte Satzungsänderung durchsetzen. Auch die Forderung, Vorstandsmitgliedern für ihre Arbeit im Kindergarten (etwa bei Krankheit von Mitarbeitern) den Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde zu zahlen, fand nicht die erforderliche Mehrheit.

„In Scharbeutz ist es durchaus üblich, Ehrenämter zu honorieren.“Andrea Kruse,

Vorsitzende

Es sind zwei Lager, die sich gegenüberstehen. Um die Vorsitzende Andrea Kruse scharte sich in der Versammlung die Mehrheit der 46 anwesenden Mitglieder. Ihre Gegenkandidatin bei der Wahl der Vorsitzenden, Anja Bendfeldt, konnte 16 Stimmen auf sich vereinigen. Etwa so viele waren es auch, die die Satzungsänderung ablehnten: 14 den Mindestlohn, 17 die Ehrenamtspauschale von 720 Euro pro Jahr für den Vorstand. Dass Kruse diesen Mitgliedern den Austritt aus dem Verein nahelegte, erzürnt Bendfeldt.

„Das finde ich ein unmögliches Verhalten. Ich werde auf jeden Fall im Verein bleiben, ich bin seit 25 Jahren drin.“ Kruse kontert: „Sie wollten uns schaden, damit wir aufgeben. Wenn es gar nicht mehr möglich ist, konstruktiv zusammenzuarbeiten, müssen sie den Verein verlassen.“ Die anwesenden Eltern seien sehr verärgert gewesen über das, was da geschehen sei.

Kernpunkt des Streits sind offenbar unterschiedliche Positionen über die Zukunft des Kindergartens. Der jetzige Vorstand sieht den Verein auch in Zukunft als Träger. Die Gegner möchten dagegen, dass er ein reiner Förderverein wird und die Gemeinde per Ausschreibung einen anderen Träger für die Einrichtung sucht. „Wir sehen, dass es mit diesem Träger keine Zukunft für diesen Kindergarten gibt“, sagt Kritikerin Bendfeldt. Es würden immer mehr Kinder aufgenommen, damit sei der Kindergarten für einen Elternverein zu groß geworden. Zurzeit besuchen 46 Kinder die Vormittagsgruppen, hinzu kommt noch eine Nachmittagsgruppe.

Die Gegner der Satzungsänderung führen zudem an, dass der Verein schon nach einem Jahr pleite wäre, wenn er die Ehrenamtspauschale zahlen würde. Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen von 1200 Euro stünden 2640 Euro Ausgaben für den Vorstand entgegen, rechnet Bendfeldt vor. Eine Rechnung, die Kruse zurückweist. Es gäbe keinen getrennten Haushalt von Verein und Kindergarten. Ehrenamtspauschale und Mindestlohn würden aus dem Topf bezahlt, der von Mitgliedsbeiträgen, Elternbeiträgen und Zuschüssen der öffentlichen Hand gespeist werde.

Ein anderer Träger kommt für Kruse und die Mehrheit der anwesenden Mitglieder nicht in Frage. Kruse: „Bei dem Verein Rappelkiste handelt es sich um einen gut funktionierenden Verein, der von der politischen Gemeinde Scharbeutz gewollt wird und von dort vollkommene Unterstützung erhält. Ebenso steht ein Großteil der Eltern hinter dem Vorstand und möchte die Vorteile, die eine Trägerschaft in Elterninitiative bietet, nicht missen.“

Eine Lösung zeichnet sich nicht ab. „Ich sehe im Moment keinen Weg aus dieser Situation“, sagt Bendfeldt. Kruse stellt fest: „Wir als amtierender Vorstand bedauern dieses Zerwürfnis sehr, merken aber auch, dass wir an unsere Grenzen kommen und nicht mehr wissen, wie wir diesen Mitgliedern noch entgegenkommen können.“

Susanne Peyronnet

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