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Ostholstein Ratekauer protestieren gegen Abzug der Deutschen Bank
Lokales Ostholstein Ratekauer protestieren gegen Abzug der Deutschen Bank
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21:15 15.09.2017
Sie werben um Unterschriften (v. l.): Gabriele Priedemann, Roswitha Friedrichsen, Karla Magnussen-Gericke, Ilka Manthe und Irmgard Bartholomé. Quelle: Foto: Christina Düvell-Veen

Initiatorinnen der Aktion sind die Seniorenratsvorsitzende Irmgard Bartholomé und die Behindertenbeauftragte Gabriele Priedemann sowie das Inklusions-Team in der Gemeinde.

Sammlung

Unterschriften gesammelt werden am Montag, 18. September, von 9.30 bis 15 Uhr am Einkaufszentrum Ratekau vor dem Rewe-Kaufhaus.

Die Initiatorinnen der Aktion wollen die Listen bei den Verantwortlichen der Deutschen Bank vorlegen und werden nachdrücklich die Bedürfnisse der Bevölkerung vortragen.

Karla Magnussen-Gericke wird eine der ersten sein, die am Montag ihre Unterschrift auf die Liste setzt. Die 80-jährige Ratekauerin ist selbst seit zehn Jahren Kundin der Deutschen Bank. Ihr vor einigen Jahren verstorbener Ehemann war es viele Jahrzehnte zuvor. Karla Magnussen-Gericke ist immer mit dem Fahrrad unterwegs. „Ich hole mir am Automaten in Sereetz oder Pansdorf Geld, und wenn ich Beratung brauche, muss ich nach Bad Schwartau.“ Würde sie den Bus nutzen, müsste sie pro Fahrt 2,60 Euro, hin und zurück also 5,20 Euro, zahlen. Und zöge sie sich Geld aus dem Automaten der Sparkasse Holstein in Ratekau, wären 4,95 Euro Gebühren fällig.

Karla Magnussen-Gericke mag gar nicht daran denken was passiert, wenn sie einmal nicht mehr Radfahren kann.

Die Schließung der Ratekauer Filiale sei „im Rahmen des bundesweiten Umbaus unseres Privat- und Firmenkundengeschäftes erfolgt“, erklärte ein Sprecher der Deutschen Bank für Schleswig-Holstein auf LN-Anfrage. Er verwies zudem auf das Telefon- und Online-Banking ebenso wie auf Selbstbedienungs-Stellen der Deutschen Bank in Nachbarorten. Die naheliegendsten mit drei Kilometern Entfernung sind die in Sereetz. Außerdem könnten Kunden der Deutschen Bank bei Rewe in Ratekau von einem bestimmten Einkaufswert an Bargeld mitnehmen.

Gabriele Priedemann und Irmgard Bartholomé reicht dies alles nicht. Priedemann: „Bei rein wirtschaftlichen Interessen einer Weiterführung werden die menschlichen Interessen, gerade die der körperlich eingeschränkten Bürger, vernachlässigt.“ Und Bartholomé merkt an: „Wie sollen denn Menschen mit Behinderungen und die alten Ratekauer mal eben nach Sereetz, Pansdorf oder Bad Schwartau kommen, um Geld abzuheben, Überweisungen zu tätigen oder sich in Sachen Geldgeschäfte beraten zu lassen?“

Die Gemeinde Ratekau habe sich mit ihrem 2016 verabschiedeten Aktionsplan Inklusion zum Ziel gesetzt, allen Menschen in der Gemeinde dieselben Lebensbedingungen zu bieten – auch im Bereich Wohnen und Versorgung. Und dazu gehöre auch die Vorhaltung von Sparkassen- und Bankfilialen.

Die Organisatorinnen der Unterschriftenaktion belassen es nicht beim Protest, sondern machen eigene Vorschläge. Eine Alternative für die Wiedereinrichtung einer SB-Filiale könnte eine fahrende Geschäftsstelle sein, die ein- bis zweimal in der Woche in Ratekau Station macht. Denkbar sei auch ein Geldautomat, der in der Sparkasse in Ratekau integriert wird. „Wir hoffen, dass die Deutsche Bank die ländlichen Räume wieder mehr in den Fokus rückt“, sagt Priedemann.

Christina Düvell-Veen

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