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Ostholstein Ratekau richtet Zukunftsbau für die ganze Gemeinde
Lokales Ostholstein Ratekau richtet Zukunftsbau für die ganze Gemeinde
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23:04 05.02.2016
Schulleiter Georg Krauß (l.) und Bürgermeister Thomas Keller hielten ihre Reden, während hoch oben die Handwerker geduldig dem nasskalten Wetter trotzten. Quelle: Fotos: Peyronnet

Die Schüler der Cesar-Klein-Schule in Ratekau haben offenbar keine Ahnung, wie wetterfest Erwachsene sein können. Das Richtfest falle aus, wegen des Regens, ließ ein Steppke altklug wissen. Von wegen: Fröstelnd und beharrlich dem fiesen Nieselregen trotzend, verfolgten etliche Gäste das Richtfest für die Erweiterung und den Umbau der Cesar-Klein- Schule.

Unterdessen wärmten Zimmerermeister und Architekt Christian Hoffmann die traditionellen Schnäpse für Bauherren, Planer und Handwerker. Schließlich war die gefühlte Kälte und Nässe hoch oben auf dem Dach für ihn und seine Kollegen noch einen Deut unangenehmer als unten vor dem Gebäude.

Dort bewiesen Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) und Schulleiter Georg Krauß, dass ein echter Redner keinen Schmerz kennt. Ausführlich priesen sie den Bau, der sich noch recht unwirtlich zeigt.

Zufrieden stellte Keller fest, dass das Vorhaben im Zeit- und Budgetplan liege. „Wir haben hier keine Elbphilharmonie.“ Trotz Winterbau und laufenden Schulbetriebs gehe der Bau flott voran. So hoffe er, dass zu den Osterferien die Mediothek und der Innenhof in Betrieb genommen werden.

Die Schüler können sich noch auf weit mehr freuen. Der Anbau bietet vier neue Klassenräume, eine Kunstetage mit großen Fenstern. Gutes Licht ist also garantiert. Auch draußen tut sich etwas: der Sportplatz verlegt, eine kleine Tribüne gebaut, ein weiteres Spielfeld verlegt. Es kommen noch ein Klettergerät und eine Kletterwand hinzu, und sogar ein Wunsch der älteren Schüler wird erfüllt: Sie bekommen eine Art Schülerlounge, kündigte Keller an. Das alles lässt sich die Gemeinde als Schulträgerin 2,35 Millionen Euro kosten, einschließlich Ausstattung. 620000 Euro davon kommen aus dem Fördertopf für Gemeinschaftsaufgabe, Agrarstruktur und Küstenschutz des Landes, das von dem Bau ganz angetan ist.

Das hat einen Grund. Der Anbau dient nicht nur der Schule, er ist vielmehr offen für alle Ratekauer. Die Schule, jedenfalls Teile davon, soll Kultur- und Bildungszentrum für die ganze Gemeinde werden. Die Mediothek — eine Bibliothek mit mehr als nur Büchern — fusioniert mit der Gemeindebücherei. Innenhöfe dienen als Treffpunkt, aber auch als Ort für Aufführungen oder Kinovorstellungen. Die Kunstetage wird nicht nur Bühne für die Schule und ihre Ausstellungen und Aufführungen, sondern auch Ort für Veranstaltungen aus den Orten. Oder wie es Schulleiter Krauß formulierte: „Wir bauen hier die Zukunft — für die Cesar-Klein-Schule und für die Gemeinde.“

Susanne Peyronnet

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