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Ostholstein Ratten im Stadtgebiet: Oldenburg startet Bekämpfung
Lokales Ostholstein Ratten im Stadtgebiet: Oldenburg startet Bekämpfung
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09:40 07.01.2016
Unliebsamer Gast in Wohngebieten: Ratten können Krankheiten auf den Menschen übertragen. Quelle: Fotolia

 Zahlreiche Einwohner hätten sich im Rathaus gemeldet, weil sie vermehrt Ratten gesehen hätten.

Von morgen, 8. Januar, bis Donnerstag, 14. Januar, sollen im gesamten Stadtgebiet Köder ausgelegt werden. Ratten können Krankheiten auch auf Menschen übertragen, weshalb ihre Ausbreitung in Wohngebieten allerorts zu verhindern versucht wird. Oldenburgs Grundstückseigentümer sind aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen: Laut Kreisverordnung sind sie zur Schädlingsbekämpfung verpflichtet. Verwaltungschef Voigt appelliert an alle Betroffenen, dieser Pflicht nachzukommen. Die Maßnahmen seien nur effektiv, wenn sie zeitgleich und flächendeckend eingeleitet würden. Es bringe nichts, die Nager auf einem Grundstück auszurotten, wenn die Tiere vom Nachbargrundstück den Bereich anschließend sofort wieder besiedeln würden.

Zuletzt gab es im Sommer 2014 eine flächendeckende Rattenbekämpfung in Oldenburg. So etwas sei von Zeit zu Zeit erforderlich, so Voigt. Es sei nicht weiter ungewöhnlich, dass sich Ratten in bewohnten Bereichen ausbreiteten — jede Kommune habe ab und an Probleme mit zu vielen Nagern. Großenbrode etwa geriet in den vergangenen Jahren gleich zweimal wegen einer Rattenplage in die Schlagzeilen.

Trauriger Höhepunkt: 2013 erlitt ein Bewohner eines Pflegeheims im Schlaf eine Bisswunde — Experten gingen damals davon aus, dass sie von einer Ratte verursacht wurde.

Beim aktuellen Zustand in Oldenburg könne man derweil „nicht von einer Rattenplage sprechen“, betont Bürgermeister Voigt. In einigen Bereichen habe die Population der Nagetiere jedoch „ein Maß

erreicht, bei dem wir reagieren müssen“. Die Stadt werde Köder in den Abwasserkanälen platzieren. Parallel dazu sollen auch Anwohner Gift auslegen. Die Rattenbekämpfung auf dem eigenen Grundstück müsse „in eigener Verantwortung und auf eigene Kosten“ geschehen, erklärt Voigt. Entsprechende Köder gibt es nach wie vor im Fachhandel — auch wenn bestimmte Präparate vor einigen Jahren aus dem freien Verkauf verbannt wurden. Alternativ könnten Betroffene für die Schädlingsbekämpfung auch eine Fachfirma einschalten, so Voigt.

Der Verwaltungschef mahnt, die Köder „so auszulegen, dass sie für Kinder und Haustiere nicht zugänglich sind“. Besonders geeignet seien zum Beispiel Drainagerohre oder ähnliche Behältnisse. Darüber hinaus empfiehlt Voigt, Kinder über die Gefahren des Giftes aufzuklären, damit sie auch selbst vorsichtig sind.

Generell gilt laut Stadtverwaltung bei der Rattenbekämpfung: Das Gift sollte in ausreichender Menge an mehreren Stellen — nach Möglichkeit in unmittelbarer Nähe von Hauswänden, da sich Ratten häufig in deren Schutz bewegen — ausgelegt werden. Wichtig ist, dass die Dosis tödlich ist — andernfalls erholen sich die Nager und lernen aus ihrer Erfahrung. Die Köder sollten regelmäßig kontrolliert werden; Reste sind nach Abschluss der Aktion zu entfernen. Fragen zum Thema beantwortet Annika Atzpodien vom Ordnungsamt unter Telefon 04361/498117.

„In letzter Zeit wurden vermehrt Ratten im Stadtgebiet gesichtet.“
Bürgermeister Martin Voigt (parteilos)

Jennifer Binder

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